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Delitzsch Delitzscher Fahrschule ist mit E-Auto unterwegs
Region Delitzsch Delitzscher Fahrschule ist mit E-Auto unterwegs
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06:00 08.02.2018
Erik Brode, Sohn von Fahrlehrer Christian Brode, macht seinen Führerschein. An der Ladesäule am Unteren Bahnhof probieren die beiden die Verkabelung aus. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
Delitzsch

Auf dem Papier muss Delitzsch eine Stadt der auf Umwelt bedachten Bürger sein. Den Deutschen Nachhaltigkeitspreis hat die Loberstadt Ende 2016 eingestrichen, erst Ende 2017 ist sie mit dem European Climate Award wieder mal in Sachen Energieeffizienz ausgezeichnet worden. Auf den Dächern kommunaler Gebäude liegen Photovoltaikanlagen, in deren Kellern arbeitet die Geothermie, die Stadtwerke fahren – ist logisch – E-Autos. Wer aber sonst lebt den Nachhaltigkeitsgedanken in Delitzsch?

BMW i3 gehört zum Fuhrpark

Deutlich sichtbar als umweltbewusstes aber eben nicht kommunales Unternehmen ist jetzt die Fahrschule Brode unterwegs. Ein BMW i3 gehört zum Fuhrpark. Und das, obwohl das Auto nicht einmal für den alltäglichen Fahrschulunterricht oder die Prüfungen genutzt werden kann, immerhin ist es ein Automatik-Fahrzeug und wer nur darauf geschult wird, hat quasi keinen vollwertigen Führerschein. Die noch recht preisintensive Anschaffung bringt der Fahrschule also außer eines guten Umweltgewissens fast nichts. Es sind andere Gründe, die Christian Brode zur Anschaffung bewogen haben: „Ich möchte vorgefertigte Meinungen lösen“, sagt er. Jeder Fahrschüler hat die Möglichkeit, das Elektroauto mal zu fahren und die Resonanz fällt laut Brode immer positiv aus. Die Schüler sollen es einfach mal erlebt haben und sich von den Qualitäten dieser anderen Art der Mobilität überzeugen lassen, was einen Hoffnungskeim setzt, die E-Autos könnten sich eines Tages weiter auf den Straßen durchsetzen.

Mit beiden Händen entspannt am Lenkrad

Der Umweltgedanke spielt dabei für den Fahrlehrer natürlich eine sehr große Rolle, noch wichtiger aber sind ihm die Sicherheitsaspekte. Das E-Auto ist mit einer Automatik kombiniert. So sind immer beide Hände entspannt am Lenkrad, ist die volle Konzentration auf den Verkehr möglich. Im Gegensatz zur normalen Automatik aber lässt sich das E-Mobil wirklich fast nur mit einem Pedal fahren, wer vom „Gas“ geht, bremst das Fahrzeug deutlich stärker ein als bei anderen Antriebsarten. Gerade nervösere Fahrer können mit E-Autos laut Christian Brode konzentrierter unterwegs sein. Am Ende sei das Engagement der Fahrschule mehr eine umweltpolitische Sache. Umwelt- und Kostengedanken sind es auch, die den Delitzscher Pflegedienst Stickel vor einigen Jahren zur Umstellung seines Fuhrparks gebracht haben. Zehn Erdgas-Autos zählt der Fuhrpark, nur zwei Autos sind noch mit Sprit unterwegs. Aufgebaut wurde der Erdgas-Fuhrpark auch mit dem guten Hintergrund einer Förderung durch die Stadtwerke Delitzsch, diese haben die Förderung der Erdgasmobilität allerdings 2015 eingestellt.

Mike Stickel ist stolz, dass das Unternehmen mit Erdgas umweltbewusster rollt. Quelle: Christine Jacob

Auch wenn es keine Tankgutscheine mehr gibt, bleibt der Pflegedienst bei seiner Linie. Eine Reduzierung der Kraftstoffkosten um 50 Prozent und fast ebenso viel eingespartes CO 2 führt Mike Stickel ins Feld, zudem fallen die Kfz-Steuern geringer aus. „Nach wie vor zählt für uns der Umweltgedanke“, betont er. Eine bezahlbare Alternative im E-Auto-Bereich habe es für das Unternehmen nicht gegeben. Die hohen Anschaffungskosten für mehrere E-Autos habe man auch deshalb nicht in Kauf genommen, weil diese für die Bedürfnisse eines rund um die Uhr tourenden Pflegedienstes mit stundenlangen Ladezeiten nicht passen. Zudem fehle es an Infrastruktur wie Ladesäulen, von diesen gibt es nur auf dem Markt und am Bahnhof öffentliche.

Von Christine Jacob

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