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Delitzsch Delitzscher Polizei zieht Pferdegespann aus dem Verkehr
Region Delitzsch Delitzscher Polizei zieht Pferdegespann aus dem Verkehr
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16:00 20.05.2017
Die Polizei musste eingreifen. Quelle: dpa
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Delitzsch

Das sehen Polizeibeamte auch nicht jeden Tag. Und das, was sie sahen, nötigte sie geradezu zum Eingreifen von Amtswegen. Als kürzlich eine Funkstreifenbesatzung in Delitzsch um die Mittagszeit unterwegs war, fiel ihr in der Fabrikstraße – sie führte einst zum Haupttor der Delitzscher Zuckerfabrik – ein Pferdegespann auf. Es war voll beladen mit zwei großen runden Strohballen, die offensichtlich nicht gesichert waren. Jeder Strohballen wiegt für sich genommen mehr als 100 Kilogramm. Als die Beamten das Gespann anhielten und noch genauer kontrollierten, kam einiges zum Vorschein, was sie so nicht erwartet hatten. Von den vorgeschriebenen Bremsen am Fahrzeuge gab es keine Spur: Es fehlten die Betriebs- wie auch die Auflaufbremse komplett. Eine Beleuchtung war ebenfalls nicht vorhanden und die Reifen waren in einem Zustand, der absolut unzulässig war. Sie waren an mehreren Stellen so abgefahren, dass die Karkasse schon zu sehen war.

Ohne Berechtigung unterwegs

Die Beamten untersagten umgehend die Weiterfahrt. Die Pferde wurden ausgespannt. Dem Führer des Pferdegespanns erwartet jetzt ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Zu den Mängeln am Fahrzeug kam dabei noch, dass der Mann offenbar gar nicht über die erforderliche Berechtigung zum Führen des Gespannes verfügte. Als die Beamten die Angelegenheit im Revier zu den Akten brachten und die Daten des Mannes eingaben, stellte sich zudem heraus, dass er bereits am 8. April mit seinem Gespann einen Unfall verursachte. Auch an diesem Tag transportierte er Strohballen. Allerdings verlor er die Kontrolle über seine Pferde, sie gingen durch. In der Securiusstraße wurden mehrere Verkehrstafeln beschädigt, bevor der Wagen umkippte. Der Gespannführer verließ den Unfallort mit der Begründung, er müsse erst die Pferde in den Stall bringen. Auch dieses Ereignis hat noch ein Nachspiel.

In dem Zusammenhang und mit Blick auf den kommenden Männertag rät die Polizei, dass sich Kremserfahrgemeinschaften vom ordentlichen Zustand der Wagen überzeugen sollten, bevor sie aufsteigen. Auch die Frage nach einer Berechtigung an den Kutscher sollte gerechtfertigt sein, bevor man auf Tour geht. Dass sich der Kutscher im Interesse seiner Fahrgäste nur nüchtern auf den Bock setzen darf, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Von Ditmar Wohlgemuth

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