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Delitzsch Delitzscher Michael Schneider will mehr Teilhabe für Bürger
Region Delitzsch Delitzscher Michael Schneider will mehr Teilhabe für Bürger
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08:57 21.01.2019
Michael Schneider im Gespräch mit der LVZ-Reporterin. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Aufregende Themen gibt es immer – und Menschen, die sich einmischen, kritisieren, etwas ändern wollen. Die LVZ nimmt sich die Zeit und hört Ihnen zu. In der Serie „Auf einen Kaffee mit“ stellen wir Sie und Ihre Themen in loser Folge vor. Wir bringen den Kaffee gerne mit – und wollen von Ihnen hören, was Sie bewegt. Heute: Michael Schneider, Rentner, Sparkassenkämpfer und Dauergast im Stadtrat.

Bekannt im Stadtrat Delitzsch

Als „Schneider M.“ kennt man ihn inzwischen im Stadtrat. Michael Schneider kürzt so seinen Namen immer ab, weil es früher mal auf der Arbeit zwei Schneiders gab und die Kollegen sie so unterschieden. Er stellt sich stets als Schneider M. vor und nutzt seit einem Jahr jede Bürgerfragestunde des Delitzscher Stadtrats. Im vergangenen Jahr hat er dort vehement darum gekämpft, dass die Sparkasse zurück in den Delitzscher Osten kommt. Bislang erfolglos, doch der Delitzscher hat noch ein paar Ideen, wie das Geldgeschäft im Osten wieder besser werden kann. Und – immerhin – auf sein Drängen hin haben die Stadträte einen offenen Brief an das Bankunternehmen geschrieben.

Delitzscher will was bewegen

„Man kann also was bewegen“, sagt der 62-Jährige. Zu Weihnachten hat er einen Brief vom Oberbürgermeister bekommen, in dem ihm für seinen Einsatz gedankt wird. Gleichzeitig aber heißt es, dass er sich in der Bürgerfragestunde doch bitte auf das Fragen stellen beschränken soll. Ja, manche Rede habe er dort auch schon geschwungen, ist Michael Schneider bewusst. Bewusst ist ihm auch, dass man in Delitzsch mit der recht spontanen Bürgerfragestunde noch recht gut dran ist. Andernorts gibt es gar kein Rederecht oder man muss die Fragen vorab schriftlich einreichen. Dennoch sieht Schneider Optimierungschancen: „Vielleicht sollte man den Bürgern die Gelegenheit für Statements geben.“ Vielleicht, sagt er, wäre zu bestimmten Themen auch mal ein runder Tisch mit Bürgern nicht schlecht. So kann sich der Bauingenieur vorstellen, dass einige noch Wissen zu Projekten wie dem Schwimmbadbau beitragen könnten. Zwar gibt es in Delitzsch regelmäßig Bürgerdialoge, doch allein, dass man dort meist stehen müsse, mache die Sache nicht sonderlich einladend. Michael Schneider würde sich wünschen, dass sich die Politik noch mehr Bürgermeinungen einholt, denn Politik werde draußen gemacht. „Vielleicht kann man ja einmal im Quartal eine Art Bürgeranhörung organisieren“, schlägt der Ingenieur vor.

Wenige Delitzscher interessiert

Er will trotz mancher Schwierigkeiten weiter am Ball bleiben, weiter zu jedem Stadtrat kommen. Wenn es für Michael Schneider auch ein großes Manko gibt: „Auf alles, was im Stadtrat beschlossen wird, kann ich als Bürger frühestens beim nächsten Mal reagieren, wenn die Sache schon durch ist.“ Und auch akustisch sei das Gremium nicht gerade auf Bürger ausgelegt, findet der Delitzscher. Die Bürgerplätze sind hinten, zu sehen gibt es dort die Hinterköpfe der Stadträte. Weil die stets nach vorne in Richtung OBM auf dem Podium sprechen, sind sie wirklich oft schlecht zu verstehen. Das allein aber könne auch kein Grund sein, dass so wenige Bürger kommen, findet Michael Schneider. Dass sich niemand für die Haushaltsbeschlussfassung Ende Dezember interessierte, habe ihn enttäuscht. „Ich kann nicht der einzige sein“, sagt der Delitzscher, „ich würde mich freuen, wenn mehr kommen.“

In eine Fraktion oder Partei will Michael Schneider nicht. Er sei die „Partei“ BfD wie „Bürger für Delitzsch“. Und in dieser Partei könne jeder sein, jeder für sich, jeder für Delitzsch.

Von Christine Jacob

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