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Delitzsch Delitzscher Laubenpieper soll Sichtschutzwand kürzen
Region Delitzsch Delitzscher Laubenpieper soll Sichtschutzwand kürzen
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16:21 21.09.2016
Hartmut Knaak zeigt, bis auf welche Höhe er die Sichtschutzwand in seinem Garten einkürzen soll. Quelle: Thomas Steingen
Delitzsch

Kleingartenfreund Hartmut Knaak versteht die Welt nicht mehr. Seit vielen Jahren hat er in der Kleingartenanlage Dr. Schreber in Delitzsch eine Parzelle gepachtet. Und seit vielen Jahren hat er in seinem Garten auch eine Sichtschutzwand zum Nachbarn. Nie habe es Probleme gegeben, erzählt er. Doch jetzt, nachdem er die Wand erneuert hat, soll er sie auf 80 Zentimeter Höhe einkürzen oder ganz entfernen. So verlangt es der Vorstand des Kreisverbandes der Kleingärtner Delitzsch. Dieser beauftragte sogar eine Anwaltskanzlei, die Knaak mit Schreiben vom 3. September letztmalig abmahnte. Die Kündigung des Pachtverhältnisses droht. Bis Freitag hat nun Hartmut Knaak Zeit, die Auflage zu erfüllen.

Intrige vermutet

Der Gartenpächter vermutet eine Intrige, weil er als einziger aufgefordert worden sei, die Wand zu entfernen, obwohl es in der Anlage weitere Gärten mit solchen Sichtbarrieren gebe. „Entweder alle oder keiner“, argumentiert er und vermutet, dass der Vereinsvorstand ihn aus der Anlage drängen will.

Fakt ist, dass der Vereinsvorsitzende sich an den Kreisverband mit der Bitte gewandt hat, dass dieser als Verpächter der Gärten die Forderung zum Rückbau der Wand durchsetzen möge. Die Gartennachbarin von Hartmut Knaak habe sich über die Wand beschwert, sagt Bernd Wolfram, Geschäftsführer des Kreisverbandes, auf Anfrage der LVZ. „Laut Rahmenkleingartenordnung des Landesverbandes Sachsen dürfen Abgrenzungen und Zäune zwischen Parzellen maximal 0,80 Meter hoch sein“, erklärt Wolfram die Rechtslage und verweist darauf, dass ein Bestandsschutz mit einer Erneuerung erlösche.

Neuer Nachbar

Merkwürdig an der Sache erscheint allerdings, dass Knaaks Garten bei der letzten Begehung der Anlage seitens des Kreisverbandes nicht auffällig gewesen sei. Zudem hat die Nachbarin, die den Steins ins Rollen gebracht hat, zwischenzeitlich ihren Garten abgegeben, so dass es dort nun einen neuen Pächter gibt.

Von Thomas Steingen

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