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Delitzsch Delitzscher Mopedfans gedenken 18-jährigem Unfallopfer
Region Delitzsch Delitzscher Mopedfans gedenken 18-jährigem Unfallopfer
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10:41 12.07.2017
Typisch Justin: Immer auf der Maschine und in Montur – so hat er sich einmal selbst fotografiert, die Familie behält Justin so in Erinnerung. Quelle: privat
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Delitzsch

Sich treffen, am Moped schrauben, Touren fahren. Michi und Justin Michalik hätten das am liebsten ständig gemacht. Es hätte ewig so weitergehen können. Doch Justin lebt nicht mehr.

Der 18-jährige Delitzscher ist in der Nacht vom 2. zum 3. Juni an einem Garagenkomplex in Sandersdorf ums Leben gekommen. Für die Familie bleibt alles ein Rätsel, da Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei sich nicht zu den noch immer laufenden Ermittlungen äußern. Justins Freunde, die sich nicht weniger quälen, sind eine wichtige Stütze. Sie organisieren für Sonntag eine Gedenkfahrt unter dem Motto „Wir fahren für Justin“. 14.30 Uhr treffen sie sich auf dem Hellweg-Parkplatz, von dort geht es 15 Uhr über die B 183 a nach Löbnitz, weiter nach Pouch und wieder zurück nach Delitzsch. Eine Ausfahrt ganz nach Justins Geschmack. „Wir verabschieden ihn mit seinem Hobby“, sagt Michi, „ich glaube, das würde ihn auch freuen.“ 2Takt Gaskranke nennt sich die Gruppe von einem guten Dutzend Jugendlicher, in der Justin seine zweite Familie hatte. Zusammen sind sie auch zu großen Simsontreffen gefahren. Sie hatten viel Spaß. „Er war immer aufgeschlossen, immer hilfsbereit“, erzählt seine beste Freundin, „er war so ein liebenswerter Mensch.“ Und Justin stand mitten im Leben. Nach seiner Ausbildung zum Lageristen hätte er am 1. August eine zum Kfz-Mechatroniker angefangen – ein Traum für ihn, der auch mal in seinem Jugendzimmer an der Schwalbe bastelte und dann die Teile im Bett und auf dem Teppich lagerte, die Felgen in der Dusche wusch. Justin, ein positiv-verrückter junger Mann – plötzlich tot.

Hohe Kosten für Verfahren

Es gab keine Beerdigung für Justin, sondern eine Abschiedsfeier. Justin hat kein Grab, es gibt eine kleine Gedenkstätte, seine Asche wird in der Schweiz zu Diamanten verarbeitet. So und mit seinem Hobby soll er weiterleben. Am Sonntag werden sein getuntes Auto und seine Schwalbe mit bei der Gedenkfahrt starten. So wie voraussichtlich viele weitere Mopeds. Auf den T-Shirts wird stehen „Ich fahre für Justin RIDE IN PARADISE“, ein Abschiedsvideo mit viel Zweitaktgeknatter wollen sie zur Erinnerung an ihren Freund drehen. Und Michi schraubt an Justins Schwalbe weiter: „Vielleicht räumen wir noch ein paar Pokale bei diversen Simsontreffen ab.“ Die Fahrt und das alles soll helfen, das Geschehene zu verarbeiten. Einen Schlussstrich gibt es noch lange nicht, eine Gerichtsverhandlung könnte in einem Jahr denkbar sein, bei schneller Ermittlungsarbeit. Die Familie hat sich eine Anwältin genommen, muss für die Anwalts- und Gerichtskosten aufkommen, da ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten nicht übernehmen will. „Wir wollen die Wahrheit herausfinden“, sagt Justins Mutter. Die 2Takt Gaskranken wollen helfen, sie haben ein Konto zur Unterstützung eingerichtet. Sie fahren für Justin, auch nach dem 16. Juli 2017.

Wer gern helfen möchte, kann Familie Michalik unter IBAN: DE48 8605 5592 1632 5458 17 BIC: WELADE8LXXX mit dem Kennwort „2Takt Gaskranke“ unterstützen.

Von Christine Jacob

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