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Delitzscher Oberbürgermeister erinnert an die Opfer des 17. Juni 1953

Kranzniederlegung Delitzscher Oberbürgermeister erinnert an die Opfer des 17. Juni 1953

Der Delitzscher Oberbürgermeister hat am Sonnabendvormittag auf dem Platz des 17. Juni vor dem Unteren Bahnhof einen Kranz niedergelegt. Damit erinnerten er und die ihn begleitenden Personen an die Ereignisse vor 64 Jahren, als in Delitzsch zwei junge Männer ihr Leben verloren.

Mit einer Kranzniederlegung wurde in Delitzsch am Sonnabend der Opfer des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 gedacht.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch. Beim Volksaufstand am 17. Juni 1953 in der DDR versammelten sich auch in Delitzsch Hunderte Arbeiter. Auf dem Platz des 17. Juni vor dem Unteren Bahnhof erinnert ein Gedenkstein mit einer Inschrift an die Ereignisse von 1953. Dort legten am Sonnabend der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) und der Bundestagsabgeordnete Marian Wendt (CDU) in Begleitung von weiteren Personen des öffentlichen Lebens in Gedenken an diesen Tag und seine Opfer einen Kranz nieder.

Weil es nur noch wenige Zeitzeugen gibt, sei es besonders wichtig, die Ereignisse von damals in Erinnerung zu behalten, sagte Wilde und spannte den Bogen zur politischen Wende 1989, die den Weg zur Wiedervereinigung und der politischen Freiheit ebnete. In diesem Zusammenhang würdige das Stadtoberhaupt die Leistungen des kürzlich verstorbenen Ex-Bundeskanzlers Helmut Kohl, den die Versammelten mit einer Schweigeminute gedachten.

Zwei junge Männer sterben

Auf dem Platz vor dem Bahnhof hatten sich vor 64 Jahren am frühen Nachmittag des 17. Juni nach dem Eintreffen der Schichtzüge aus dem Bitterfelder Chemierevier Hunderte Arbeiter zu einer Protestaktion gegen das stalinistisch geprägte DDR-Regime versammelt. Das erste Ziel der Demonstranten war die SED-Kreisleitung in der Eilenburger Straße 82. Transparente und Losungen wurden von den Gebäuden gerissen. Als einige Demonstranten versuchten, die Kreisleitung zu stürmen, vereitelten sowjetische Soldaten diese Absicht mit Schüssen in die Luft. Daraufhin bewegte sich der Protestzug zum Volkspolizei-Kreisamt in der Dübener Straße. Nachdem dort die vor dem Gebäude postierten Polizisten entwaffnet worden waren, wurden aus der oberen Etage Schüsse abgegeben. Zwei junge Männer, die an der Wand der Schokolandenfabrik standen, wurden getroffen. Der 19 Jahre alte Gerhard Dubielzig aus Delitzsch war sofort tot, der 20-jährige Joachim Bauer aus Brodau verstarb am Abend im Krankenhaus. An das Ereignis erinnert in der Dübener Straße eine Gedenktafel. Dort gedachten nach der Kranzniederlegung Marian Wendt und Mitglieder des CDU-Ortsverbandes der beiden erschossenen jungen Männer.

Von Thomas Steingen

Delitzsch, Unterer Bahnhof 51.524434 12.3454975
Delitzsch, Unterer Bahnhof
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