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Delitzscher Oberschüler lernen, sich als Streitschlichter einzuschalten

Gelebte Gesprächskultur Delitzscher Oberschüler lernen, sich als Streitschlichter einzuschalten

Es ist einfacher, sich auf Argumente einzulassen, wenn mir diese nicht aufgezwungen werden. Von daher hat der Ansatz, an Schulen Streitschlichter einzusetzen, die aus den eigenen Reihen stammen Sinn: Denn Kinder sprechen durchaus ihre eigene Sprache.

Das Gefühlskarussell in der Mitte hilft den Schülern dabei auszudrücken, wie sie sich bei einem Streit gefühlt haben.

Quelle: Manuel Niemann

Reibitz. „Möchtest du bitte mit mir streiten?“ So höflich und bedacht landet vermutlich keiner in einem Wortgefecht. Meist sind Auseinandersetzungen hitzig, es wird dem anderen nicht zugehört oder ins Wort gefallen. Wer gar nicht weiter weiß, greift gar zur Gewalt. Dass das nicht zu einer Lösung von Konflikten führt, lernten in dieser Woche 31 Schüler aus den beiden Delitzscher Oberschulen sowie aus Eilenburg und Krostitz gemeinsam. Im Schullandheim Reibitz absolvierten sie das Streitschlichtercamp. Das bedeutete ein straffes Programm von 20 Stunden in drei Tagen. Für das Jugendarbeit-Projekt GegenWind der Diakonie war Diplom-Sozialpädagogin Yvonne Eichler vor Ort. Sie und ihre Kollegen vom Arbeitskreis Schulmediation Leipzig führten die Kinder in das Streitschlichtungsverfahren ein.

Sozialkompetenz und Verantwortung werden vermittelt

Das arbeitet nach dem Peer-Ansatz. Das heißt, die schlichtende Instanz in einem Zwist sind nicht die Lehrer, die von oben herab über Schuld urteilen, sondern es wird gleichrangig und auf Augenhöhe verhandelt. Das werde von den Kindern als angenehm empfunden, erzählt Mechthild Nitschke, Schulsozialarbeiterin an der Artur-Becker-Oberschule Delitzsch, die die Kinder von dort begleitete. Auch Hanna Reise, ihre Kollegin an der Oberschule Delitzsch-Nord, berichtet über positive Erfahrungen mit dem Verfahren. „Wenn man es gut macht, braucht es aber auch Zeit: 30 bis 45 Minuten“, sagt sie. Die Kinder werden sozial kompetenter und übernehmen Verantwortung. Aber dies lohne sich – nicht nur durch den Respekt unter den Altersgenossen, sondern auch in einer Bewerbung falle das Engagement positiv auf.

Faires Gespräch ohne Schuldzuweisungen

Die Kinder versuchen in einem fairen Gespräch und ohne Schuldzuweisung zu vermitteln. Das ist die Rolle der beiden Streitschlichter, die später jeweils im Team die Gespräche an den Schulen führen. Sie halten sich dabei an ein 13-schrittiges Verfahren, das die Konfliktparteien ins Gespräch bringt. Sie bleiben dabei neutral und achten auf einfache Regeln, dass man beispielsweise ausreden lässt. Zunächst wird über das Vorgehen aufgeklärt und die unterschiedlichen Sichtweisen zum Streit abgefragt. Dann erst steht zur Frage, ob die Streitenden schlichten lassen wollen.

Sich in den Anderen versetzen

Gefühle, die den Streit begleiteten, werden benannt und auch der Anteil, den jeder an der Situation hatte, geklärt. Das hilft, sich im anschließenden Rollentausch, einmal in die Lage des Anderen zu versetzen. Alternativ wird sich in der Zeit rückversetzt, wie man gern gehandelt hätte, jetzt, da man dieses Wissen hat. Das hilft, am Ende Wünsche an den Anderen zu formulieren oder selbst Angebote zu machen. „Hinter jeder Beschwerde steckt ein Wunsch“, sagt Eichler.

Von Manuel Niemann

Reibitz, Am Schullandheim 51.5506467 12.4727923
Reibitz, Am Schullandheim
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