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Delitzsch Delitzscher Land ist wichtige Stütze des Vorankommens
Region Delitzsch Delitzscher Land ist wichtige Stütze des Vorankommens
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00:18 25.02.2017
Die Regionalmanagerinnen
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DELITZSCH

Ohne Fördertopfmoos ist nix los im Delitzscher Land. Zuletzt gingen beim Regionalmanagement Anträge in Summe von knapp 1,2 Millionen Euro ein. Deshalb konnten in der aktuellen Runde nur 17 Anträge von 28 bei einem Budget in Höhe von 890 000 Euro bewilligt werden. Die LVZ hat sich umgehört, was nun geht und wo es noch Hoffnung gibt.

Neues Konzept für Genossenschaftsmuseum

Nachdem die Genossenschaftsidee als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt ist, will die Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft auch das Konzept des Genossenschaftsmuseums überdenken. Gemeinsam mit einer Agentur soll ein Neues erstellt werden. Professionelles Know-how soll helfen, weitere Zielgruppen anzusprechen. Im Zuge dieser Neuausrichtung soll auch die Homepage des Museums überarbeitet werden und ein zeitgemäßeres Bild des berühmten Sohnes der Stadt liefern. Oft sei der international bekannter als in der Region bewusst. Die historische Bedeutung, die die Unesco anerkannte, soll mehr herausgekehrt werden. Nicht zuletzt sei das Geld für den Tourismus gut angelegt, sagt Philipp Bludovsky, leitender Kurator des Schulze-Delitzsch-Hauses.

Kleingärtner trotzen Hochwasser und Sturm

Wiederaufbau heißt es beim Kleingartenverein Muldetal. Er liegt an einem Arm der Mulde in Roitzschjora und besteht aus 62 Kleingärten. Gleich doppelt sorgte dort die Witterung für Verheerungen: Zunächst überschwemmte das Muldehochwasser das Gelände, im Jahr darauf wurden die Kleingärtner bei den Aufräumarbeiten durch einen Tornado überrascht. Was von den Carports noch stand, ebnete der Wirbelsturm ein. Die Entsorgung unter anderem der Wellaspestdächer soll nun über die Fördermittel finanziert werden. Zudem wird eine durch das Hochwasser einsturzgefährdete Laube abgerissen. 27 000 Euro seien dafür veranschlagt. „Das hätten wir allein nicht hingekriegt“, sagt Vereinsvorsitzender Stephan Seide. „Wir sind nur 52 belegte Gärten.“ Jetzt wird das Vorhaben zu 80-prozent gefördert. Nach der Entsorgung planen die Kleingärtner gemäß des Zeitfensters für Bepflanzungsmaßnahmen in ihrem Biosphärenreservat Aktionen für den Herbst und Winter. So werden Pappeln, die ebenfalls der Sturm einforderte, durch Wildobsthecken ersetzt.

Ein sehr komplexes Vorhaben will Bettina Paubandt in Poßdorf verwirklichen. In einem leer stehenden Vierseitenhof, den sie 2016 erworben hat, soll in dem Wohnhaus im Erdgeschoss eine Tagesmutterschaft, die Tochter Nora übernehmen wird, entstehen. Hierfür sind 30 Prozent Förderung zugesichert worden. Der Ausbau der Wohnung im Obergeschoss wurde in dieser Förderrunde nicht berücksichtigt, weil das Budget mehrfach überzeichnet war. Deshalb will Bettina Paubandt einen neuen Versuch in der nächsten Runde starten, denn „perspektivisch soll die Tagesmutter eine 24-stündige Betreuung von Kindern anbieten. Das macht aber nur Sinn, wenn sie im Haus selbst auch wohnt“, so Paubandt. Beides will sie 2017 realisieren. Für die Folgejahre plant sie in den Nebengebäuden eine Hebammenpraxis, in der Frauen tageweise betreut werden können, und eine Wohn-WG für ältere Menschen.

Hürden hindern

Auf einer Bewerbung um Leader-Gelder für den Erhalt alten Gemäuers hatte der Förderverein Schmiede Badrina jetzt noch verzichtet. „Die Hürden waren abschreckend“, fasst es Bärbel Westphal kurz zusammen. Unter anderem, weil man auch auf Gelder vom Denkmalschutz hoffte und bisher dann keine Gelder aus dem anderen Topf beantragt werden konnten, sah man von einem Bemühen ab. Nun haben sich die Regeln an einigen Stellen geändert und der Verein überlegt, sich um Leader-Förderung zu bemühen.

Die Chancen sind da: Das Regionalmanagement hat bereits einen weiteren Aufruf gestartet, am Ende beläuft sich das Fördervolumen auf eine Höhe von 1,7 Millionen Euro. So stehen unter anderem Fördermittel für Baumaßnahmen zur Errichtung und Erweiterung von Beherbergungskapazitäten in Pensionen und kleinen Gastronomiebetrieben zur Verfügung. Ebenso sei der Bau von Wander-, Rad- und Reitwegen förderfähig. Noch einmal aufgerufen wird auch die Sanierung von Bestandsgebäuden zu Wohnzwecken.

Von Thomas Steingen, Christine Jacob und Manuel Niemann

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