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Delitzscher Kino: Stadt-Zuschuss ab September

Delitzscher Kino: Stadt-Zuschuss ab September

Rund 14 Jahre nach seiner Schließung soll das Delitzscher Kino wieder Publikum bekommen. Eröffnung ist im September, sagt der neue Betreiber, Gastronom Jens Müller.

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Stadtratsbesuch im Kino: Auch der Rang mit künftig 28 Sesseln wird besichtigt. Der Saal hat aktuell noch Rohbau-Charme, es fehlt die Ausstattung.

Quelle: Christine Jacob

Delitzsch. Der Stadtrat bewilligte am Donnerstagabend eine Anschubfinanzierung in Höhe von 60 000 Euro für die ersten fünf Jahre. Zuvor machten sich die Kommunalpolitiker ein Bild vor Ort.

 

 

Die neue Fußbodenheizung funktioniert. Wohlig warm war es im Kinosaal, als die Stadtrats-Delegation am Donnerstagabend zur Besichtigung eintraf. Viel mehr allerdings ist noch nicht in Betrieb. Keine Leinwand, keine Tontechnik, keine Beleuchtung. Das historische Ringtheater hat im Inneren noch weitgehend Rohbau-Charme - und hat sich insofern seit Herbst vorigen Jahres optisch kaum verändert. "Aber es ist viel passiert, was man nicht sieht", versichert Jens Müller. Mehrfach betont er seinen Willen, im September zu eröffnen. Nachdem er lange Zeit auf jegliche Termin-Nennungen verzichtet hat, klingt die konkrete Ansage nun umso bedeutungsvoller. "Ich habe im Oktober die ersten festen Veranstaltungstermine. Und im Januar ist eine Hochzeit gebucht."

Jens Müller will das Ringtheater bekanntermaßen zu einem multifunktionellen Kultur- und Veranstaltungshaus mit dem Namen "Markt zwanzig" entwickeln. Vereine, Tanz, Kabarett, Lesungen und Musik, aber auch private Feiergesellschaften sollen dort unterkommen. Entsprechend flexibel wird das Innenleben gestaltet: Die bis zu 140 Stühle im Parterre lassen sich - wenn sie dann da sind - bei Bedarf ins Lager räumen, damit Platz wird für andere Raumnutzungen. Mit Kino allein lasse sich das Haus nicht unterhalten, argumentiert Müller, der am Unteren Bahnhof auch die Urlaub-meehr-Bar betreibt.

Doch der Kinobetrieb interessiert in Delitzsch nun mal am meisten. Das gilt auch die Stadtratsmitglieder. Schließlich sollten sie am Donnerstag über einen Zuschuss befinden: 1000 Euro monatlich, fünf Jahre lang, beginnend ab September. Bereits im Februar 2012 hatten die Politiker diese Starthilfe beschlossen. Doch weil sich die Eröffnung verzögerte, floss bis jetzt kein Geld. Müller bat um Verschiebung des Zuschusszeitraumes, der Stadtrat willigte nun ein - einstimmig. Man sei froh, dass jemand das unternehmerische Risiko übernehme und die Adresse neu belebe, hieß es fraktionsübergreifend. Hartmut Mochalski (CDU) wünschte sich von Müller "ein besonderes Augenmerk auf Kinder- und Jugendveranstaltungen".

Bedingung für die Förderung ist, dass künftig achtmal monatlich Kinovorstellungen im "Markt zwanzig" laufen. "Ich plane an den Sonntagen Familienkino, jeweils um 14 und 16.30 Uhr, sowie eine allgemeine Vorstellung um 19.30 Uhr. Einen zweiten Kinotag wird es jeweils mittwochs oder donnerstags geben", kündigte Jens Müller gegenüber den Stadträten an. Die Filme sollen durchaus namhaft sein und ein breites Delitzscher Publikum ansprechen, sie sind jedoch nicht brandaktuell. "Natürlich werden von den Verleihern zuerst die großen Kinos bedient. Mein Ziel ist aber, bestimmte Filme vor DVD-Start zu zeigen", erklärte Müller auf LVZ-Nachfrage.

Er betonte außerdem, dass den 1000 Euro Zuschuss monatlich 2500 bis 4500 Euro Ausgaben für Filmlizenzen und Technik gegenüber stünden. "Da ist das Personal noch nicht eingerechnet." Müller erwägt, die Kinotechnik von einem externen Anbieter zu mieten, um die Resonanz aufs neue Filmtheater zunächst zu testen. Sollte die Kinowiederbelebung fehlschlagen, könnte am Markt zumindest ein Veranstaltungshaus etabliert werden. Dann aber ohne Zuschuss.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.03.2014
Kay Würker

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