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Delitzsch Delitzscher Kultkneipen setzen Ruhetage
Region Delitzsch Delitzscher Kultkneipen setzen Ruhetage
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22:00 21.02.2016
Die Urlaub-Meehr-Bar gegenüber vom Unteren Bahnhof: Hier ist jetzt an zwei Tagen pro Woche dicht. Quelle: Foto: Christine Jacob
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Delitzsch

Das hat es in einem knappen Vierteljahrhundert nicht gegeben: Die No.2 ist geschlossen. Die Altstadtkneipe hat jetzt einen Ruhetag pro Woche. Immer wieder dienstags bleibt das Kultlokal zu. „Das ist unumkehrbar“, sagt Wirt Jens Fahr. Ein Jahr lang hat er die Gedanken gewälzt, die Sache abgewogen. Es war das erste Jahr mit Mindestlohn. Und aus diesem zieht der Gastronom jetzt seine Konsequenzen: „Über das Jahr gerechnet macht man Minus“, sagt er. Ein Schnellschuss der Politik sei der Mindestlohn gewesen, denn der hohe Personalaufwand in der Gastronomie sei so noch schwerer zu finanzieren.

Ohne Koch zum Beispiel geht es nicht, der Koch muss bezahlt werden – unabhängig davon, ob er dieses Geld auch wieder schnitzelbratend reinholt. Wer Personal vorhalten muss, muss auch das Geld dafür vorhalten. Einfache Rechnung: Der Umsatz der Gastronomen muss steigen, damit alles wie gehabt laufen kann. Es bleibt die Option, das Personal beziehungsweise die Stunden zu reduzieren oder die Preise zu erhöhen. Wer da als Gastronom nicht rechtzeitig reagiert, riskiert sein Geschäft. „Es war eine schwierige Entscheidung, die ich mir nicht leicht gemacht habe“, betont Jens Fahr. Nach wie vor fünf Leute plus Aushilfen – zum Beispiel beim Stadtfest – sind in der Altstadtkneipe beschäftigt. Er selbst ist oft am Wochenende auf Whiskymessen unterwegs, um dort Geld zu verdienen. Damit sich all das insgesamt rechnet, hat sich Fahr entschieden, den Ruhetag einzuführen. So hat das Personal und er selbst weiterhin auch mal frei, aber der Wirt leichter die Möglichkeit, die Leute zum Beispiel am als Dienst-Tag nicht so beliebten Sonntag einzusetzen.

Jens Müller, Inhaber der Urlaub-Meehr-Bar, plant inzwischen mit zwei Ruhetagen: Sonntag und Montag. Am Sonntag hat er zuletzt meist selbst am Tresen gestanden. Sechs bis sieben Leute zählt er zum festen Stamm, hinzu kommt eine Schar an Aushilfen von bis zu 15 Leuten. Nur klinken die sich oft aus, unter anderem wegen Studiums und Ausbildung. Zwar spiele auch der Mindestlohn eine Rolle, sagt Müller, den Hauptausschlag für seine Ruhetage gibt aber die Organisation: „Wer arbeitet schon gerne am Sonntag? Dann stehst du am Ende selbst da.“ Das rechne sich dann nicht unbedingt. Als junger Familienvater habe er sich daher für das Private entschieden und die Ruhetage eingeführt. Zudem muss auch das Markt Zwanzig – dieses Veranstaltungshaus führt Müller seit 2014 – mit Personal abgedeckt werden. Damit alles rechnerisch aufgeht, ziehe er lieber Personal von der Bar ins Kino ab.

Von Christine Jacob

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