Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Delitzscher Literatur-Stammtisch beschert fernsehfreie Abende
Region Delitzsch Delitzscher Literatur-Stammtisch beschert fernsehfreie Abende
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 30.08.2017
Anett Hacker (hinten) begrüßte in der Stadtbibliothek ihre Gäste wieder zum Bücherplausch am Literatur-Stammtisch. Quelle: Manuel Niemann
Anzeige
Delitzsch

Gestern, kurz vor 18.30 Uhr, Delitzsch war vom Bahnverkehr noch abgeschnitten, die letzten Stammtischgäste trudelten nach und nach ein. Regina Kittelmann, ehemals Leiterin der Delitzscher Stadtbibliothek ließ es sich nicht nehmen, bereits vor dem offiziellen Start eine Buchempfehlung auszusprechen: Friedrich Christian Delius’ „Warum Luther die Reformation versemmelt hat“. „Ganz köstlich – in der Luthermanie, die gerade herrscht“, so das Urteil der Vielleserin.

Neuentdeckungen werden vorgestellt

Beim Literatur-Stammtisch, es war der 133., übernahm dann ihre Nachfolgerin Anett Hacker das Zepter und stellte Bücher vor, die neu im Bestand der Bibliothek sind, auf die sie gestoßen war oder sich anboten. Thematisch ein wilder Ritt durch Zeiten und Zeitfragen, die doch alle von den 1950ern bis zu den fiktiven USA von 2075 das Hier und Jetzt irgendwie berührten. So sind die beiden vorgelesenen Kolumnen, die Elke Heidenreich für die Brigitte Mitte der 1980er-Jahre geschrieben hat, vermutlich zeitlos. „Die Jugend schreibt traurige Gedichte und erforscht die Gene von Mäusen.“ Die Gemeinplätze, die die Älteren „der Jugend“ zuschreiben, dürften noch immer ähnlich sein. Oder wie die Leselust, die Hausarbeit verhindert und zu der Frage führt, warum Flauberts Madame Bovary sich nicht mit solchen Alltäglichkeiten wie dreckigen Fenstern herumschlagen muss: „Das könnte fast über mich sein“, bekannte Kittelmann der Runde.

Breites, auch abwegiges Themenspektrum

Die zählte 17 Köpfe, zumeist Frauen, in einem fortgeschrittenen Alter, die Lesebrillen in der Überzahl. „Es gibt einen festen Stamm, aber auch Leute, die immer wieder hinzu kommen“, so Hacker. Statt sich aber am Zielgruppen-Klischees abzuarbeiten, überraschte Hackers Titelauswahl durchaus mit Angeboten, die auch andere Generationen interessieren dürften. Wie auch die Bücher, die ihre Mitleser mitgebracht hatten. So stellte Andrea Wimmler „Elefant“ des Schweizers Martin Suter vor. Der Stammtisch lernte, auch ein gentechnisch veränderter, im Dunkeln leuchtender, pinker Minielefant sei ein stolzes Tier. „Das war so toll geschrieben. Ein fernsehfreier Abend bis ich das durchhatte“, schwärmte sie und machte Lust auf mehr.

Der nächste Literatur-Stammtisch findet in der Stadtbibliothek am 28. November um 18.30 statt. Der Eintritt ist frei.

Von Manuel Niemann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Delitzsch Fehlende Gewerbesteuereinnahmen - Rackwitz verordnet sich Haushaltssperre

Unverhofft kommt oft: Der Gemeinde Rackwitz flatterte in der vergangenen Woche unerwartet ein Bescheid ins Haus. Demnach muss sie 1,1 Millionen Euro an Gewerbesteuern an einen hiesigen Betrieb zurückzahlen. Das reißt ein Loch in den laufenden Haushalt und sorgt dafür, dass Neuinvestitionen vorerst warten müssen.

02.09.2017

Tragisches Unglück in Delitzsch: Ein Kind ist von einem IC erfasst und getötet worden. Die Bahnstrecke zwischen Delitzsch und Leipzig war am Dienstag stundenlang gesperrt. Es kam zu Zugausfällen und Verspätungen.

29.08.2017

Der Rasen ist gesät, eine Sitzfläche für den Plausch unter Nachbarn reserviert, Grün gepflanzt wird erst im Oktober. „Jetzt ist dafür noch keine Saison“, so Bauherr Axel Schüler, der zusammen mit seinen ersten Mietern, Ingrid und Dietmar Andreas, den Neubau in der Eilenburger Chaussee 6 a inspizierte. Die wählten diese Adresse als Alterssitz – aus gutem Grund.

29.08.2017
Anzeige