Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Delitzscher Integrationsbeauftragter ist der Chef selbst
Region Delitzsch Delitzscher Integrationsbeauftragter ist der Chef selbst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:41 08.12.2016
Der erste Bürger ist auch der Integrationsbeauftragte der Stadt. Quelle: Wolfgang Sens
Anzeige
DELITZSCH

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist in der Delitzscher Tasche. Auf allen Ebenen, so jedenfalls liest sich das Jury-Urteil, hat die Stadt Delitzsch in der Kategorie der Städte mittlerer Größe überzeugt. „Ein Integrationsbeauftragter fördert die Delitzscher Willkommenskultur durch die aktive Unterstützung asylsuchender Familien“, heißt es darin. Aha. Ein Integrationsbeauftragter? Klingt zunächst nach einer gesonderten Stelle vergleichbar mit dem durch Fördermittel finanzierten Integrationsbeauftragten des Landkreise. Und das in einem Rathaus, in dem man trotz Nachhaltigkeits- und Energieeffizienzkurs auf einen gesonderten Klimamanager lieber verzichten will und seit Jahren mit einem Personalkonzept auch Sparmöglichkeiten beim Mitarbeiterstab betont. Doch den Posten eines Integrationsbeauftragten gibt es eigentlich nicht, jedenfalls eher auf dem Papier denn als echte Stelle ...

OBM kümmert sich in Delitzsch selbst

„Das Integrationsthema ist in der Stadtverwaltung Chefsache“, heißt es aus dem Rathaus. Der Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) und Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) seien für das Thema zuständig. Sie stehen in engem Kontakt mit dem Landratsamt und dem dortigen Integrationsbeauftragten Helmut Brenner. Gibt es ein Problem, so soll das in Delitzsch direkt mit dem Stadtoberhaupt besprochen werden. Von diesem Schreibtisch aus geht es dann weiter. „Je nach Inhalten werden die Fragestellungen dann den zuständigen Sachgebieten, wie Wirtschaftsförderung und Soziales, in der Stadtverwaltung zugeordnet“, erläutern die Chefs. Zudem soll künftig mit den kommunalen Integrationskoordinatoren und dabei wiederum mit dem Landkreis zusammen gearbeitet werden.

Der Kurs hat überzeugt: Die Jury des Nachhaltigkeitspreises lobte vor allem das große persönliche Engagement des OBM, „gemeinsam mit dem Landkreis Nordsachsen alle Aktivitäten der Flüchtlingsarbeit selbst zu koordinieren.“ Unter anderem aus diesem Grund gelinge es der Stadt bislang erfolgreich, dem wachsenden Rechtsruck entgegenzuwirken. Dass 2015 in Delitzsch der erste nordsächsische Integrationstag stattfand und die Stadt jährlich an der bundesweiten Initiative „Interkulturelle Woche“ teilnimmt, überzeugte zumindest im fernen Düsseldorf. Gegenmeinungen in Delitzsch gibt es. Und dass „Rechts“ kein großes Thema ist, darf angesichts von Angriffen auf Abgeordnetenbüros bezweifelt werden.

Von Christine Jacob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Umbenennungen, Fusionen und zig Modernisierungen: Die Stadtwerke Delitzsch blicken auf eine bewegte Geschichte zurück. Inzwischen hat sich das Unternehmen zum wichtigsten Energieversorger der Loberstadt entwickelt – und plant bereits zahlreiche künftige Projekte.

15.03.2018

Es kommt zum Diebstahl, das Rad ist weg, der Betrug läuft. Auch in Schönwölkau, pures flaches Land, passiert das. Und für jeden Betroffenen ist das der Aufreger schlechthin. Aus Sicht der Polizei allerdings ist in der Gemeinde die kriminalistische Ruhe angesiedelt.

06.12.2016

Schöne Zeiten für die Loberstadt. Mit der Auszeichnung als immaterielles Kulturerbe der Menschheit hat es geklappt für die Genossenschaftsidee von Schulze-Delitzsch und Raiffeisen. Eine ganze Region hofft auf den Durchbruch, glaubt man Politikern. Die Hoteliers in Delitzsch allerdings sehen die Sache schon mit gedämpfteren Erwartungen.

06.12.2016
Anzeige