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Delitzscher Familie unter Schock: Beide Söhne erkranken an Krebs

Schicksalsschläge Delitzscher Familie unter Schock: Beide Söhne erkranken an Krebs

Als Dreijähriger besiegte Hendrik in Delitzsch den Krebs. Jetzt bangen seine Eltern Ulrike Liebau und Tim Kaiser um ihren ältesten Sohn Maximilian, der an Leukämie erkrankt ist. Dabei hat der jetzt neunjährige Hendrik noch immer an den Folgen seiner Krebstherapie zu leiden. In Delitzsch ist jetzt eine Spendenaktion gestartet worden.

Hoffen gemeinsam auf Heilung: Hendrik (links) und sein Bruder Maximilian.

Quelle: privat

Delitzsch. Vor welche schwere Herausforderungen das Schicksal Menschen stellen kann, das durchleben derzeit Ulrike Liebau und ihr Lebenspartner Tim Kaiser auf drastische Weise. Nachdem ihr neunjähriger Sohn Hendrik eine Krebserkrankung überstanden hat, ist nun sein älterer Bruder, der 14-jährige Maximilian, an Leukämie erkrankt. Welche seelische Qualen die Delitzscher Familie in diesen Tagen durchleidet, lässt sich kaum mit Worten beschreiben. „Die Welt steht wieder still. Manchmal fühlt man sich wie kurz vorm Zusammenklappen. Man möchte am liebsten wegrennen, kann es aber nicht“, beschreibt es Ulrike Liebau. „Ich versuche, den Kindern nicht zu zeigen, dass ich manchmal panische Angst habe.“ Psychologische Unterstützung erfahren sie und ihre Familie beim Krebshilfeverein „Kinderplanet“.

Doch sie glauben fest daran, dass auch Maximilian wie einst sein jüngerer Bruder den Kampf gegen den Krebs gewinnen wird. Derzeit durchlebt er die erste Phase der Chemotherapie, die er bisher den Umständen entsprechend gut verträgt. Jeden Tag im Krankenhaus oder mit Max, wie die Familie ihren Großen nennt, zu Hause ist Vater Tim Kaiser. Er ist krank geschrieben, um seinem Jungen in der schwierigen Zeit Sicherheit zu geben. Mutter Ulrike, die in der Altenintensivpflege tätig ist, hat mit ihrem Arbeitgeber vereinbart, ein halbes Jahr lang nur Frühdienst machen zu müssen. Als Hendrik seinerzeit ein Nierentumor diagnostiziert wurde, war sie es, die dem kleinen Jungen in der Klinik beistand.

Hendrik noch immer gefährdet

Als Dreijähriger besiegte Hendrik damals den Krebs, doch im vergangenen Jahr erkrankte er an den langfristigen Folgen der Krebsbehandlung. Die geschädigte Leber drückt Blut zurück. In Hendriks Speiseröhre bildeten sich Krampfadern. Als eine im März 2015 platzte, erbrach er Blut. Zwar konnten die Ärzte bei einem Noteingriff die Blutung stoppen, doch die Gefahr besteht, dass sich dies an anderen Stellen im Körper wiederholen kann, was für den Jungen lebensgefährlich werden könnte. Deshalb wird er ständig von einer Pflegerin betreut, die im Notfall weiß, was zu tun ist.

Dennoch normalisierte sich das Leben der Familie Schritt für Schritt. Sie plante für diesen Sommer einen gemeinsamen Urlaub und „im nächsten Jahr wollten wir heiraten“, erzählt Tim Kaiser. Doch Mitte Mai schlug das Schicksal erneut erbarmungslos zu und macht der Familienplanung einen Strich durch die Rechnung. Am 13. Mai klagte Maximilian, ein durchtrainierter, fußballbegeisterter Jugendlicher, plötzlich über starke Schmerzen im Oberschenkel. Drei Tage wurde er daraufhin im St. Georg Klinikum in Leipzig untersucht. „Am 17. Mai sagte der Oberarzt am Telefon zu mir, dass Maximilian Krebs habe und dass er nichts mehr für ihn tun könne“, berichtet Tim Kaiser. Die Eltern entschieden sich, Max in die Uniklinik nach Halle zu bringen, wo schon Hendrik seinerzeit behandelt worden war. „Heute wurde Max nach Halle auf die Onkologie verlegt, weil was im Blut gefunden worden ist. Er soll eine Knochenmarkpunktion bekommen, um eine Leukämie auszuschließen. Für uns Eltern ist es wahnsinnig schwer, ruhig zu bleiben und zu warten ... drückt die Daumen, dass wir es nicht noch einmal durchmachen müssen ...“, schrieb die Mutter an jenem Tag bei Facebook ins Krankentagebuch.

Punktion bringt Gewissheit

Doch die Punktion bestätigte die Diagnose: Max hat Leukämie. „Es ist aber eine Form des Blutkrebes, die gut behandelbar ist“, erklärt der Vater. Und darauf basiert alle Hoffnung der Familie. Am 18. Mai startete dann auch sofort die Chemotherapiebehandlung.

Einen genetischen Zusammenhang zwischen Hendriks Erkrankung und der von Max hätten die Ärzte in Halle ausgeschlossen. Es sei blanker Zufall. „Allerdings sei die Wahrscheinlichkeit, im Lotto einen Hauptgewinn zu erzielen, fünfmal höher, als dass zwei Geschwisterkinder an Krebs erkranken würden“, sagt Ulrike Liebau.

Max gehe mit seiner Krankheit tapfer um. „Er denkt von Tag zu Tag. Seine Hauptsorge ist, dass die vom Kortison verursachten Schwellungen des Körpers bleiben könnten“, so die Mutter. Hendrik sei sensibler. „Manchmal will er nachts nicht allein bleiben.“ Das versteht Ulrike Liebau als ein Zeichen der Angst um den Bruder. Und manchmal frage er auch, ob Max sterben müsse, um sie dann mit den Worten „Mutti wir schaffen das“ zu trösten.

Dabei ist der Neunjährige selbst noch nicht geheilt. „Seine Leber und Milz sind größer als sie sein sollten und auch der Lungenfunktionstest ist schlechter ausgefallen, als beim letzten Mal“, beschreibt die Mutter das Krankheitsbild, das am Montag in einer Spezialklinik in Hannover abgeklärt werden soll.

Spendenaufruf gestartet

Der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) zeigt sich vom Schicksal der Familie betroffen. Er bittet die Bürger um Unterstützung für die Familie, um wenigstens den finanziellen Druck zu lindern. Wer helfen möchte, kann spenden. Barspenden sind im Geschäft „Mietregal“ von Susan Noack in der Breiten Straße in Delitzsch möglich. Zudem gibt es bei der Sparkasse Leipzig das Konto „Hendrik lacht“, das seit Hendriks Erkrankung besteht. Hier können Spenden mit der IBAN: DE56 8605 5592 1631 9444 67, BIC: WELADE8LXXX eingezahlt werden.

Von Thomas Steingen

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