Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Delitzscher Feuerwehr sorgt sich um Nachwuchs und neue Leute
Region Delitzsch Delitzscher Feuerwehr sorgt sich um Nachwuchs und neue Leute
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:49 23.02.2018
Sie haben das mit dem Nachwuchs selbst in die Hand genommen: Die Kameraden Christian Freitag, Steven Maaß, Tom Bechstedt und Matthias Reichstein (von links) mit ihren Töchtern Anneli, Hanna, Lotta und Lena – die Mädels sind zwischen vier Wochen und einem Jahr alt und die Hoffnung für den Löschzug 2035. Quelle: Wolfgang Sens LVZ
Anzeige
DELITZSCH

Ein Kollege im Büro erscheint nicht zur Arbeit. Na gut, die anderen teilen sich die Aufgaben untereinander auf – das geht schon mal. Bei den Freiwilligen Feuerwehren können sie so nicht an die Arbeit gehen. Jeder hat seine eigene und seine komplexe Aufgabe – der Maschinist kann nicht gleichzeitig das Löschwasser aus dem Tank in den Schlauch pumpen, dabei vorne dran stehen und ein Feuer bekämpfen. Unterbesetzt ausrücken geht nicht. Man will „nach vorne“ denken. Die Lösung lautet „Doppelmitgliedschaft“. Kameraden aus anderen Wehren rücken tagsüber in der Loberstadt aus, weil sie dort arbeiten.

Löbnitzer rückt in Delitzsch mit aus

Enrico Häublein, Wehrleiter aus Löbnitz, ist das erste Doppelmitglied der Feuerwehr Delitzsch und seit wenigen Wochen dabei. „Der erste Schritt war ein Gespräch mit meinem Arbeitgeber“, erzählt der 40-Jährige. Sein Arbeitgeber, die Kreiskrankenhaus GmbH, hatte keine Bedenken, dass der Löbnitzer, der an zwei Tagen pro Woche in Delitzsch arbeitet, die Arbeit für Einsätze stehen und liegen lassen muss. Das Problem der Delitzscher konnte er bestens nachvollziehen. In Löbnitz, dort gibt es rund 40 Aktive, rückt auch ein Kamerad aus dem Delitzscher Ortsteil Schenkenberg mit aus, der in Sausedlitz arbeitet. An einem weiteren Austausch werkeln derweil die Schenkenberger.

Junge Delitzscher sind die Stütze der Feuerwehr

Gezielt mögliche Doppelmitglieder, aber auch potenzielle Einsteiger sucht die Feuerwehr Delitzsch. Knapp 50 Aktive zählt die Stadtwehr aktuell. „Es ist noch nicht dringlich, aber wir könnten gut und gerne noch zehn Mitglieder gebrauchen“, so der stellvertretende Wehrleiter Andreas Pradel. Dabei ist die Truppe mit einem Durchschnittsalter von unter 40 Jahren recht jung. So liege die Verantwortung für den Brandschutz vor allem bei jungen Leuten und speziell denen zwischen 30 und 40 Jahren – die Stütze der Delitzscher Feuerwehr sind Väter meist noch kleiner Kinder und/oder gerade am Durchstarten im Beruf. „Das sind alles Leute, bei denen man sehr gut verstehen könnte, wenn sie eigentlich Besseres zu tun haben“, sagt der 43-Jährige. Aus seiner Altersklasse und von örtlichen Unternehmern komme keine Unterstützung in Form von aktiven Kameraden – zu früheren Zeiten war die örtliche Handwerkerschaft, die den Brandschutz selbst in die Hand nahm, der Ursprung der Freiwilligen Feuerwehr. Heute spielt die Arbeitswelt insofern eine Rolle, dass etliche der Kameraden zu großen Arbeitgebern außerhalb der Loberstadt pendeln, auf Montage oder im Schichtdienst arbeiten. Während der eine kurz vor sechs am Morgen gerade die Stadt verlässt, hat der andere gerade erst Schichtwechsel irgendwo außerhalb. In diesen Übergangszeiten von einer Schicht zur nächsten kann es zu Lücken kommen, die über Doppelmitglieder geschlossen werden sollen.

„Über die Jugendfeuerwehren allein bekommen wir nicht genug Mitglieder in den aktiven Dienst“, sagt Andreas Pradel, „sie brauchen zudem einfach noch Zeit, bis sie alle Lehrgänge absolviert haben.“ In Sachen Nachwuchsgewinnung für den Löschzug wird gerade jetzt auch an „Ältere“ gedacht. Wer fit ist, kann auch mit über 30 oder 40 noch einsteigen. Wer Interesse hat, kann seine örtliche Feuerwehr am besten direkt mit einem Besuch am Gerätehaus oder einer E-Mail kontaktieren. Viele Feuerwehren sind zudem im Netzwerk Facebook vertreten und reagieren schnell auf Nachrichten.

Von Christine Jacob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Verbandsgebiet weiter zu erschließen, das ist im neuen Jahr das größte Vorhaben des Abwasserzweckverbands Unteres Leinetal (AZVUL). Rund zwei Millionen Euro werden dafür investiert, die Grundstückseigentümer im AZVUL-Verbandsgebiet werden dabei mit zur Kasse gebeten.

06.01.2017
Delitzsch Staatsanwaltschaft ordnet Obduktion an - Toter Radfahrer bei Delitzsch: Ermittlungen dauern an

Auch am Tag nach dem Fund eines Toten auf einem Radweg im Delitzscher Ortsteil Benndorf waren am Donnerstag die Umstände, die zum Tod des 63-jährigen Mannes führten, weiterhin unklar.

06.01.2017

Am Mittwoch erhielt die Delitzscher Polizei einen Hinweis, dass auf dem Fahrradweg in Benndorf bei Delitzsch, Ecke Lobersiedlung/Paupitzscher Straße, ein offenbar toter Mann auf dem Fahrradweg liege. Den Vorfall muss jedoch jemand bemerkt und versucht haben zu helfen. „Der Mann lag in stabiler Seitenlage“, hieß es aus Polizeikreisen.

05.01.2017
Anzeige