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Delitzsch Delitzscher Rathaus reagiert auf Kritik mit Schreiben an die Ortschaftsräte
Region Delitzsch Delitzscher Rathaus reagiert auf Kritik mit Schreiben an die Ortschaftsräte
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07:00 28.02.2017
Olaf Schulz von der Servicegesellschaft Delitzsch schneidet in der Lindenstraße einen Baum Stück für Stück herunter. Quelle: Thomas Steingen
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Delitzsch

Heute endet die Periode, in der Bäume problemlos gefällt werden können. Die Stadt Delitzsch nutzt die Zeit bis zuletzt, um Gehölze, die von Krankheiten befallen sind oder aus anderen Gründen ein Sicherheitsrisiko im öffentlichen Raum darstellen, zu beseitigen. Mit Stand 1. Februar mussten laut Stadtverwaltung seit Oktober rund 220 Gehölze weichen.

Erst gestern haben Mitarbeiter der Servicegesellschaft in der Lindenstraße eine weitere Linde heruntergeschnitten. Aber auch an der Wallgrabenpromenade oder im Stadtpark sind die Spuren der Kettensägen allgegenwärtig. Wie berichtet sind auch die Ortschaften nicht verschont geblieben. Schwerpunkte in diesem Jahr waren Laue mit 72 Bäumen, gefolgt von Selben mit 37 gefällten Bäumen. Zahlenmäßig setzt sich in Delitzsch damit der Trend der Vorjahre fort. 2015 gab es 265 Fällungen und 2014 waren es sogar 294.

Nachpflanzung nicht überall sinnvoll

Immer wieder hagelt es Kritik an dieser Vorgehensweise. Unter anderem wandten sich Ortschaftsräte besorgt an die Stadtverwaltung und forderten Nachpflanzungen wie beispielsweise an der Straße von Selben in Richtung Staatsstraße 4/Kreuzung Delitzsch/Hohenroda/Mocherwitz. Die Stadtverwaltung hält dagegen und relativiert die Zahlen. „Bei einem Baumbestand von rund 16 500 machen die Fällzahlen gerade einmal 1 bis 1,5 Prozent aus“, argumentiert Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) und betont, dass es dem Rathaus ebenso Anliegen sei, sinnvolle und nachhaltige Ersatzpflanzungen vorzunehmen. Doch nicht überall empfehle sich an selber Stelle eine Nachpflanzung oder sei umsetzbar.

In einem Schreiben an die Ortschaftsräte hat er die Argumente der Stadtverwaltung zum Für und Wider von Fällungen und Nachpflanzungen zusammengefasst. Darin versichert das Rathaus, dass jeder einzelne Baum im Vorfeld von Fachleuten ausgiebig beurteilt werde. „Nachpflanzungen bedingen immer einen Planungsprozess. Neben Wuchsverhalten und Ausdehnung des Baumes sind der Nutzungsdruck des Umfeldes (Spielplatz, Verkehrslage, Park oder Grünanlage) und vor allem der Standort maßgeblich. Hier sind auch Leitungen und Trassen der Versorgungsträger zu prüfen sowie der zur Verfügung stehende Wurzelraum zu beachten. Eine einfache kleine Linde benötigt bereits bei der Pflanzung zwölf Kubikmeter Wurzelraum“, heißt es in dem Schreiben.

Alles eine Kostenfrage

Und natürlich sind auch die Kosten nicht unerheblich, denn pro neu zu pflanzenden Baum schlagen zwischen 500 und 650 Euro zu Buche. 2016 investierte Delitzsch rund 45 000 Euro für Neupflanzungen. Und „wo es möglich und wirtschaftlich vertretbar war, wurden Jungbäume mit einem Stammumfang von 20 bis 25 Zentimeter gepflanzt. Das entspricht einer Kompensation von drei neuen Gehölzen. Auf diesem Wege konnten wir für 2016 als Ausgleich 155 Gehölze bilanzieren“, schreibt Schöne.

Für 2017 stehen im städtischen Haushalt 95 000 Euro für die Unterhaltung von Grün-, Garten-, und Parkanlagen zur Verfügung. Darin inbegriffen sind die Leistungen zur Baumpflege in den Parkanlagen, die jährlich etwa die Hälfte ausmachen. Eine teure Angelegenheit ist auch das Entfernen der Baumstümpfe. Derzeit gibt es einen Rückstand von 512 Wurzelstöcken. 2017 will die Stadt diese Zahl reduzieren. In zwei Jahresscheiben sollen dafür 50 000 Euro aufgeteilt werden.

Von Thomas Steingen

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