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Delitzsch Delitzscher Goldschmiedin Schmelzer kämpft weiter
Region Delitzsch Delitzscher Goldschmiedin Schmelzer kämpft weiter
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14:19 22.02.2018
Kathleen Schmelzer begrüßt die Kunden jetzt meist persönlich. Quelle: Christine Jacob
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DELITZSCH

Mehr Freiraum, dann kreativer und zügiger arbeiten, sich noch weniger auf andere verlassen, den Schaden beheben. Es ist ihr guter Vorsatz für das Jahr. Kathleen Schmelzer will, nachdem sie Opfer eines Trickbetrugs mit massiven finanziellen Auswirkungen wurde, weiter kämpfen. Das heißt für den Laden in der Eilenburger Straße: gekürzte Öffnungszeiten, dienstags und mittwochs ist zu.

An der einen Stelle weniger, um an anderer mehr zu tun? Es ist nötig. Anfang November wurde ihr Geschäft um Gold im Wert von mehr als 16 000 Euro erleichtert. Kathleen Schmelzer war zum Tatzeitpunkt nicht im Geschäft. Ein Mann, vermutlich Ausländer, war in den Laden gekommen und hatte die Verkäuferin vor das Schaufenster gelockt, wo er sie in ein Gespräch verwickelte. In der Zwischenzeit betrat ein zweiter Täter den Laden und räumte die Goldladen aus. Die Verkäuferin merkte das erst beim nächsten Kunden. Bereits 2013 wurde die Goldschmiedin Opfer, als ein Dieb für etwa 7500 Euro Ware mitgehen ließ. In beiden Fällen konnte die Polizei Schmelzer bislang keinen Ermittlungserfolg melden. Und in beiden Fällen gibt es keinen Grund auf eine Versicherung zu hoffen. Der Schaden muss rausgearbeitet werden. Die Dimensionen haben im Falle der Goldschmiedin ein besonders großes Ausmaß angenommen, von Betrug und Diebstahl aber berichten hinter vorgehaltener Hand etliche Händler entlang der Eilenburger Straße – viele haben es aufgegeben, die Fälle anzuzeigen.

Kürzere Öffnungszeit, mehr Kreativität

Kathleen Schmelzer hat keine feste Verkäuferin mehr, diese hat sie entlassen. Die Goldschmiedin steht meist selbst hinter der Theke, nur stundenweise sind Verkäuferinnen da. Kathleen Schmelzer arbeitet rund um die Uhr, vergangenes Wochenende war sie bei einer Hochzeitsmesse, am Samstag präsentiert sie sich bei einer solchen im Delitzscher Markt Zwanzig. Sie hat sich nach reiflicher Überlegung zum zweiten Tag entschieden, an dem der Laden geschlossen bleibt. „Das dient ausschließlich meiner Tätigkeit in der Werkstatt“, erläutert die Bad Dübenerin. Schon 2016 habe sich ihr verkaufsfreier Mittwoch bewährt. An den Werkstatt-Tagen wird durchweg gearbeitet. Termine nach Vereinbarung sind möglich. Das Vertrauen der Kunden ist unbezahlbar, sagt sie. Manche kamen in den vergangenen drei Monaten mit Blumen oder kleinen Goldstücken. Es sind Gesten, die helfen.

Von Christine Jacob

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