Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Delitzscher Gleise werden fit gemacht für mehr Güterverkehr
Region Delitzsch Delitzscher Gleise werden fit gemacht für mehr Güterverkehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:35 16.02.2018
Durchschnittlich drei Minuten Schließzeit gibt es an der Schranke in der Leipziger Straße. Mehr Güterzüge bedeuten auch häufiger geschlossene Schranken. Quelle: Alexander Prautzsch
Anzeige
DELITZSCH

Rattern und Poltern auf den Delitzscher Gleisen gen Halle, geschlossene Schranken, Fahrzeugschlangen am Bahnübergang Leipziger Straße. Was Anrainer und Autofahrer schon jetzt nervt, wird sich auf absehbare Zeit noch steigern. Die Zeichen bei der Bahn stehen auf Modernisierung – für den Güterverkehr.

Streckensperrung zwischen Halle und Delitzsch

Ab dem Frühjahr 2018 wird die Strecke Delitzsch-Halle komplett gesperrt. Vom 14. April bis 25. November, so der bisherige Plan, soll gebaut werden. Für die Regiobahnen im Zwei-Stunden-Takt findet das Prozedere wohl nicht statt. Es dient einem höheren Zweck – schließlich soll mehr Güterverkehr auf der Schiene und nicht auf Straßen rollen. So muss man das große Ganze sehen. Delitzsch liegt inmitten einer wichtigen Schienenkette, die Europa verbindet. Deutschland und Polen vereinbarten im Rahmen der EU-Osterweiterung den Ausbau der grenzüberschreitenden Schienenverbindungen, um den zunehmenden Güter- und auch Personenverkehr zwischen Ost- und Westeuropa bewältigen zu können. Und so reiht sich Delitzsch ein in eine insgesamt zirka 29 Millionen Euro teure Baumaßnahme, die Neubauten von Bahnübergängen, Teilerneuerungen von Oberleitungen und neue Gleise ebenso umfasst wie optimierte Gleisanlagen, Lärmschutz und landschaftspflegerische Ausgleichsmaßnahmen. Im vierten Quartal 2017 soll voraussichtlich bekannt gegeben werden, wie der Schienenersatzverkehr für die Pendler organisiert wird.

Güterverkehr schwer genau zu prognostizieren

Auf der Strecke zwischen Halle und Delitzsch sind es derzeit 90 Züge, wobei der Personenverkehr derzeit noch überwiegt. Darunter sind derzeit knapp 30 Güterzüge, genauer 14 pro Tag und pro Richtung – wobei die Umleitung der gesperrten Strecke bei Bitterfeld, für die über die Verbindungskurve am Oberen Bahnhof umgeleitet wird, schon einkalkuliert ist. Die Strecke Hoyerswerda–Knappenrode–Horka bis Polen ist nahezu komplett ausgebaut. Für den Schienengüterverkehr ist Halle ein bedeutender Knoten. Die Anlage wird noch bis 2018 zu einer der modernsten Zugbildungsanlagen Europas umgebaut und zur zentralen derartigen Anlage in Mitteldeutschland aufgewertet. Nicht nur die Güterzüge nach Polen, sondern auch zunehmend der Verkehr in Richtung Tschechien und Slowakei wird mit dieser Güterzugbildung in der Saalestadt die Strecke entlang der Loberstadt und weiter durch den Landkreis bevorzugen. Laut Prognosen des Bundesverkehrswegeplanes wird für die Strecke Halle–Delitzsch–Eilenburg (Strecke 6345) beim Personen- und Güterverkehr mit mehr als 110 Zügen pro Tag, darunter bis zu 80 Güterzüge gerechnet. Die Krux: Die mehreren 100 Anbieter, die für den Güterverkehr auf dem deutschen Schienennetz unterwegs sind, melden ihren konkreten Bedarf erst kurz vorher an – exakte Prognosen sind von der Deutschen Bahn also derzeit nicht zu machen.

Idee für die Leipziger Straße

Der Verkehr nimmt also zu. Eines aber wird es wohl nicht geben: Lärmschutz. Bei aktueller Rechtslage ist eine Überprüfung der Lärmschutzmaßnahmen nur erforderlich, wenn die Trassierung der Strecke wesentlich verändert wird. Das ist nicht der Fall. Für die Leipziger Straße, wo die Schranke schon jetzt oft für Stau sorgt, gibt es vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr zumindest Ideen zu einem Kreisverkehr und einer Wartespur, was die Situation etwas entschärfen könnte.

Von Christine Jacob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wolfgang Schilling ist von der Stadt auf das Dorf gezogen – nach Rabutz. Der Städter hat das ausgeprägte Dorfleben von einst miterlebt und möchte es wiederbeleben. Dazu hat er sich Mitstreiter gesucht und einen Verein gegründet. Der trägt mit Ideen dazu bei, dass die Gemeinschaft im Dorf wieder wächst.

07.03.2017

Ein offenbar psychisch erkrankter Mann hat im Delitzscher Norden für reichlich Aufregung gesorgt. Der Mann war bereits am Freitag mit einer Axt auf dem Gehweg unterwegs, wie die Polizei nun auf LVZ-Anfrage bestätigte. Die Festnahme konnte zügig erfolgen.

07.03.2017

Eine neue Art der Präsentation, virtuell und real – das ist, grob gesagt, das große Ziel für das Schulze-Delitzsch-Haus in der Kreuzgasse 10. Das Museum der Genossenschaften gibt es seit 25 Jahren. Und derzeit ist unklar, ob das Schulze-Delitzsch-Haus wirklich Schulze-Delitzsch-Haus bleibt.

07.03.2017
Anzeige