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Delitzsch Delitzscher Kita Regenbogen wird nach Umbau 69 Krippen- und 96 Kindergartenplätze bieten
Region Delitzsch Delitzscher Kita Regenbogen wird nach Umbau 69 Krippen- und 96 Kindergartenplätze bieten
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00:18 14.07.2017
Aufatmen für die Erzieher und Kleinsten in der Kita Regenbogen: Umfangreiche Sanierungsarbeiten sichern den Standort in der Gellertstraße auch in Zukunft. Quelle: Manuel Niemann
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Delitzsch

„Eigentlich nur Freude, von allen Seiten“, so beschreibt Beate Gehlauf, Leiterin des Diakonie-Kinderhauses Regenbogen, die Stimmung in ihrer Einrichtung, nachdem klar ist, dass sie nicht geschlossen wird, sondern saniert. Der Stadtrat stellte in der letzten Sitzung dafür die Weichen und stimmte einem Nutzungs- und Übernahmevertrag zur Weiterbetreibung zu. Für die Erzieher und Eltern kam die Kündigung des Pachtvertrags im vergangenen Jahr aus dem Nichts. Es formierte sich Widerstand, Unterschriften wurden gesammelt und demonstriert: „Dass Eltern so um dieses Haus kämpfen, war auch für mich eine Überraschung. Es ist ein unwahrscheinlich engagierter Elternrat. Es war auch ein Erlebnis, so eine Gemeinschaft zu erleben“, erinnert sich Gehlauf. Das schweißt zusammen: Das diesjährige Sommerfest war gut besucht wie nie.

Kitaplätze sind in Delitzsch rar

Zu Hilfe kamen dem Regenbogen allein die nackten Zahlen: Die führten dazu, dass der Stadtrat am 28. Februar seine Entscheidung wieder aufhob, der Diakonie zu kündigen. „Das hat uns schon etwas verblüfft, dass das so schnell ging“, so Gehlauf. Anderseits kam die Prognose aus dem Landratsamt zum zukünftigen Bedarf an Kita-Plätzen wenig überraschend: „Wir wissen ja alle, wie der Platzbedarf in Delitzsch ist. Eltern suchen händeringend Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze. Dass wir bleiben ist vielleicht für alle eine große Entspannung“, sagt Gehlauf. Hört man sich unter den Eltern um, trifft das zu. Denn die hätten bei einer Schließung 2019 kurzfristig neue Plätze suchen müssen: Als Berufstätiger stehe man dann da, wohin mit dem Kind, wenn die Einrichtung geschlossen wird, beschreibt Jens Märtens. Seine vierjährige Tochter Marie hätte 2019 kurz vor der Einschulung gestanden: „Meine Frau ist im Elternrat. Wir haben uns ziemlich eingesetzt. Es hängen auch Arbeitsplätze dran und wenn das Kind ein halbes Jahr vor der Schule wechseln soll, ist das schlimm für das Kind“, sagt er. „Ich kann es auch nicht verstehen. Weil Kindergartenplätze ohnehin fehlen“, sagt Ilona Schemmel ebenfalls aus Delitzsch und ebenfalls Mutter einer Vierjährigen.

Baupläne für Krippen- und Kindergartenbereich

Wie es nun weitergeht, dafür verweist Beate Gehlauf auf die Baupläne: „Das Papier ist fertig. Wir haben verschiedene Sachen mit dem Planungsbüro und dem Architekten durchgesprochen und auch mit der Stadtverwaltung abgestimmt.“ Bevor die Arbeiten starten können, muss nun zunächst die Tagespflege aus der untersten Etage der Gellertstraße umziehen. Die soll künftig in das soziale Wohnprojekt in der Stauffenbergstraße ziehen. Diakonie und Stadt haben vereinbart, „dass alle Nutzungsarten, die nicht kitabezogen sind, aus dem Objekt herausgelöst werden“, so Nadine Fuchs, Sprecherin im Rathaus. Das schafft Platz: Sobald die untere Etage frei ist, können die Bauarbeiten starten. Geplant sei, so Gehlauf, dass die unteren Räume am Ende komplett als Krippe genutzt werden. 69 Krippenplätze sollen entstehen. Schritt für Schritt sollen die Sanierungsarbeiten sich dann nach oben arbeiten. So soll die darüberliegende Etage einen durchgängigen Flur erhalten und dem Kindergarten mit 96 Plätzen vorbehalten sein. Während des Baubeginns im Februar / März 2018 laufe der Betrieb weiter. Wände werden eingerissen, Lärmschutz installiert und komplette Bäder saniert.„Die dritte Etage, die wir jetzt haben, bleibt erstmal frei“, sagt sie. Bedeutet das, dass jetzt mehr Kinder aufgenommen werden können? „Ja und nein“, so Gehlauf. Die Kapazität erhöhe sich nur leicht auf 165 Plätze. Wie es mit dem Hort weitergeht, ist damit offen.

Von Manuel Niemann

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