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Delitzscher Müllabfuhr in Not: Große Behälter sind oft zu schwer

Delitzscher Müllabfuhr in Not: Große Behälter sind oft zu schwer

Als kürzlich bei der Leerung der Restmülltonnen in der Rudolf-Breitscheid-Straße in Delitzsch ein 1100-Liter-Container zu Bruch ging und deshalb nicht geleert werden konnte und ihn die Müllmänner an Ort und Stelle stehen lassen mussten, war die Aufregung bei einigen Anwohnern groß.

Delitzsch. Die Buhmänner waren die Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebes. Doch der bricht eine Lanze für seine Beschäftigten und verweist auf die vom Kreistag Nordsachsen beschlossenen Festlegungen in der Abfallwirtschaftssatzung Delitzsch (AWS). Diese legt genau fest, welches Füll- und Gesamtgewicht die Restabfallbehälter aufweisen dürfen. Demnach beträgt das zulässige Gesamtgewicht (Füll- und Behältereigengewicht) eines 1100-Liter-Behälters 340 Kilogramm.

Der besagte Müllcontainer in der Rudolf-Breitscheid-Straße wog aber 460 Kilogramm. Das habe das Nachwiegen ergeben, teilte der zuständige Entsorgungsbetrieb, die Kreiswerke Delitzsch GmbH, auf Anfrage mit. Das sei wohl auch der ursächliche Grund gewesen, weswegen der Container barst und ein Rad abbrach. Wie die Müllfahrer berichteten, war der Behälter so schwer, dass die Kippvorrichtung des Fahrzeuges es nicht schaffte, ihn zu entleeren. Und als beim Absetzen ein Rad brach, konnten sie ihn nicht mehr von der Stelle bewegen. Am Tag darauf holten die Kreiswerke den Behälter mit einem Lkw mit Kran ab.

Das Problem sehen die Abfallbehörde des Landkreises und der Entsorgungsbetrieb in zu groß dimensionierten Abfallbehältern. "Einige große Wohnblöcke benutzen noch immer die 1100-Liter-Behälter, die dann nur ein bis zweimal im Halbjahr zur Leerung rausgestellt werden. In dieser langen Zeit sackt der Abfall zusammen und verdichtet sich. Im Endeffekt wird der Inhalt zu schwer. Deshalb orientieren wir auf kleinere Tonnen, die schneller voll sind und deshalb häufiger geleert werden können. Damit verringert sich auch die Geruchsbelästigung", sagt Ulf Bechstein, Geschäftsführer der Kreiswerke Delitzsch GmbH. Und weil die Müllentsorgung nach Litern berechnet wird, würde das für Mieter oder Eigentümer finanziell nicht teurer. Die Wohnungsgesellschaft und teils auch die Wohnungsbaugenossenschaft in Delitzsch hätten seit Längerem für ihre großen Blöcke umgestellt. Pro Eingang je zwei 240-Liter-Tonnen statt eines 1100-Liter-Behälters. Das habe sich bewährt.

"Aber wir verwalten auch einige Blöcke wie beispielsweise in der Rudolf-Breitscheid-Straße mit Eigentumswohnungen. Dort halten die Bewohner beharrlich an den großen Behältnissen fest. Wir legen ihnen zwar immer wieder nahe, kleinere Tonnen zu verwenden, aber im Gegensatz zu unseren eigenen Gebäuden, wo wir festlegen, welche Müllbehältnisse genutzt werden, entscheiden dort die Eigentümergemeinschaften", sagt Bernd Steude, stellvertretender Geschäftsführer der Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau. Aus aktuellem Anlass will die Genossenschaft das Thema nun erneut an die Eigentümer herantragen. In Fällen wie in der Rudolf-Breitscheid-Straße, wenn Müllbehälter kaputtgehen, weil sie zu schwer beladen sind, kann das für die betreffenden Eigentümer teuer werden, denn der Entsorgungsbetrieb könne die Kosten für eine neue Tonne den Verursachern in Rechnung stellen, teilt die Abfallbehörde auf Anfrage mit.

In diesem Zusammenhang informiert das Landratsamt auch, dass der Entsorgungsbetrieb für die Reinigung von Restmülltonnen nicht zuständig ist. Und beim Entleeren müsse der Behälter nach zweimaligen Betätigen der Kippvorrichtung am Fahrzeug leer sein. Auch der Deckel zur Leerung herausgestellter Mülltonnen müsse sich schließen lassen. Aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen ist es außerdem nicht erlaubt, eigenmächtig Schlösser oder Ketten an den Behältern anzubringen. Das obliege dem Entsorgungsbetrieb. Die Kreiswerke bieten dafür Verschlusssysteme an. So öffnen zum Beispiel Schwerkraftschlösser die Tonne erst beim Kippvorgang, ansonsten bleibt die Tonne verschlossen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.07.2015
Thomas Steingen

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