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Delitzsch Delitzscher Nabu-Regionalgruppe informierte zum Biberbestand im Altkreis
Region Delitzsch Delitzscher Nabu-Regionalgruppe informierte zum Biberbestand im Altkreis
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07:00 25.10.2017
Den Nagern nicht nur statistisch auf der Spur: Renate Klausnitzer (rechts) informierte über den Biberbestand im Altkreis Delitzsch-Eilenburg. Quelle: Manuel Niemann
Delitzsch

Pfusch am Bau: Jeder 51. Biber stirbt an seinem schlicht mangelhaften handwerklichen Geschick. Das legte zumindest die Statistik nahe, die Renate Klausnitzer für den Altkreis Delitzsch-Eilenburg am Montag vorlegte. Sie koordiniert ehrenamtlich die Biberfachgruppe in diesem Gebiet und berichtete nicht nur vom traurigen Ableben eines Einzeltieres, das sich beim Baumschlag selbst erlegt hatte, sondern auch, wie sich der Bestand der seit 1960 konsequent geschützten Tiere erholt hat. Diese, so Klausnitzer, wurden bereits im Mittelalter bejagt, ihres Pelzes, Fleisches und eines Sekrets aus den Drüsensäcken wegen. Dem Castoreum oder Bibergeil wurden heilende, aber auch aphrodisierende Kräfte nachgesagt. Und weil der Biber im Wasser lebte, galt er unter den mittelalterlichen Mönchen als Fisch und damit als gern gesehene Abwechslung zur Fastenzeit.

Wanderungen bringen Biber in Gefahr

Heute, erklärte Klausnitzer der Delitscher Regionalgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) und deren Gästen, werden die meisten Tiere Opfer des Straßenverkehrs. In trockenen Sommern, aber auch, wenn die neuen Jungen kommen und die Dreijährigen aus dem alten Elternrevier vertrieben werden, gehen die Tiere auf Wanderschaft. 85 Biberreviere gebe es im Altkreis, Familien und Einzeltiere, ihr Bestand schwanke. Bei der letzten Winterkartierung waren es 177 Tiere, sie siedelten sich auch in den Seen der Bergbaufolgelandschaften an.

Ehrenamtliche engagieren sich zum Schutz

Ihnen gegenüber stehen 25 ehrenamtliche Naturschützer, die nicht nur Totfunde dokumentieren, sondern auch die Lebensräume kartographieren. Kartiert werden die Wohnbauten: Erdröhren, Mittelbaue und Burgen, aber auch die Biberdämme und Fraßplätze der nachtaktiven Tiere. „Es ist sagenhaft, was ein Biber für Kraft aufwendet, um einen Baum zu fällen“, zeigte sich Klausnitzer selbst beeindruckt.

Von Manuel Niemann

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