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Delitzsch Delitzscher Norden, Osten und Ortsteile fühlen sich abgehängt
Region Delitzsch Delitzscher Norden, Osten und Ortsteile fühlen sich abgehängt
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10:02 30.04.2018
Delitzsch ist mehr als Alt- und Innenstadt. Quelle: Kay Würker
Delitzsch

„Die sollen lieber mal was im Norden machen“, „Hier im Osten ist ewig nichts passiert.“ Und: „Um die Ortsteile wird sich eh nicht gekümmert.“ – alles Sätze aus der weiten Welt des Internets als Reaktion auf Nachrichten wie neue Hortbauten, neue Wohnkomplexe, Straßensanierungen und mehr in Delitzsch. In Stadt- und Ortsteilen werden immer wieder Vorwürfe laut, diese Bereiche seien „abgehängt“. Wie viel Wahres ist dran?

Im Osten viel Neues

Definitiv nicht aus dem Fokus der Stadtverwaltung raus sei der Osten, betont Oberbürgermeister Manfred Wilde und reagiert damit unter anderem auf Kritik aus der Händlerschaft. Tatsächlich ist im Stadtteil in den vergangenen Jahren viel geschehen. Vor allem an und rund um die Blöcke der städtischen Wohnungsgesellschaft WGD wurden aus Plattenbauten attraktivere Wohnumfelder gemacht. Gerade in diesem Stadtteil wird den vielen Senioren Rechnung getragen, etwa mit Rollatorenboxen zum Unterstellen des Vehikels. Zudem wird an einem Treff ähnlich dem Amselnest im Norden gearbeitet. Demnächst wird nach einer neu eröffneten Turnhalle vor wenigen Jahren auch Richtfest für einen neuen Hort an der Grundschule gefeiert. Das Umfeld der Artur-Becker-Oberschule soll Mittelpunkt eines neuen Fördergebiets werden, der sehr umfangreiche Antrag dazu im Frühjahr das Rathaus verlassen.

Große Pläne im Norden

Ein gravierendes Problem im Delitzscher Norden ist, dass nicht alles städtisch ist. Nach wie vor gibt es im Delitzscher Norden heruntergekommene Plattenbauten. Die städtische Einflussnahme allerdings fällt gering aus. Viele der Gebäude sind weder im Besitz der WGD noch der in Delitzsch ansässigen Wohnungsgenossenschaft Aufbau. Mehr als immer wieder das Gespräch mit teils windigen Immobilienfirmen zu suchen, bleibt der Verwaltung bei allem Verständnis nicht, betont OBM Wilde immer wieder. Dagegen hat gerade die WGD ihre Blöcke in den vergangenen Jahren auf Vordermann gebracht, die Aufbau-Genossenschaft, so Wilde, wird nach Möglichkeit weiter nachziehen.

Der Norden von Delitzsch wird in den nächsten Jahren Schwerpunkt. Ein neues Fördergebiet „Zukunft Stadtgrün“ ist bereits ausgewiesen. Vor allem aber wird der Norden aufgewertet, wenn die Stadt tatsächlich in der Sachsenstraße ein neues Schwimmbad errichtet – die Voruntersuchungen und -planungen laufen.

Ortsteile immer bedacht

Die Ortsteile fühlen sich immer wieder vernachlässigt (Montage). Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Kritik, dass in Delitzsch der Fokus allein auf dem Zentrum liegt, gibt es immer wieder auch aus den OrtsteilenThemen wie die Grünpflege sind unter anderem ein Aufreger. Tatsächlich listet der Haushalt etliche Maßnahmen in den Dörfern auf, diese umfassen mitunter aber auch nur wenige hundert Euro. Knapp 9000 Euro allein fließen jährlich zum Beispiel in Ortsteilfeste. Aktuell wird am Brandschutzbedarfsplan gearbeitet, ist die Ausstattung in den Ortsteilen auf der Agenda.

Das große Ganze sehen

Ob nun Stadt- oder Ortsteile, ein Argument hat der Oberbürgermeister immer: Wenn in der Stadt Delitzsch wie aktuell vor allem in Kindertagesstätten und Schulen investiert wird, habe davon nicht allein die direkt angrenzenden Straßenzüge dieser Einrichtungen etwas. Ein Kind aus Laue beispielsweise besucht in Delitzsch Kindergarten oder Schule. So gesehen – so die Argumentation des ersten Bürgers – hätten von solchen Investitionen dann alle in der Stadt etwas. Insgesamt wirbt das Stadtoberhaupt immer wieder für mehr Verständnis und den Blick auf das große Ganze statt nur auf das Schlagloch vor der eigenen Haustür.

Von Christine Jacob

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