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Delitzsch Delitzscher Ratsteppich auf Restaurierungs-Tour
Region Delitzsch Delitzscher Ratsteppich auf Restaurierungs-Tour
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18:46 30.05.2011
Der von Egidius Wagner 1559 gefertigte Ratsteppich wird vom Delitzscher Museumschef Jürgen Geisler (rechts) und seinem Mitarbeiter Mathias Graupner abgenommen. Die Leipziger Restauratorin Ingrid Pfeiffer (links) übernimmt das Stück. Quelle: Manfred Lüttich
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Delitzsch

Die erfahrene Spezialistin auf dem Gebiet des Auffrischens historischer Textilien wird sich bis zum September dieses Jahres mit dem Museumsstück beschäftigen und dabei auch andere Fachleute einbeziehen. Erst danach kehrt das geschichtsträchtige Exponat in die Ausstellung zurück. Einen Betrag, wie viel die Restaurierung kostet, wollte Museumschef Jürgen Geisler nicht nennen, verglich die Aufwendungen jedoch mit dem Kauf eines Kleinwagens.

Das Exponat aus der Renaissance, „eines von noch sehr wenigen vorhandenen Stücken“, so Geisler, hängt seit 1993 im Turm im eigens dafür hergestellten Schrank. Diese Tapisserie, eine Form von Textilkunst, hat eine Größe von etwa 1,93 mal 2,30 Meter. An zahlreichen Stellen sind Schäden schon mit bloßem Auge erkennbar. Teils ist das Gewebe ausgedünnt, Flecken, welcher Art auch immer, sind sichtbar. Eine Klassifizierung, welche Flüssigkeiten unansehnliche farbige Ränder auf der Bildwirkerei hinterlassen haben, mochte Geisler nicht vornehmen. Er schloss aber nicht aus, dass auch Bier darunter sein könnte, schließlich sei der Ratsteppich ursprünglich dafür angefertigt worden, einen Tisch zu verzieren, an dem Ratsherren auch schon mal ihre Bierhumpen abstellten.

Für die selbstständige Diplom-Restautauratorin Ingrid Pfeiffer beginnt die Arbeit zunächst mit der mechanischen Reinigung der Textilie. In dem Zuge werden die Ringe, die einst zum Aufhängen des Teppichs angebracht wurden, entfernt. Später soll ein System aus Klettstreifen das Exponat im Schank und in Form halten. Nach einer Nassreinigung, die in einer belgischen Manufaktur erfolgt, werden alle Fehlstopfungen, die in den Jahren am Teppich vorgenommen wurden, entfernt. Um sie alle zu prüfen, muss Pfeiffer auch schon mal die Lupe zur Hand nehmen. Auf eine Dokumentation kann sie dabei nicht zurückgreifen. „Die gibt es leider nicht“, so Geisler. Auf Einwebungen an den beschädigten Stellen der Teppichs soll weitgehend verzichtet werden. „Alle zu setzenden Stiche werden per Hand ausgeführt“, so Pfeiffer.

Ditmar Wohlgemuth

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