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Delitzscher Oberschulen fordern mehr Sozialarbeit

Sorgenkind der Bildung Delitzscher Oberschulen fordern mehr Sozialarbeit

Zuhören, Streit schlichten, Hilfen vermitteln, Präventionsarbeit leisten. Die Aufgaben der Schulsozialarbeit sind vielfältig. Doch sie werden von zu schmalen Schultern getragen, warnen die beiden Delitzscher Oberschulen. Und machen nun gemeinsame Sache.

Lernen, so wie hier in der Delitzscher Nordschule, muss auch durch eine gute Schulsozialarbeit ergänzt werden.

Quelle: Wolfgang Sens

DELITZSCH. Jetzt wird es noch ruhig sein. Die Klinke der Bürotür im Ausweichquartier der Oberschule Delitzsch-Nord wird nicht permanent nach unten gedrückt werden. Kein Lehrer wird sich suchend umblicken. Am Montag aber ist die Schulsozialarbeiterin wohl wieder eine der gefragtesten Kräfte an der Oberschule Nord. Und an der Artur-Becker-Oberschule. Und genau das ist das Problem. Sie kann sich nicht zerteilen. Sie müsste es aber.

Andreas Hess ist Schulleiter in Delitzsch-Nord und hat den Brief mit verfasst

Andreas Hess ist Schulleiter in Delitzsch-Nord und hat den Brief mit verfasst.

Quelle: Kay Würker

Die beiden Delitzscher Oberschulen, zusammen haben sie knapp 1000 Schüler, teilen sich eine Schulsozialarbeiterin. Ob nun Liebeskummer, Ärger mit dem Elternhaus oder Zoff mit den Klassenkameraden – die Probleme der Teenager sind immer akut, sie wollen jetzt und sofort darüber reden, es geht nicht nach Sprechzeiten. Ein weiterer wichtiger Punkt der Schulsozialarbeit sei auch die Entlastung der Lehrer, indem sich Fachkräfte um die Sorgen der Schüler kümmern, die über den reinen Unterrichtsstoff und die Schwierigkeiten damit hinausgehen. Die Lehrer können sich dank Schulsozialarbeiter auf ihren Unterricht konzentrieren. Die Sozialarbeiter sind dann die Vermittlungsinstanz.

Die Vollzeitstelle wird tageweise auf beide Objekte verteilt. Nun fordern die Schulen zwei Vollzeitstellen in der Schulsozialarbeit, für jedes Haus eine Fachkraft. Momentan läuft es so: Dienstag und Donnerstag von 7.30 Uhr bis 15 Uhr und nach Vereinbarung ist Sprechzeit an der Nordschule, Montag und Mittwoch ebenfalls 7.30 bis 15 Uhr und nach Vereinbarung an der Artur-Becker. Die Vollzeitstelle läuft über das DRK, gerade soll die Elternzeitvertretung wieder von der eigentlichen Stelleninhaberin abgelöst werden. An beiden Schulen ist man sich einig und voll des Lobes: Beide Frauen machen ihre Arbeit sehr gut, sie sind engagiert und motiviert, sind sehr kompetente Kräfte. Aber sie stehen unter massivem Druck, den man ihnen so nicht mehr auflasten möchte. Bevor die Sozialarbeiter (weiter) über ihre Grenzen gehen, soll die Notbremse gezogen sein. „Die Fallzahlen steigen“, sagt Andreas Hess, Schulleiter der Oberschule Delitzsch-Nord, „das ist für einen allein nicht stemmbar.“

Delitzscher Oberschulen fordern je eine Fachkraft

In einem gemeinsamen Brief haben sich die Leiter der Oberschulen an Stadt und Landkreis gerichtet, schildern das Problem und fordern zwei Vollzeitstellen. Das Landratsamt ist zuständig für die Finanzierung der Schulsozialarbeit, die Stadt der Schulträger beider Objekte. Darin wird die Forderung nach je einem Schulsozialarbeiter unterstrichen. Denn die präventive Arbeit komme derzeit zu kurz, könne unter diesem Zeitdruck nicht gewährleistet werden. Das Schreiben sei wohlwollend zur Kenntnis genommen worden. Wenn sich demnächst mit der Finanzierung von Schulsozialarbeit auseinandergesetzt wird, haben die Oberschulen ihr Signal bereits gesetzt. Viele andere Schulen hätten ihre Schulsozialarbeiter täglich vor Ort, berichtet Andreas Hess. Dies sei bei den Delitzscher Oberschulen ebenso angezeigt. Schulsozialarbeiter seien, gerade im Umgang mit den Teenagern, keine Leute, die immer nur nach Sprechzeiten gebraucht würden. Schulsozialarbeit komme aber bei dem hohen Pensum der zwischen zwei Schulen pendelnden Frauen viel zu kurz, warnt Andreas Hess. Es seien einfach zeitliche Grenzen gesteckt. Daher sei es den Kollegen an beiden Oberschulen wichtig gewesen, ihren Bedarf rechtzeitig anzumelden und ihre Probleme ganz klar zu benennen. Besser man hat als man hätte.

Von Christine Jacob

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Delitzsch
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