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Delitzsch Delitzscher Immobilienmarkt ist wie ausverkauft
Region Delitzsch Delitzscher Immobilienmarkt ist wie ausverkauft
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09:30 15.03.2018
Solche Schilder sind in Delitzsch rar geworden. Quelle: dpa
DELITZSCH

Die Lage ist ernst und angespannt. Delitzsch erlebt gerade einen Boom, so sind zum Beispiel vergangenes Jahr knapp 1000 Menschen zugezogen. Das hat Auswirkungen auf den Immobilienmarkt – der wird abgegrast und ausverkauft.

Bauland ist knapp geworden in Delitzsch, nach den Worten des Oberbürgermeisters Manfred Wilde (parteilos) wird es gehandelt wie Goldstaub. Die Stadt müht sich, kaum noch ein Stadtrat vergeht, in dem es nicht um das Schaffen neuer Areale geht. In der Laueschen Straße, zwischen der Halleschen Straße und dem Kyhnaer Weg, sowie am Stadtpark sind Bauareale ausgewiesen. Insgesamt sollen bis nächstes Jahr 100 neue Baugrundstücke entstehen. Eine Reihenhaus-Anlage entsteht beispielsweise am Schützenplatz. Auch in den Ortsteilen werden die Areale nach Möglichkeit noch erweitert.

Grundstücke ausverkauft

„Wir hätten gerne noch mehr Baugrundstücke“, sagt Immobilienmakler Hajo Scholz – und steht damit stellvertretend für seine Delitzscher Berufskollegen. Die Makler haben viel zu tun, sie berichten von täglichen Anfragen und Kunden, die zähneknirschend hinnehmen, dass es nichts mehr gibt. Die Bauareale würden tatsächlich wie Goldstaub gehandelt, bestätigt auch der Immobilienwirt Scholz. Im Bereich der Baugrundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser sei der Delitzscher Markt gerade ausverkauft. Und höchstens in den ländlichen Regionen liege mal ein Grundstück auf Halde.

„Allgemein ist die Lage angespannt, es ist ein schwieriger Markt“, berichtet Maklerin Kerstin Mumm aus Hohenossig über die aktuelle Lage. Es ist nicht nur das Bauland knapp bis ausverkauft, es mangelt auch an schon bestehenden Objekten. Immer weniger Immobilien würden zur Verfügung stehen und viele würden ihre Verkaufsabsichten auch nicht bis zum Ende durchziehen. Und das so boomende Leipzig ist nicht bei allen auch als Wohnstandort gefragt, weshalb Städte wie Delitzsch und die ländlichere Regionen für viele immer interessanter zum Wohnen werden. In Krostitz gibt es eine Warteliste für Wohnraum, direkt an der B 2 sind trotz des Lärms und der nur fernen Aussicht auf eine Umgehung vier Häuser von heute auf morgen verkauft worden. Die Region um Delitzsch und vor allem die Loberstadt selbst punkten mit guter Anbindung über öffentlichen Nahverkehr, Bundesstraßen und Autobahnen – in nicht mal einer halben Stunde ist man in Leipzig auf Arbeit, wohnt aber idyllischer.

Läden könnten Wohnungen werden

So gerät auch die Wohnungssuche in Delitzsch zur Herausforderung, es wird immer langwieriger, den geeigneten und auch gewissen Ansprüchen genügenden Wohnraum zu finden. Ein Blick zu Wohnungsgesellschaft und -genossenschaft lohnt dennoch, dort sind einige Objekte gelistet. Dagegen haben die Makler in einem anderen Bereich Schwierigkeiten: Läden bekommen sie kaum vermietet, sie stehen lange leer. Der Oberbürgermeister hatte daher vor Kurzem schon die Devise herausgegeben, Läden doch lieber zum Wohnraum umzufunktionieren. Eine Anregung, die vor Jahren auch schon die ehemalige Wirtschaftsförderin Ricarda Steinbach verbreitete und auch ihr Nachfolger rät grundsätzlich dazu, sich an der Marktlage zu orientieren. Leeren Schaufenstern von verwaisten Geschäften gerade in der Delitzscher Altstadt könne man anders und zielführender begegnen, betont Manfred Wilde gerne. Wenn ein schon lange leerstehendes Geschäft zur Wohnung umgebaut würde, könne man davon bei der aktuellen Lage nur profitieren – besser nach Umbau Mieteinnahmen als Leerstand. Gerade die Innenstadt ist bei dem aktuellen Zuzug von bis zu 70 Menschen monatlich ganz besonders beliebt als neues Wohnumfeld.

Von Christine Jacob

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