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Delitzscher Ortsteile fühlen sich von der Stadt vernachlässigt

Ortsvorsteher-Treffen Delitzscher Ortsteile fühlen sich von der Stadt vernachlässigt

Die Ortsvorsteher der fünf Stadtteile von Delitzsch sind sauer, gleichzeitig auch erleichtert. „Jeder hat im Prinzip die selben Sorgen und Nöte mit der Stadtverwaltung“, bringt es Torsten Köppen, Ortschef von Benndorf, auf den Punkt. Kritisiert wird vor allem die intransparente Grünflächenpflege, aber auch die Informationspolitik des Delitzscher Rathauses.

Sie wollen endlich mehr gehört werden – die Delitzscher Ortsteile, und gehen jetzt in die Offensive. Regelmäßige Kommunikation lautet das Stichwort.

Quelle: Wolfgang Sens

Delitzsch. Die Ortsvorsteher der Ortsteile von Delitzsch haben die gleichen Sorgen. Ihr Problem: Sie finden seit Jahren nicht zu einer nachhaltigen Lösung, die Ortsteile fühlen sich von der Stadt als solche nicht wahrgenommen. Kürzlich trafen sich drei von fünf zu einem Gespräch in Benndorf. Eingeladen hatte Benndorfs Ortschef Torsten Köppen (Freie Wähler). Thomas Görner aus Laue war da, in Vertretung von Dietmar Mieth (CDU) kam Olaf Goldstein aus Spröda in die Runde. Die Döbernitzer und Schenkenberger Vertreter waren verhindert.

Längst überfälliges Treffen

Der konstruktive Gedankenaustausch sei längst überfällig, betonte Köppen und forderte zugleich ein geschlosseneres Auftreten der Ortschefs gegenüber der Stadtverwaltung. „Was wird in den nächsten Jahren beispielsweise in Benndorf investiert? Wir wissen es nicht, weil uns keiner unsere Fragen beantworten kann oder will“, kritisierte der Benndorfer Ortschef und bezog sich auf den neuen Doppelhaushaltsentwurf der Stadt. „Es ist tatsächlich nicht zu erkennen, wie viel Geld in die Ortsteile fließt“, bestätigte Thomas Görner. Schuld sei die Doppik. Dabei gab es mal Investitionspläne für die Ortsteile, in denen Maßnahmen nach Priorität aufgeführt wurden. „Wahrscheinlich müssen wir einfach fordern, dass entsprechende Aufstellungen gemacht werden, die auch für die Ortschaftsräte lesbar sind“, schlug Olaf Goldstein vor. Dass das Geld knapp sei, könne Köppen nachvollziehen, auch dass nicht in allen Ortsteilen gleichzeitig investiert werden kann. „Wenn wir aber wissen, in dem oder jenem Jahr passiert das bei uns, lässt es sich auch viel besser gegenüber den Bürgern argumentieren“, sagt er.

Über Ortsteile hinweg entschieden

Zudem führten die Ortschefs an, dass sie, was vor allem Baumaßnahmen im Ortsteil betreffe, kaum informiert würden. „Die Leute fragen uns und wir wissen es nicht“, sagt Olaf Goldstein. „Da macht man sich doch zum Depp.“ Er führte als Beispiel den Abriss der Leichenhalle an. „Das war anders abgesprochen, hat uns vollkommen überrascht und auch verärgert.“ Es sei über die Köpfe hinweg entschieden worden.

Kontrolle der beauftragten Firmen

Als nach wie vor problematisch sehen die Ortschefs die Handhabung der Grünflächenpflege. „Es gibt keine Informationen, welche Flächen von wem in welchem Turnus bearbeitet werden müssen“, stellte Köppen fest. Görner missfällt vor allem, dass die beauftragten Arbeiten nicht kontrolliert und abgenommen werden. Das Unternehmen mache zwar seine Arbeit, „nur man sieht nicht sehr viel davon“, hieß es. Die Stadt habe die Aufsichtspflicht. „Als die Mannschaft des Behindertenzentrums noch den Auftrag hatte, musste per Unterschrift die Erledigung bestätigt werden“, so Görner. Er könne ohnehin nicht verstehen, warum das Behindertenzentrum nicht mehr im Spiel ist.

Einrichtungen erhalten

Nächster Streitpunkt ist der „Erhalt von städtischen Einrichtungen“, wie es Torsten Köppen formulierte. Der ehemalige Jugendclub in Benndorf ist zu, der in Laue geradeso noch mit einer Vereinsgründung gerettet und der in Spröda hat einen anderen Status. „Der liegt am Sportplatz, wird auch von den Sportlern genutzt. Der Anteil an den Betriebskosten, den die Stadt übernimmt, wird auch immer geringer“, erklärte Olaf Goldstein.

Aus Sicht von Köppen zieht sich die Stadt aus der Verantwortung zurück. Statt die Einrichtungen, die im städtischen Besitz sind, zu erhalten, würden Investitionen verzögert oder gestrichen, auf eine Wiederbelebung nicht hingearbeitet. „In einigen Jahren, wenn wir die Einrichtungen wieder brauchen, sind sie weg“, befürchtet Torsten Köppen.

Die Ortsvorstehen wollen sich jetzt regelmäßig treffen. Das nächste Mal im Februar in Laue.

Von Ditmar Wohlgemuth

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Delitzsch
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