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Delitzscher Karl Gräfe findet in der Motivsuche Ruhe und Ausgleich zum Beruf

Hobbyfotografie Delitzscher Karl Gräfe findet in der Motivsuche Ruhe und Ausgleich zum Beruf

Hobbyfotograf Karl Gräfe gehört zu den Loberstädtern, die seit Jahren am Wettbewerb für den Delitzscher Kalender teilnehmen. Auch für den Kalender 2017 ist wieder ein Motiv von ihm ausgewählt worden. Der 60-Jährige betreibt die Fotografie seit seiner Jugend als Hobby, zudem sammelt er alte Kameras, mit denen er ebenso auf Motivsuche geht.

Diese Aufnahme vom Barockgarten gelang Karl Gräfe an einem Wintermorgen. Das Foto ist auf einem Blatt des Delitzscher Kalenders 2017 zu sehen.

Quelle: Karl Gräfe

Delitzsch. Die Liebe zum Fotografieren hat Karl Gräfe wohl von seinem Vater geerbt, der auch schon amateurmäßig Bilder schoss. „Begonnen, gezielt zu fotografieren, habe ich mit 15 Jahren “, erzählt der Delitzscher. Als Lehrling sei er dann mit einem Freund in einem Fotolabor gewesen und habe Schwarz-Weiß-Aufnahmen entwickelt. Seine erste Spiegelreflexkamera, eine Praktica, kaufte er sich von dem Geld, das er sich in Sonderschichten auf dem Leipziger Hauptbahnhof verdient hatte. „Lehrlinge, die gute Leistungen zeigten, durften dort sonntags Fahrkarten verkaufen“, erinnert sich der Eisenbahningenieur.

Fasziniert von alter Technik

Studiert hat er an der Verkehrshochschule „Friedrich List“ in Dresden, und als Student habe er in Dresden und Umgebung sehr viel fotografiert. Landschaft, Technik, Architektur und im Elbtal oft auch Züge und Lokomotiven lockten als Motive. Als er eine Familie gründete, rückte die Fotografie etwas in den Hintergrund. „Erst nach der Wende habe ich mich wieder mehr meinem Hobby zugewandt“, sagt der 60-jährige Vater von vier Kindern. Dabei hat sich das Hobby in zwei Richtungen entwickelt, denn neben dem Fotografieren haben es ihm alte Kameras angetan, mit denen er sich mittlerweile eine Sammlung aufgebaut hat. „Diese Leidenschaft begann mit einer Zeiss-Kamera aus dem Jahr 1935, auf die ich im Nachlass der Verwandtschaft stieß“, erzählt er.

Mit dieser Technik zu fotografieren, begeistert ihn, denn anders als mit den modernen Digitalkameras muss man bei der alten Technik genau überlegen, was man wie fotografiert. „In Ruhe in der Natur ein Bild zu suchen, entspannt mich und ist Ausgleich zum Beruf“, erklärt der Ingenieur, der in einem privaten Unternehmen Eisenbahner ausbildet, wobei er in den Unterricht auch gern eigene Fotos integriert.

Bewusste Arbeit mit Blende und Licht

Die digitale Fotografie begann für Karl Gräfe 2006 mit dem Kauf einer solchen Spiegelreflexkamera, wobei er Wert darauf legt, seine Fotos so gut wie nie am Computer nachzubearbeiten. Sehr wohl arbeitet er aber bewusst mit Blende, Lichtstärke, Belichtungszeit, Über- oder Unterbelichtung und lässt die Automatik außen vor. Wenn er alte Kameras benutzt, greift er auch zum herkömmlichen Belichtungsmesser.

Er selbst bezeichnet sich als Amateur, der es zu einer gewissen Meisterhaftigkeit geschafft hat. Sein fotografisches Wissen hat er sich selbst angeeignet. Unter anderem, indem er sich akribisch notiert, wie er fotografiert und so nach vollziehen kann, wie welche Aufnahme gelang. „Mit den Digitalkameras ist vieles einfacher geworden, weil man solange probieren kann, bis das Foto stimmt“, schildert er.

Seit einigen Jahren finden Fotos von Karl Gräfe regelmäßig im Delitzscher Kalender der Wohnungsverwaltung, Stadtwerke und Stadtverwaltung, die dazu einen Wettbewerb ausschreiben, Verwendung. In der 2017er-Auflage ist es ein Wintermotiv vom Barockgarten, der sich in einen Reifmantel gehüllt hat.

Von Thomas Steingen

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