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Delitzsch Delitzscher Kleingärtner ackern gegen viele Probleme und für besseres Image
Region Delitzsch Delitzscher Kleingärtner ackern gegen viele Probleme und für besseres Image
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00:36 20.04.2018
Die Geschäftsstelle ist in der Schulstraße 13 zu finden, Anke Reisdorf hat dort ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Jede Menge Akten, viele Telefonate, Sitzungen, Amtswege, Papierkram, Anträge - kurzum ein Berg von Arbeit wartet aktuell beim Kreisverband der Kleingärtner Delitzsch. Und das liegt nicht nur am derzeit wohl bekanntesten „Sorgenkind“, dem Verein Früh Auf in Selben, in dem der Ex-Vorsitzende wegen Untreue unter Verdacht steht. Der Kreisverband will insgesamt neu durchstarten und hat sich etliche Aufgaben auf die Agenda der kommenden Monate gesetzt.

Vertretung für 53 Vereine

Anke Reisdorf Quelle: Christine Jacob

Nachdem Senior Bernd Wolfram in den wohlverdienten Ruhestand gewechselt ist, wird die Geschäftsstelle nun von Anke Reisdorf geführt. Die 47-Jährige ist zugleich die Stellvertreterin von Kreisverbandschefin Martina Koch. Mit Simone Fiedler, Armin Lämmel, Peter Bähr, Gerd Rothe und Matthias Dietze stehen den Frauen weitere engagierte Kleingärtner im neu gewählten Vorstand zur Seite. „Wir wollen einen anderen Weg einschlagen“, sagt Geschäftsstellenleiterin Anke Reisdorf. Oberstes Gut soll künftig eine hohe Transparenz gegenüber den 53 Vereinen sein, die im Kreisverband organisiert sind. Knapp 4000 Parzellen ziehen sich mit diesen Vereinen von Wiedemar bis Schönwölkau. „Wir wollen die Vereine tatkräftig unterstützen“, betont Anke Reisdorf. Aktuell steht dabei natürlich Früh Auf in Selben ganz oben auf der Liste. Zudem wird sich gerade intensiv um die Kleingärtner in den Anlagen „Am Wasserturm“ und „Sonneneck“ gekümmert. Dort soll bekanntlich ein neues Hotel entstehen, das den denkmalgeschützten Wasserturm baulich integriert. Im Kreisverband geht es nun darum, bei dem Bauprojekt Mitspracherecht zu er- beziehungsweise behalten und Entschädigungen für die Gärtner fair auszuhandeln.

Viele Baustellen für Delitzscher Kreisverband

Weitere Baustellen sind etliche offene Mahnverfahren. Zahlungsschuldner, die partout ihre Außenstände an Pacht und Co. nicht begleichen sind und bleiben ein großes Problem in fast allen Anlagen des Verbandes. Die Akten stapeln sich bei Gericht. Die Gärten stehen solange verwaist da und bevor sie nicht vom Gerichtsvollzieher freigegeben werden, belasten sie die Vereine weiterhin. Bei den acht Prozent Leerstand, den der Kreisverband derzeit für die gesamten Sparten der Delitzscher Region verzeichnet, belasten etliche solcher Gärten in Mahnverfahren die Quote, die ohne sie besser aussehen könnte. Zudem sind Kleingärten in sehr ländlichen Gegenden noch immer deutlich schlechter gefragt als in den aufstrebenden Städten. Dennoch: Die Leerstandsquote ist bereits von knapp zehn Prozent noch vor zwei Jahren gesunken, seit das Kleingartenwesen zunehmend vor allem von jungen Leuten wieder als attraktiv wahrgenommen wird.

Delitzscher gärtnern gerne

An diesem Positivtrend will der Kreisverband weiter arbeiten. „Auch das Thema Öffentlichkeitsarbeit wollen wir verstärkt in den Mittelpunkt rücken“, so die Geschäftsstellenleiterin. All die schönen Seiten des Kleingartenwesens will der Verband betonen, die Vereine sollen sich in Wettbewerben, städtischen Veranstaltungen und natürlich eigenen Festen präsentieren, um noch mehr Interessenten zu locken. „Lange war das Kleingartenwesen vor allem wegen des Bundeskleingartengesetzes verschrien“, weiß Anke Reisdorf, „dabei dient es zum Beispiel mit Kündigungsschutz und weiteren Aspekten auch dem Schutz der Kleingärtner.“ Es gehe um weit mehr, als um Anbauverpflichtungen auf einem Drittel der Fläche und angebliche Spießigkeit. „Was zählt ist der Gesamteindruck“, betont Anke Reisdorf. Und dieser soll für das gesamte Verbandsgebiet noch einmal verbessert werden.

Von Christine Jacob

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