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Delitzscher Jugendhaus Yoz startet Aktionswochenende

Drogenprävention Delitzscher Jugendhaus Yoz startet Aktionswochenende

Mit einem Drogenpräventionswochenende will das Delitzscher Jugendhaus Yoz vor allem Jugendliche erreichen, die sich in ungezwungener Atmosphäre informieren wollen. Es werden Workshops angeboten. Aber auch offene Fragerunden sollen dazu dienen, Antworten zum Thema Drogen zu bekommen. Die Hemmschwelle, Fragen zu stellen, soll möglichst niedrig sein.

Marcel Rothe, Bufdi im Jugendhaus Yoz, bereitet die Lichtanlage auf der Bühne vor. An zwei Abenden werden insgesamt sechs Bands auftreten.

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Delitzsch. Sich einfach mal dem Thema Drogen ohne den erhobenen Zeigefinger nähern, darauf haben es die Macher des Präventionswochenendes im Delitzscher Jugendhaus Yoz abgesehen. Federführend bei der Organisation der Freitag- und Sonnabendveranstaltungen ist Katharina-Elisabeth Naujoks. Sie ist Sozialpädagogin im Yoz und gemeinsam mit dem Leiter, Olaf Quinque, die Ansprechpartnerin im Haus, das vom DRK-Kreisverbandes Delitzsch getragen wird. Beiden ist bei ihrer Arbeit deutlich geworden, dass das Thema Drogen auch in Delitzsch „durchaus ernst zu nehmen ist“.

Jugendliche probieren

„Die Jugendlichen probieren sie aus“, das steht für die Sozialarbeiterin fest. Leider sei der Schritt in die Sucht dann nicht mehr weit. Wer darin bereits gefangen ist, finde auch in Delitzsch Hilfe. Mit dem Drogenpräventionswochenende wollen die Organisatoren jedoch deutlich früher ansetzen. „Wir wollen die Jugendlichen früher erreichen, mit ihnen vor allem sprechen, auf sie zugehen“, sagt Katharina-Elisabeth Naujoks. Deshalb werden Workshops vorbereitet. Gerade auf dieser Schiene gebe es aus ihrer Sicht Nachholbedarf. Mit der jetzt gestarteten Aktion soll ein Anfang gemacht werden. „Der Bedarf, über das Thema Drogen in ungezwungener Atmosphäre reden zu können, kompetent und verständlich Fragen beantwortet zu bekommen, ist auf jeden Fall da.“ Aufgefallen sei den Jugendhaus-Mitarbeitern zudem, dass das Wissen über Drogen und ihre Auswirkungen „total unterschiedlich ausgeprägt ist“. Auch in diese Richtung sollen die Angebote wirken. Zu diesem Zweck haben sich die Organisatoren zahlreiche Partner ins Boot geholt. Mit dabei sein werden unter anderem die Drugs Scouts aus Leipzig. 1996 gegründet, ist es ihr Anliegen, sachlich und umfassend über legale und illegalisierte psychoaktive Substanzen und deren Konsum zu informieren und aufzuklären. Unterstützung kommt auch von der Wandelhalle Sucht des St. Georg Klinikums und auch vom Gesundheitsamt des Landkreiskreises Nordsachsen. Mit einem Stand werden auch die Suchtberatungs- und Behandlungsstellen aus Delitzsch und Taucha präsent sein.

Keine Drogenszene in der Stadt

Damit es möglichst locker zugehen kann, ist das Rahmenprogramm mit den Jugendlichen selbst abgestimmt, die auftretenden Bands sorgen für die musikalische Unterhaltung. Allerdings fällt ein Programmpunkt ins Wasser. Uli Borowka, ehemaliger Fußballprofi, musste seine Buchlesung aus gesundheitlichen Gründen absagen. Auch das Mitternachtsfußballturnier wird wohl wegen mangelnder Teilnehmer nicht stattfinden. „Wir rechnen dennoch mit etwa 150 Jugendlichen“, teilte die Sozialarbeiterin mit. Ein Mitwirken der Polizei ist bei diesem Drogenpräventionswochenende nicht vorgesehen, um die Hemmschwelle der Jugendlichen möglichst gering zu halten, wie es hieß. Revierleiter Klaus Kabelitz kann sich allerdings vorstellen, wie Prävention dann nachhaltig funktionieren soll. Für ihn stehe in erster Linie im Vordergrund, die vielfältigen Möglichkeiten der Suchtvorbeugung, des Drogenmissbrauchs, stärker zu bündeln. Delitzsch habe derzeit keine offene Drogenszene. Verbotenen Substanzen seien aber auch hier schnell zu bekommen. Konsumiert würden sie dann in den Wohnungen. Die Polizei beobachtet zunehmend bei Kontrollen das Fahren im Straßenverkehr unter Drogeneinfluss.

Von Ditmar Wohlgemuth

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