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Delitzsch Delitzscher Kleingärtner wollen leere Parzellen anders nutzen
Region Delitzsch Delitzscher Kleingärtner wollen leere Parzellen anders nutzen
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09:38 04.03.2016
Die Delitzscher Sparte im Osten der Stadt gilt als eine der beliebtesten, unter anderem haben die Laubenpieper einen Naturlehrpfad eingerichtet. Quelle: Shannon Chai
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Delitzsch

25 Anlagen in der Stadt und ihren Ortsteilen, rund 849 000 Quadratmeter Fläche – das sind die Kleingärten in Delitzsch. Ein gewaltiger grüner Faktor, der künftig noch weiter entwickelt werden soll, wie Bernd Wolfram, Vorsitzender des Kreisverbandes der Kleingärtner Delitzsch ankündigt. Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung will der Verband bei der Verwaltung um die Erarbeitung einer Kleingarten-Entwicklungskonzeption werben, setzt auf weiterhin gute Zusammenarbeit.

Dabei soll es unter anderem darum gehen, wie diese riesigen Flächen weiterentwickelt werden können oder welche städtebaulichen Folgen Leerstand haben wird, und wie sich nicht mehr gefragtes Kleingartenland zum Wohle aller nutzen lässt. Denn sachsenweit geht der Trend hin zum Abbau der Parzellen, wird aus Kleingartenland mitunter massenhaft Bauland gemacht, weichen Sparten anderen Zielen. Rechtzeitig an die Entwicklungen der Zukunft denken, will der Verband daher mit der Konzeption. Eine Vorarbeit des Landesverbands umfasst knapp 70 Seiten Papier, geht auf etliche Punkte ein. Von Altersstruktur bis Handlungsbedarf soll ausgelotet werden, was das Delitzscher Laubenpieperwesen ausmacht.

Noch hält sich der Leerstand in der Region allerdings in Grenzen. „Wir haben im Delitzscher Verbandsgebiet im Schnitt unter zehn Prozent Leerstand“, rechnet Bernd Wolfram vor, „das ist noch nicht gravierend, sondern Durchschnitt“. Damit sei die Leerstandssituation zwar schon deutlich erkennbar, aber noch nicht bedrohlich für den Fortbestand der einzelnen Vereine. 52 Kleingartenanlagen mit rund 3500 Parzellen zählt der Kreisverband von Wiedemar bis Schönwölkau. Während in mancher Sparte direkt im Stadtgebiet sogar Wartelisten für frei werdende Gärten geführt werden müssen, kann es in ländlichen Gegenden wie Wiesenena zu Leerstand bis zu 50 Prozent kommen. Darum müsse man sich kümmern, betont Bernd Wolfram.

Denn es folgen unter anderem hohe Leerstandskosten für den jeweiligen Verein – die zwölf Cent Pacht pro Quadratmeter muss der dann tragen.

Die Tafelgärten sind in diesem Jahr nur eine kleine Option, den Leerstand zu beackern: Nur zehn der sogenannten Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwands-Entschädigung, also Ein-Euro-Jobs, sind für die kommende Saison bewilligt worden. FAW gGmbH und Kleingartenverband werden wieder kooperieren, um mit den Tafelgärten mehrere Fliegen auf einmal zu schlagen – Beschäftigung und Perspektive für Langzeitarbeitslose, frisches Obst und Gemüse für die Tafel, Leerstandsmanagement und Werbung. „Wer nicht klappert, der ist bald weg vom Fenster“, gibt Bernd Wolfram die Marschroute vor.

Der Verband will seine Öffentlichkeitsarbeit intensiver betreiben, auch in diesem Jahr Wettbewerbe um die schönsten Kleingartenanlagen durchführen. Immerhin hat der Verein Delitzsch-Ost 2014 sogar eine Silbermedaille im Bundeswettbewerb erreicht. Solche Erfolge seien ein Imagegewinn für das Kleingartenwesen. Vor allem erleben die Sparten im Stadtgebiet einen erhöhten Zuspruch junger Familien.

„Wir bekommen oft die Rückmeldung, dass die Eltern es sehr zu schätzen wissen, dass ihre Kinder in der Anlage viel Sicherheit genießen“, schildert Bernd Wolfram. Eltern müssten sich keine Sorgen machen, da die Anlagen nicht von Straßenverkehr beeinträchtigt seien und sich die Kinder so frei bewegen können. Ein weiterer positiver Trend: Wer sich jetzt in jungen Jahren einen Garten nimmt, tut dies nach Erfahrung des Verbandes nicht nur, um dort einen Pool und ein paar Liegestühle aufzubauen: Es wird dank Parzelle auch auf Selbstversorgung gesetzt.

Von Christine Jacob

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