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Delitzsch Delitzscher Goldschmiedin Kathleen Schmelzer bangt um ihre Existenz
Region Delitzsch Delitzscher Goldschmiedin Kathleen Schmelzer bangt um ihre Existenz
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14:19 22.02.2018
Sie macht weiter in ihrer Werkstatt: Kathleen Schmelzer will sich aus dem Schaden kämpfen. Quelle: Christine Jacob
DELITZSCH

Es gab diesen Moment, da hätte Kathleen Schmelzer alles hinwerfen können. Dann hätte sie nach zwölf Jahren, die ihre „KS Goldschmiede“ mit vielen individuellen Produkten in Delitzsch existiert, einfach Schluss und den Laden dicht gemacht. Die 34-Jährige ist Opfer eines Trickbetrugs geworden, der ihre Existenz gefährdet.

Gut eine Woche ist die Tat her. Ein Mann, der Beschreibung nach Ausländer, betrat den Laden in der Eilenburger Straße. Er lockte eine Mitarbeiterin vor die Tür und ans Schaufenster, wo er sie in ein Gespräch verwickelte. In der Zeit muss der zweite Täter den Laden betreten und die Goldladen des Verkaufstisches ausgeräumt haben. Es ging ganz schnell. Die Verkäuferin merkte zunächst nichts. Erst etwas später beim nächsten Kunden, da waren die beiden Männer schon weg, fiel ihr der Verlust auf. Auf rund 16 500 Euro lässt sich der Schaden beziffern. Finanziell und emotional ist das schwer zu verkraften. Kathleen Schmelzer war zum Zeitpunkt der Tat nicht im Laden, sie hatte Wege zu erledigen. Der Verlust gefährdet ihre Existenz. Und: Bei Trickbetrug greift ihre Versicherung nicht.

Durcharbeiten, damit der Laden bleibt

„So ein Goldlager entsteht über Jahre, man erarbeitet es über lange Zeit“, erklärt die 34-Jährige, „von heute auf morgen kann man es nicht aufrüsten.“ Und gleich gar nicht mit normalen finanziellen Mitteln. Zumal die Goldschmiedin erst 2013 Opfer wurde, als ein Dieb für etwa 7500 Euro Ware mitgehen ließ – er wurde trotz polizeilicher Ermittlungen nicht gefasst. Auch da war sie nicht da. Die Alarmsicherung und Kameraüberwachung im Geschäft nützten auch da nichts gegen den Betrug. „Was soll man gegen Trickbetrug machen?“, fragt Kathleen Schmelzer, ein wenig Verzweiflung flammt dabei wieder auf. Aber sie will weiter machen, sich aus dem Schaden heraus arbeiten – was rund drei Jahre dauern wird, wie sie bereits kalkuliert hat. Von der Verkäuferin, die in beiden Fällen ausgetrickst wurde, hat sich Kathleen Schmelzer inzwischen getrennt. Den Fall hat sie bei der Polizei angezeigt, macht sich aber keine großen Hoffnungen auf einen Ermittlungserfolg. „Die sind längst über alle Berge und haben das Gold verkauft“, glaubt Kathleen Schmelzer. Sie will nach vorne schauen und hofft, dass ihr das Weihnachtsgeschäft hilft, einen Anfang zu machen, um den Schaden Stück für Stück zumindest finanziell zu beheben. Die Selbstständige hat sich einmal mehr darauf eingestellt, sieben Tage die Woche bis ultimo zu arbeiten und auf viel zu verzichten, damit sie das Geschäft halten kann.

Von Christine Jacob

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