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Delitzsch Delitzscher Großvermieter investiert in soziales Wohnen
Region Delitzsch Delitzscher Großvermieter investiert in soziales Wohnen
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11:00 02.04.2016
Offizielle Übergabe mit Vertretern der Stadt, WGD und Bundesanstalt: Ein Fünfgeschosser und eine Kiste mit Bauakten wechselte den Besitzer.
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Delitzsch

Moderne Wohnungen, barrierefrei erreichbar und trotzdem fürs kleine Portemonnaie: In Delitzsch-Nord soll das Realität werden. Die kommunale Wohnungsgesellschaft (WGD) hat entsprechende Pläne für das Objekt Stauffenbergstraße 22. Der Großvermieter übernahm den Fünfgeschosser am Freitag von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Wo bis Ende Februar noch Soldaten in einfachen Verhältnissen untergebracht waren, sollen bis voraussichtlich Mitte nächsten Jahres etwa 30 bis 40 Wohnungen entstehen.

Die Übernahme des Gebäudes beschäftigt Stadtverwaltung, WGD und Kommunalpolitiker seit Monaten. Schließlich war lange im Voraus bekannt, dass die seit DDR-Zeiten von Militärangehörigen genutzte Immobilie von der Bundeswehr aufgegeben wird. Zuletzt war dort vor allem Stammpersonal der Unteroffizierschule des Heeres einquartiert, für das nun direkt in der Kaserne ein Neubau errichtet wurde. Die Bima als Eigentümer äußerte Verkaufsabsichten. Wobei Stadt und Landkreis beziehungsweise kommunalen Tochterunternehmen ein Erstzugriff gewährt wurde. Bereits im Dezember machte der Stadtrat den Weg für Verhandlungen frei, nun – nach einigem Papieraustausch – stand der Vollzug an. Stadtrat und WGD-Aufsichtsrat gaben am Donnerstagabend in nicht öffentlicher Runde ihre Zustimmung, am Freitag trafen sich Vertreter von Bima, WGD und Stadtverwaltung zur offiziellen Übergabe.

Kaltmietpreise sollen klein gehalten werden

„Das Gebäude in der künftigen Nutzung wird für das Wohngebiet große Bedeutung haben“, würdigte Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). Im Erdgeschoss sollen Tagespflege und Sozialstation einziehen – es laufen Gespräche mit der Diakonie. Die vier Obergeschosse sind für soziales Wohnen vorgesehen: Ein-Raum- und vor allem Zwei-Raum-Quartiere mit Zugang per Lift, deren Kaltmietkosten deutlich unter den Quadratmeterpreisen der jüngst in Delitzsch entstandenen Neubauten liegen sollen. Wie hoch der Preis genau ausfällt, hänge von den Sanierungsausgaben ab, sagte WGD-Geschäftsführer André Planer. Ziel sei jedoch, ein Angebot auch für Empfänger von Wohngeld oder Hartz IV zu schaffen. Vor allem für Ältere, die bereits in Plattenbauten wohnen und eine Alternative mit Aufzug suchen.

OBM Wilde: Außergewöhnliche Chance

Die Stauffenbergstraße 22 sei für dieses Projekt eine außergewöhnliche Chance, so OBM Wilde. Das Haus wurde erst vor wenigen Jahren an Fassade und Fenstern modernisiert – die Außenhülle erfüllt aktuelle Energieeffizienz-Vorgaben. Zudem befindet sich auf jeder Etage ein durchgängiger Mittelgang, so dass sämtliche Wohnungen betriebskostengünstig mit nur einem Aufzug an der Giebelseite erreicht werden können. Andere Plattenbauten im WGD-Bestand haben diese Eigenschaft nicht, weshalb es dort an Liften und dadurch mitunter auch an Mietern mangelt. Mit Abrissfolgen.

„Wir möchten gern zeitnah mit der Sanierung beginnen“, kündigte André Planer an. Das Innenleben ist weitgehend umzubauen, damit aus kargen Einzelzimmern schmucke Wohnungen werden. Auch Balkone werden installiert. Am Freitag rückte allerdings erst einmal ein Schädlingsbekämpfer an: Im Keller gibt’s eine Rattenplage.

Von Kay Würker

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