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Delitzsch Delitzscher Energiegenossenschaft macht sich bereit für erste Projekte
Region Delitzsch Delitzscher Energiegenossenschaft macht sich bereit für erste Projekte
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06:00 27.07.2018
Auch die Kita Sonnenland soll bis zum Herbst eine Solaranlage aufs Dach bekommen. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

59 Mitglieder sind im Boot. Sie sorgen mit Einlagen in Höhe von insgesamt 205 000 Euro dafür, dass es vorankommt: Die Projekte der Delitzscher Bürger-Energie-Genossenschaft (DBEG) sind kurz vor dem Start. „Das hat sich gut entwickelt“, schätzt Robert Greb ein. Er ist Geschäftsführer bei den Stadtwerken (SWD), die zu den Gründungsmitgliedern gehören und den Aufbau begleiteten.

Finanzierungs-Verhandlungen

Auf den Dächern vier städtischer Immobilien sollen Photovoltaikanlagen errichtet werden. Die Summe, die mit den Einlagen zusammenkommt, sei dafür nun sogar mehr als ausreichend. Denn es waren mindestens 160 000 Euro anvisiert, um den Eigenanteil der Projektkosten in Höhe von 533 000 Euro aufzubringen. Derzeit stehe die Genossenschaft zur Finanzierung in der Endverhandlung mit den Banken. „Das dauert natürlich etwas länger, als wenn eine Familie einen Kredit aufnimmt“, so Greb. Dabei sei man derzeit noch im Gespräch mit drei Instituten. Mitte August soll die Entscheidung fallen, bei welchem der Kredit aufgenommen wird. Bereits Ende des dritten, Anfang des vierten Quartals dieses Jahres könnten die Anlagen stehen. Dafür sind die flachen Dächer der Grundschule Rosenweg sowie der Kitas Bummi, Sonnenland und Freundschaft, die unterschiedliche Träger betreiben, ausersehen. Wobei letztere doppelt so groß wird, wie die anderen. Die Photovoltaik-Kraftwerke werden somit nicht Flächen auf der grünen Wiese beanspruchen, sondern bestehende Objekte nutzen. „Jetzt soll noch überlegt werden, ob nicht doch noch ein fünftes Projekt realisiert werden kann“, erklärt Greb. Die bereitstehenden Anteile der Genossenschafter machen das möglich.

Regionalität und Rendite

Das Projekt vereine Regionalität, nutze der Umwelt und ergebe für die Genossenschaftsmitglieder eben auch eine gewisse Rendite, erklärt Greb. Und schließlich ist Delitzsch anerkannter Geburtsort des Genossenschaftswesens. Jedes Mitglied hat eine Stimme, egal wie viele Anteile das Mitglied besitzt. Die Mindesteinlage dabei war mit 250 Euro angesetzt. Noch Mitte April hatte es allerdings nur die 14 Gründungsmitglieder gegeben. Darunter waren neben den SWD die Stadt- und Wohnungsgenossenschaft Delitzsch, die allein Anteile im Wert von 75 000 Euro halten. Nach einem erneuten Aufruf war die Sache in Schwung gekommen.

Im Aufsichtsrat engagieren sich als Vorsitzender Uwe Bernhard, der für die Freien Wähler auch den Fraktionsvorsitz im Stadtrat führt, Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos), WGD-Chef André Planer und Kai Hofmeier, der beruflich als Steuerberater tätig ist und auch im Aufsichtsrat der WGD agiert. Den Vorstand der Genossenschaft haben der SPD-Stadtrat Volker Löffler, Jörg Kiesewetter (CDU) und Robert Greb inne. Derzeit sind die Infos über die Genossenschaft auf der Internetpräsenz der Loberstadt aufrufbar. Aber es soll eine eigene Website vorbereitet werden.

Niedrigere Stromkosten

Die Einspeisung des aus Sonnenkraft gewonnenen Stroms ins Netz ist zwar nach der Änderung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes nicht mehr so ertragreich wie einst. Trotzdem sei das Ganze wirtschaftlich. Deshalb soll die gewonnene Elektroenergie auch in erster Linie jeweils in den einzelnen Objekten selbst verbraucht werden, erläutert Robert Greb. So ergeben sich für die Genossenschaft Einnahmen und für die Verbraucher niedrigere Stromkosten. Außerdem sei auch die Anschaffung der Anlagen preisgünstiger geworden.

Von Heike Liesaus

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