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Delitzsch Delitzscher Eltern und Kinder demonstrieren für Erhalt der Kita Regenbogen
Region Delitzsch Delitzscher Eltern und Kinder demonstrieren für Erhalt der Kita Regenbogen
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16:46 16.02.2018
Mit Transparenten und Megafon versammeln sich Kinder und Eltern vor der Kita Regenbogen. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Es ist ein Dienstagnachmittag voller Aufbruchstimmung. Eltern, Großeltern, Erzieher haben sich in der Gellertstraße versammelt, eilig werden Transparente zurechtgerückt, Ordner positioniert. Die Polizei steht schon an der Straße, um zu sperren. Pfeifen, Trommeln, Rasseln sind griffbereit – für eine Demonstration, die es an der Kita so noch nicht gegeben hat. Friedlich soll sie sein, doch lautstark und unübersehbar. Von Delitzsch-Nord bis in die Innenstadt.

Die Gleichgesinnten wollen etwas bewegen für „ihre“ Kita Regenbogen, an der sich – baulich gesehen – seit Jahren kaum noch etwas bewegt. Zwar haben Eltern und Unterstützer immer wieder angepackt, Spenden gesammelt, Wände gestrichen. Trotzdem ist der Plattenbau ein Sanierungsfall. Vor allem der Brandschutz gilt als Sorgenkind – dort geht es mittelfristig um die Betriebserlaubnis. Noch zum letzten Jahreswechsel standen die Zeichen in der Stadtverwaltung tatsächlich auf Sanierung. Doch seit dem Frühjahr ist klar: Das Rathaus setzt die Prioritäten anders. Im Mai beauftragte der Stadtrat mehrheitlich den Oberbürgermeister, den 23 Jahre alten Nutzungsvertrag mit dem Kita-Träger Diakonie zu kündigen. Ende 2019 soll Schluss sein an der Gellertstraße.

1550 Unterstützer-Unterschriften

Die Wut und Enttäuschung bei vielen Eltern ist groß. Wenngleich so mancher von der Schließung nicht direkt betroffen sein wird, weil das eigene Kind dann im Schulalter ist, demonstrieren die Mütter und Väter samt Sprösslingen ihre Sympathie zu der evangelischen Einrichtung. Bereits im Sommer hatten sie rund 1550 Unterschriften gegen die Schließung gesammelt, gaben den Packen im August im Rathaus ab, begleitet von einer Kurz-Kundgebung auf dem Markt.

„Es geht mir um das besondere Betreuungskonzept dieser Einrichtung“, sagt Jeanette Stelzer mit Blick auf die altersübergreifenden Familiengruppen. Außerdem wolle sie nicht, dass befreundete Kinder auseinandergerissen werden. „Genau das könnte passieren, wenn die Stadt die Regenbogen-Kinder nach der Kita-Schließung neu aufteilt.“ Auch andere machen sich darüber Sorgen. Nicht zuletzt Eltern von Integrationskindern, die vor Ort eine große Gruppe bilden. „Warum wird eine Einrichtung geschlossen, die voll ausgelastet ist?“, beklagt Demonstrantin Marion Hoppe. 160 Kinder sind in der Gellertstraße in Betreuung, es gibt Wartelisten bis 2018. Auf Transparenten haben Kinder das parkähnliche Außengelände gemalt – auch dafür wird getrommelt. Möglicherweise, so lautet Kritik, hätte auch die Diakonie in den vergangenen Jahren mehr trommeln müssen, um bei der Stadt auf den Bauplan zu kommen.

Kita-Sanierung soll 2,9 Millionen Euro kosten

Es ist ein Demo-Nachmittag voller Emotionen. Am Ende zählt die nüchterne Kalkulation. Die Stadtverwaltung beziffert die Kosten für die Kita-Sanierung auf rund 2,9 Millionen Euro. Da sei es günstiger und effektiver, für rund 1,4 Millionen Euro die ehemalige Westschule in der Straße der Freundschaft zum Hort auszubauen und so in den verbleibenden Kitas freie Kapazitäten zu schaffen.

Die Demo-Teilnehmer äußern Zweifel, misstrauen insbesondere der Kostenschätzung für ihre Kita. „Man kann in kleinen Schritten alles schaffen, wenn man will“, ist Marion Hoppe überzeugt. Am Ende stehen die mehr als 200 Protestierenden vorm Rathaus – dort, wo sie vor einem Monat schon mal Gesicht zeigten. Das Ringen um die Kita Regenbogen geht weiter – auch das ist an diesem Dienstagnachmittag deutlich geworden.

Von Kay Würker

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