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Delitzsch Delitzscher Mosterei übernimmt städtische Streuobstwiesen
Region Delitzsch Delitzscher Mosterei übernimmt städtische Streuobstwiesen
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17:37 14.11.2017
Tino Rother (links) und Simon Kruse sind regelmäßig mit ihrer mobilen Mosterei unterwegs. Quelle: Alexander Prautzsch
Delitzsch

Dort mal 7000 Quadratmeter. Da wieder nur 2500 Quadratmeter. Und dann wieder 6000 Quadratmeter. Tonnenweise Äpfel und Birnen. Knapp 25 000 Quadratmeter Streuobstwiesen und -wege vom Kyhnaer Weg bis nach Beerendorf-Ost zählt die Stadt Delitzsch. Jahrelang wurden sie von der Regionalen Initiative Delitzsch (RID) bewirtschaftet. Nach dem RID-Aus hat sich nun ein Nachfolger gefunden.

Streuobst für mobile Presse

Tino Rother und Simon Kruse übernehmen die Flächen. Der Pachtvertrag, den sie inzwischen nach längeren Verhandlungen mit der Stadt unterzeichneten, läuft auf zwölf Jahre, zwei Jahre sind Probezeit. Die sollten kein Problem sein. Was die Freunde anfassen, wird gut und vor allem nachhaltig. Zusammen machen die Männer „Saft für alle“.

Die beiden sind seit 2016 mit ihrer mobilen Mosterei unterwegs, haben das Delitzscher Unternehmen im Alter von 31 und 32 Jahren als Nebenerwerb und auch Ausgleich zu ihren Bürojobs gegründet. Das Modell dahinter kennen viele noch aus Vorwendezeiten: Die Kunden bringen ihr Obst zur mobilen Presse, die in der Saison zum Beispiel auf dem Kartoffelhof Lienig steht, und nehmen später Saft mit. Der Saft wird vor der Abfüllung gefiltert und pasteurisiert. Die Abfüllung in eigene Behälter kostete bislang 0,60 Euro pro Liter, es gibt zudem spezielle Boxen ab 3,50 Euro pro 3 Liter, in denen der Saft dagegen lange haltbar bleibt. Die Pressung lohnt sich ab etwa 50 Kilo Obstmenge von Apfel, Birne oder Quitte. Seit März hat das Unternehmen ein Bio-Zertifikat. Aktuell ist die Saison gelaufen. Da laufen mit der Pacht der Streuobstflächen schon die Vorbereitungen für die nächste.

Erste Ernte schon gelaufen

„Wir haben in dieser Saison sogar schon gemeinsam mit dem Behindertenzentrum geerntet und Saft aus Streuobst gepresst und verkauft“, erzählt Simon Kruse. Auch diese Kooperation sei ein wichtiger Gedanke hinter dem Pachtvertrag. Allerdings sei die Saison noch recht karg ausgefallen, da die Apfelblüte wetterbedingt nicht prall war. Um reiche Ernte allein soll es aber nicht gehen, es geht auch um den Erhalt der alten Streuobstflächen.

Vorerst kehrt Winterruhe ein. Bei den Adventsmärkten in Schenkenberg und Delitzsch will „Saft für alle“ aber noch verkaufen. Und so wie die Herren und ihre helfenden Familienmitglieder und Freunde dieses Jahr durch Nordsachsen tourten, wollen sie auch 2018 mit inzwischen zwei mobilen Saftpressen unterwegs sein.

Von Christine Jacob

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