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Delitzsch Delitzscher Handel rüstet mit Security-Leuten auf
Region Delitzsch Delitzscher Handel rüstet mit Security-Leuten auf
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10:38 18.02.2016
Auch Discounter wie Lidl setzen auf Security. Quelle: dpa
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Delitzsch

Zum Einkaufen gehören sie langsam wie Werbeaufsteller und Kassenschlange – Sicherheitsleute beziehen Posten in Delitzscher Supermärkten und Discountern wie Penny und Lidl, sollen mit ihren Uniformen Eindruck auf Ladendiebe machen. Unter anderem in der Facebookgruppe „Du bist ein echter Delitzscher wenn ...“ wird das Thema diskutiert, verweisen Nutzer auf Asylbewerber aus Spröda, die angeblich „was mitgehen lassen haben“ beziehungsweise darauf, dass Security-Notwendigkeit erst mit den Flüchtlingen aufgekommen sei.

Ja, man setze auch Sicherheitsleute ein, bestätigte Unternehmenssprecherin Christina Stylianou von Netto Marken-Discount. „Ladendiebstähle sind ein weitreichendes Problem im Einzelhandel, es führt zu enormen Umsatzausfällen“, sagte sie. Deutschlandweit betragen sie schätzungsweise vier Milliarden Euro jährlich. „In einigen Einzelfällen setzen wir deshalb Sicherheitskräfte in Märkten ein, um die Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden optimal zu gewährleisten.“ Andrea Kübler von der Kaufland Dienstleistungs GmbH erklärte auf Anfrage, dass sich in den vergangenen Monaten in den Filialen in Nordsachsen die Zahl der festgestellten Ladendiebstähle nicht erhöht hat. Sie machen ohnehin „weit weniger als ein Prozent unserer Kundenkontakte aus“.

Für eine Anpassung des Sicherheitskonzeptes sieht Marco Sandner von der REWE Group derzeit keine Veranlassung. Einen signifikanten Anstieg der Ladendienstähle habe man derzeit nicht feststellen können.

Die großen Ketten baten alle um Verständnis, dass es Informationen über Details des Sicherheitskonzept nicht geben kann. Aus Wettbewerbsgründen und um Nachahmereffekte zu vermeiden, begründete zum Beispiel Christina Stylianou. Bei Netto gelte zudem grundsätzlich die Vorgabe, Ladendiebestähle zur Anzeige zu bringen. Die Aufklärungsquote der Polizei bei Ladendiebstahl beträgt übrigens mehr als 90 Prozent. In der Regel liefert der betroffene Eigentümer den tatverdächtigen mit der Anzeige gleich mit.

Schlechte Erfahrung mit Einbrüchen und Ladendiebstählen hat Jens Geidel, Inhaber der gleichnamigen Rewe Markt OHG in Delitzsch, gemacht. Er spricht sogar von einem Anstieg der Diebstahlquote in den vergangenen Jahren. Nachdem in seinem Markt zweimal eingebrochen worden ist, greift der Delitzscher auf die Zusammenarbeit mit Sicherheitspersonal zurück und das in zweifacher Hinsicht. Im Geschäft sind verdeckte Ermittler im Einsatz. „Erst vergangene Woche hatten wir zwei große Fälle, wobei die Detektive Ladendiebe auf frischer Tat ertappten“, erzählt er. Zum einen handelte es sich um Diebstahl von Babynahrung und zum anderen um Spirituosen und Kosmetik. „Wenn die Detektive jemanden erwischen, holen wir prinzipiell die Polizei hinzu. Den Rest regelt dann unser Anwalt“, so Geidel weiter.

Was die Ladendiebe betrifft, erstrecke sich das Klientel quer durch die Gesellschaft, reiche vom Durchschnittsbürger über Ausländer bis zum Stammkunden. „Besonders traurig finde ich es, wenn dir am Eingang ein Stammkunde zur Begrüßung die Hand schüttelt und dann beim Verlassen des Geschäftes des Diebstahls überführt wird.“

Weil der Markt in der Vergangenheit bereits zweimal überfallen worden ist, arbeitet Jens Geidel seit Anfang 2015 auch mit einer Wachschutzfirma zusammen. Deren Mitarbeiter stehen abends an den Eingängen des Marktes und sorgen für die Sicherheit der Angestellten, die nicht selten auch Beleidigungen ausgesetzt seien. Mehrfach hätten die Wachleute schon aktiv werden müssen, berichtet der Marktinhaber.

Auf Security verzichtet man dagegen in den Konsumfilialen. Derzeit seien keine Rückmeldungen zu aggressiven Kunden oder vermehrten Ladendiebstählen bekannt. Auch die Ladendetektive würden keine Rückmeldungen geben, die den Einsatz von Security nötig machen würden.

Von Christine Jacob, Thomas Steingen und Ditmar Wohlgemuth

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