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Delitzsch Delitzscher Keramikverein sucht neue Mitglieder
Region Delitzsch Delitzscher Keramikverein sucht neue Mitglieder
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10:00 11.01.2018
Julia Schulz genießt die Arbeit mit dem Ton. Sie formt einen Napf, Hündin Leyla ist immer mit dabei. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Mit einem lauten Knall klatscht der Ton auf den Boden. Julia Schulz hebt ihn auf, knallt ihn wieder hin. „Das muss man machen, damit die Luft entweicht“, sagt Hannelore König vom Platz gegenüber. Luft im Ton würde das Material beim Brennen zum Platzen bringen, die ganze Arbeit wäre umsonst.

Julia Schulz mit Chihuahua-Hündin Leyla bei der Arbeit. Quelle: Wolfgang Sens

Und die ganze Arbeit ist den Frauen vom Delitzscher Keramikverein viel wert. Jeden Dienstag treffen sie sich im Amselweg 1, um kreativ zu sein. Die Luft ist raus. Julia Schulz kann weiter arbeiten, behände formt sie eine kleine Schale. Ein Napf für einen ihrer Chihuahua wird daraus. Mit ihren 25 Jahren ist sie eines der jüngsten Mitglieder, der Rest ist meist im Rentenalter. Seit dem Herbst 1978 treffen sich die Frauen zum Töpfern. Der Verein, offiziell nach der Wende gegründet, ist aus Keramikzirkeln, die zu DDR-Zeiten von Kulturbund und Gewerkschaft unterstützt wurden, hervorgegangen.

Alles Hand in Hand

Etwa 20 Frauen kommen Woche für Woche zusammen. Sie machen alles in Eigenregie. Die zwei Brennöfen, bedient werden sie von der 91-jährigen Elly Höllein und der 74-jährigen Hannelore König, stehen ebenfalls unter ihrer Regie. Die ehemalige Kindergärtnerin Waltraud Passin ist seit 2005 im Verein, seit neun Jahren ist die 75-Jährige Vorsitzende. Es gehe nicht darum, hohen künstlerischen Ansprüchen zu genügen oder sich gegenseitig zu übertrumpfen, betont Waltraud Passin. Es geht um das kreative Ausleben, um das schöpferische Arbeiten und die Freude daran. Die Frauen bringen sich gegenseitig viel bei, greifen sich unter die Arme und lassen sich inspirieren. „Es ist jedes Mal spannend“, sagt Waltraud Passin. Die Glasur zum Beispiel kann nach dem Brennen ganz anders in der Farbe erscheinen als beim Aufbringen, die Erfahrungswerte zeigen einem die richtige Dosierung. Die entstandenen Werke von der Tasse bis zum „Stehrumchen“ zur Deko werden teilweise auch verkauft. Bei Veranstaltungen der Stadt sind die Damen regelmäßig zu Gast. Mit der Arbeit mit Kindern und Senioren bringen sie sich ebenfalls ein.

Neue Mitglieder gesucht

Wenn der Verein nun dieses Jahr seinen 40. Geburtstag feiert, steht ein Wunsch schon fest: neue, junge Mitglieder. Wer Interesse hat, kann einfach mal dienstags zum Schnuppern kommen. Die Frauen sind von 14 bis 18 Uhr vor Ort. Und an der Zeit lässt sich bei Bedarf noch was machen, da sind die Damen flexibel wie noch nicht gebrannter Ton.

Von Christine Jacob

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