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Delitzsch Valentinstag: Paartherapeutin gibt Tipps für gute Beziehung
Region Delitzsch Valentinstag: Paartherapeutin gibt Tipps für gute Beziehung
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08:24 14.02.2019
Familienkonstellation mit Plüschtieren: Diplom-Psychologin Ramona Kreuz zeigt eine denkbare Problemsituation: Der Mann (Drachen) wendet sich ab und zieht sich zurück. Die Frau (Kuh) kümmert sich um das Kind und will gleichzeitig die Beziehung retten. Das Seil kann den zeitlichen Verlauf oder die räumliche Trennung symbolisieren. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Der Valentinstag gilt als das Fest der Liebenden. Hierzulande wird Liebe allzu gern mit Geschenken bedacht. Immer dann, wenn es etwas mehr bedarf als ein paar Blumen und Pralinen, kommt Ramona Kreuz ins Spiel. Die Diplom-Psychologin hilft Delitzscher Familien und Paaren mit Kindern seit 2003 dabei, wieder in die Turtel-Spur zu finden – oder sich endgültig zu trennen.

Erstes Warnzeichen: Ein Partner zieht sich zurück

Diplom-Psychologin Ramona Kreuz arbeitet seit 13 Jahren in Delitzsch: „Es darf ruhig jeder seine eigene Welt und seinen Freiraum haben.“ Quelle: Wolfgang Sens

Zu Beziehungsproblemen komme es meist dann, wenn ein Partner ein Verhalten zeigt, dass es vorher noch nicht gab – sich beispielsweise zurückzieht oder die Partner nicht mehr miteinander reden, sagt Kreuz. Verstärkt werde dies, wenn Kinder in das Leben treten. Dann könne es passieren, dass das Rückzugsverhalten gar nicht auffällt und eine Partei sich immer mehr ausklinkt, zum Beispiel mehr Zeit auf Arbeit verbringt.

Umgekehrt könne aber auch ein Leerraum entstehen, wenn das Kind im Alter von 15 bis 18 Jahren das Elternhaus wieder verlässt und das Paar auf sich gestellt ist. Mann und Frau müssen dann zum einen verstärkt in Kontakt miteinander und zum anderen mit sich selbst treten. Dabei kann es zu Schwierigkeiten kommen, sagt Kreuz.

Sich mit dem Partner schmücken? Keine gute Idee

Als immer wieder auftretende Ursache für scheiternde Beziehungen sieht die Familientherapeutin zudem eine unterschiedliche Entwicklung der Partner. „Es gibt einen Grund, aus dem sich Menschen zusammenfinden“, sagt Kreuz. Beispielsweise kann es in einer Beziehung anfangs einen stärkeren und einen schwächeren Part gegeben haben. Wenn der schwächere sich jedoch entwickelt, bricht die stabilisierende Rolle und damit der Ausgangspunkt der Beziehung weg. Andere versuchten sich mit dem Partner zu schmücken, um die eigene Person aufzuwerten. „Das ist aber keine gute Basis“, sagt Kreuz.

In einer guten Beziehung bestehe zwischen den Partnern Akzeptanz und Wertschätzung, sagt die Diplom-Psychologin. Auch wenn der Alltag noch so stressig ist, sollten die Partner gegenseitig die schönen Seiten betonen. Dazu gehöre beispielsweise das anzuerkennen, was jeder für die Beziehung beigetragen hat und dafür auch einfach einmal Danke zu sagen.Wenn Kinder zur Beziehung gehören, falle zudem oft die Zeit, in der die Partner alleine miteinander sind, weg, sagt Kreuz. Doch gerade diese Auszeiten müsse sich jedes Paar nehmen, „um das zu stärken, was die Beziehung zu Beginn ausgemacht hat.“

127 Paare in zwölf Monaten

Ein weiterer Knackpunkt besteht in den unterschiedlichen Erwartungen: So könnte von einer Seite angenommen werden, dass allein der Partner oder die Familie für das eigene Glück verantwortlich ist. „Auch das wird auf Dauer nicht gut gehen“, sagt die Diplom-Psychologin. „Es darf ruhig jeder seine eigene Welt und seinen Freiraum haben.“ Das mache die Partner auch wieder füreinander interessant.

Entscheidend für die Arbeit der Caritas-Beratungsstelle in Delitzsch ist immer der Zusammenhang mit Kindern. Denn die Beratungen verfolgen auch das Ziel, trotz aller Konflikte der Eltern die Bedürfnisse der Kinder im Blick zu behalten und die Folgen einer möglichen Trennung zu minimieren. Das beinhalte dann auch, nach dem Beziehungsende Verhaltensregeln und Umgangsformen auf den Weg zu bringen, die dem Kind den Umgang mit beiden Elternteilen ermöglichen. Die Caritas betreute so in Delitzsch allein im vergangenem Jahr 127 Paare mit Kindern, bei denen Trennung oder Scheidung eine Rolle spielten. Die Beratung ist kostenfrei und wird mit öffentlichen Mitteln finanziert.

Auch zum Valentinstag steht die Caritas-Familienberatung in Delitzsch wie gewohnt für Beratungssuchende bereit. Trotzdem bleibt: Fürs Erste mit Blumen und Pralinen beginnen.

Weitere Informationen gibt es im Internet, via Mail an die Adresse familienberatung-delitzsch@ctm-magdeburg.de, per Telefon: 034202/64544 oder im Delitzscher Caritas-Büro in der Schulstraße 11.

Von Mathias Schönknecht

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