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Delitzsch Delitzscher Eis-Café zeigt Werke des Leipziger Malers und Grafikers Peter Sylvester
Region Delitzsch Delitzscher Eis-Café zeigt Werke des Leipziger Malers und Grafikers Peter Sylvester
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00:17 27.05.2017
1967 schuf Peter Sylvester diese Aquarell-Tusche-Arbeit, die er „Landschaft bei Kleingeschwenda“ nannte. Sie ist ein Blickfang in der Ausstellung in Delitzsch. Quelle: Repro Edith Dorothea Klisa
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Delitzsch

Für Peter Sylvester gibt es ein Danach. „Tod ist jemand erst wirklich, wenn niemand mehr von ihm spricht“, sagt des Malers und Grafikers Frau Helga. Sie und Sohn Alexander tun etwas dafür, dass man von dem Künstler spricht. Derzeit – noch bis Mitte Juni – präsentieren sie in Delitzsch „Arbeiten aus frühen Leipziger Jahren“. Die Galerie im kleinen Rahmen im Eis-Café am Delitzscher Markt bietet die Szene dafür: Zu würdigen des Malers und Grafikers 80. Geburtstag, den wir hätten feiern können, wäre er nicht schon vor einem Jahrzehnt von der Bühne abgetreten, die da Welt heißt. Jubiläumsjahr und Todesjahrzehnt nimmt der kleine Delitzscher Musentempel zum Anlass, an einen Künstler zu erinnern, der sich das künstlerische Handwerkszeug autodidaktisch erschloss und seine Weltsichten in abstrakte Strukturen fasste, als abstrakte Kunst hierzulande noch mit einem Tabu belegt war.

Blickfang „Landschaft bei Kleingeschwenda“

Eigentümliches Flair atmen die frühesten Arbeiten: „Baumstudie Rosental“ (1960), auch „Konzert in der Kongresshalle Leipzig“ (1961), Menschen hier nur schemenhaft angedeutet. Auf späteren Arbeiten sucht man sie gar vergebens. Im Mittelpunkt der kleinen Sylvester-Galerieschau zieht „Landschaft bei Kleingeschwenda“ den Blick an. Helga Sylvester fühlt sich diesem besonders warmherzig verbunden. Es erinnert an ihren ersten Urlaub mit dem Maler und Grafiker. An einem Silvester-Abend waren sie sich erstmals begegnet – ein Sylvester zu Silvester. „Seine Stimme fuhr wie ein Blitz in mich hinein und das blieb über Jahre so“, erzählte sie freimütig den Gästen des Delitzscher Galerie-Abends.

Im Kontrast zu „... Kleingeschwenda“ hängte die Galerie-Fee Louise Glowka die im gleichen Jahr (1967) entstandene Grafik „Bedrohte Landschaft“ – ein Kontrapunkt, der in die Richtung deutet, in die es Peter Sylvester in seinem weiteren Werkschaffen treiben wird. „Wenn ich eine Landschaft male, die schon Hunderte vor mir malten, muss ich sie neu erfassen“, ist eine markante Aussage des Malers.

Einsichten in Weltzusammenhänge

Ab 1958 wurde Leipzig Sylvesters Schaffensmittelpunkt. Hier holte sich der Chemiegraph, wie als Gasthörer am Kunsthistorischen Institut der Universität vorher schon in seiner Jenaer Zeit, so nun bei dem legendären Leipziger Germanisten und Literaturwissenschaftler Prof. Hans Mayer tiefere Einsichten in Weltzusammenhänge. Raum und Zeit, Mensch und Natur, zerstörerisches Wirken des Menschen, das zugleich auch neu Entstehendes hervorbringt, werden Sylvesters Thema, Landschaft im Werden und Vergehen, Risse und Sprünge in der Erde. „Oft wird vor seinen Bildern der Betrachter zwergenhaft oder aber wächst zu riesenhafter Größe“, sagt der Direktor der Neuen Sächsischen Galerie, Dr. Werner Ballarin, von Werken, die unter den Händen des Leipziger Malers und Grafikers Peter Sylvester entstanden sind.

„Ein Künstler lebt, entkommen allen Schlachten, im Handeln derer, die sein Werk betrachten“, schrieb der Dichter Andreas Reimann in einer „Stele für Peter Sylvester“, nach dem Tod seines Freundes.

Von Edith Dorothea Klisa

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