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Delitzsch Delitzscher Kleingärtner sorgen sich um Tafel-Zukunft
Region Delitzsch Delitzscher Kleingärtner sorgen sich um Tafel-Zukunft
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07:00 12.09.2018
Zur Erholung heißt auch Gemeinschaft mit Festen leben, Grillmeister Walther Lorenz verköstigt dann alle. Quelle: privat
Delitzsch

Genau 596,5 Kilogramm Obst und Gemüse für Bedürftige, erntefrisch und mit dem Privat-Pkw direkt zur Ausgabestelle geliefert. Die Kleingärtner im Delitzscher Verein „Zur Erholung“ sind stolz, dass sie der Delitzscher Tafel in dieser Saison so gut helfen konnten. Die 52 Parzellen große Anlage an der Eilenburger Chaussee hatte zwei leere Gärten als Tafelgärten zur Verfügung gestellt, gab dort als eine von sechs Kleingartenanlagen der Region Langzeitarbeitslosen eine Aufgabe sowie Perspektive und dem Tafel-Verein eine große Hilfe.

Mögliches Tafel-Aus bereitet Sorgen

Nun allerdings steht nicht nur wegen noch nicht geklärter Fördermöglichkeiten seitens der Arbeitsagentur das Projekt 2019 in den Sternen – immerhin ist die Tafel in Delitzsch vom Aus bedroht, sollten sich nicht bald neue Räume finden. Das bisherige Objekt in der Leipziger Straße muss der Verein bis 31. Januar verlassen, ein Ersatz ist noch nicht gefunden. „Es wäre wirklich schade um so viel Gutes, wenn die Tafel wegfällt“, sagt Jörg Sachse. Der 48-Jährige ist der Vereinschef in der Gartenanlage „Zur Erholung“, hat dort seit 1995 selbst einen Garten und mit seinen Leuten nicht nur jede Menge Arbeit in das Tafel-Projekt gesteckt.

Verjüngung angestrebt

Zwar verzeichnet die Anlage mit 8 von 52 Gärten einen noch überschaubaren Leerstand, doch Jörg Sachse und seine rührigen Mitstreiter wollen die „Erholung" weiter nach vorn bringen. „Wir wollen und müssen uns öffnen, um Nachwuchs zu holen“, betont der engagierte Vereinschef. 60, 70 Jahre alt sind die Kleingärtner im Durchschnitt, die Sparte strebt mit der Zeit eine Verjüngung an. „Gerade junge Familien sind bei uns willkommen“, so Jörg Sachse mit Blick auf demnächst frei werdende Gärten. Geboten werden soll den jungen Leuten aber definitiv mehr als das Fachsimpeln über das Bundeskleingartengesetz, lieber setzt man auf Lockerheit: Gemütliche Treffs wie der Grillabend und Aktionen wie eine Tombola, bei der dank Sponsoren tolle Preis zusammenkamen, werden groß geschrieben, um die Menschen für das Kleingartenwesen zu begeistern und die Generationen an einen Tisch zu bringen. Genauso wie man nach Nachwuchs sucht, ist man in der 1933 gegründeten Erholungs-Anlage direkt am Bahndamm ja auch stolz, dass mancher hier seinen Garten weit über 50 Jahre beackert. „Bei uns tragen viele zum Gelingen bei“, lobt und dankt Jörg Sachse, „alleine kann man es nicht schaffen.“ So sind noch einige Projektideen auf der Agenda, soll zum Beispiel ein Hochbeet-Garten entstehen und die Zusammenarbeit mit den umliegenden Vereinen gestärkt und ausgebaut werden.

Von Christine Jacob

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