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Delitzsch Delitzscher Regenbogen-Kita wird nicht geschlossen, sondern saniert
Region Delitzsch Delitzscher Regenbogen-Kita wird nicht geschlossen, sondern saniert
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16:46 16.02.2018
Unterschriften wurden gesammelt, erhalten bleibt die Kita Regenbogen aber nicht deshalb – die Einsicht rührt woanders her. Quelle: Alexander Prautzsch
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DELITZSCH

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln und alles wird anders in der Loberstadt. Die Kita Regenbogen im Delitzscher Norden, die vor Monaten noch der Auslöser für die bittere Wut vieler Eltern auf die Stadtverwaltung und lautstarke Proteste war, wird nun doch nicht geschlossen. Sie wird saniert.

Planänderung nötig

Die Planänderung deutete sich vor wenigen Wochen erstmals mit einem Halbsatz an. Als Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) beim Neujahrsempfang der Stadt den Neubau einer Kita nicht mehr ausschließen wollte, blieb so manchem Stadtrat im Saal der Mund offen stehen. Dem Am-Kopf-Kratzen folgten Beratungen, Diskussionen, Rechnungen. Nun ist die Katze aus dem Sack, am späten Donnerstagnachmittag wurden die Kita-Angehörigen ganz offiziell informiert, dass das Haus nicht wie noch vergangenes Jahr angedacht geschlossen wird. „Der konkrete Platzbedarf steigt“, begründet Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) den Schritt im LVZ-Gespräch. Seit dem zweiten Halbjahr 2016 würden die Kinderzahlen massiv steigen, bedingt auch durch den fortwährenden Bauboom und Zuzug. Bisher bekannte Prognosen taugen nichts mehr, Delitzsch braucht dringend neue Krippen- und Kindergartenplätze. Es wurden Alternativen geprüft. Und nun steht das Rathaus dazu, dass sich Dinge eben auch ändern können – wenn sich die Erkenntnisse, auf denen sie beruhen ändern. Der OBM drückte es beim Neujahrsempfang so aus: man könne Prognosen zur Geburtenentwicklung „in die Tonne kloppen“. Der zwischenzeitlich auch angedachte Neubau einer Kita ist verworfen, man besinnt sich auf das Vorhandene. „Die Regenbogen-Kita wird abschnittsweise saniert“, versichert Manfred Wilde. Das Ganze passiert im laufenden Betrieb. Am parkähnlichen Außengelände sei fast nichts zu machen, die Anlage der Kita in Trägerschaft der Diakonie sei bereits sehr gut in Schuss.

Platz für mehr Krippenkinder

Zunächst soll die Tagespflege aus dem Erdgeschoss des Objekts ziehen, damit wird Platz für dringend benötigte 45 Krippenplätze, Kita-Plätze könnten in der Folge entstehen. In der Folge müssen alle weiteren „Fremdnutzungen“ wie Begegnungsstätte oder Kleiderkammer raus. Die Küche bleibt. Frühestens im Spätherbst soll die Sanierung des Objekts beginnen. Momentan geht die Stadtverwaltung in einer groben Kostenschätzung von einem Aufwand von rund zwei Millionen Euro aus, Hoffnung auf Fördermittel ist gegeben. Im Herbst 2016, als die Protestwelle kontra Kita-Schließung rollte, ging man noch von rund 2,9 Millionen Euro aus und argumentierte so gegen einen Erhalt. Bereits im Sommer hatten Eltern rund 1550 Unterschriften gegen die Schließung der Kita gesammelt, im Herbst wurde gegen die für Jahresende 2019 drohende Schließung vehement und lautstark demonstriert. In der Kita in der Gellertstraße werden derzeit noch 160 Kinder inklusive Hort betreut und es gibt Wartelisten bis weit ins Jahr 2018. Über die Schaffung weiterer Krippen- und Kindergartenplätze soll der Stadtrat noch diesen Monat entscheiden. Die Diakonie soll als Träger bleiben.

Inklusions-Kita entsteht

Auch an anderer Stelle wird mehr Platz und vor allem ein neues Konzept geschaffen. Die Heilpädagogische Kita am Park, Träger ist das Behindertenzentrum, ist nicht voll ausgelastet und der Bedarf sinkt weiter. Die freien Kapazitäten sollen künftig auch von Kindern ohne Behinderung oder speziellen Förderbedarf genutzt werden. Noch dieses Jahr könnten insgesamt elf neue Plätze und damit eine Inklusions-Kita entstehen, in der Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam groß werden. Ab 2018 sollen dort insgesamt 15 Plätze zur Verfügung stehen. Und auch die Zahl der Tagesmütter in Delitzsch soll noch steigen, bei denen wiederum Kinder im Krippenalter untergebracht werden können.

Von all diesen Planungen ist das Invest-Programm „Brücken in die Zukunft“ nicht betroffen. Es bleibt dabei, dass mit Hilfe von Fördermitteln an der Grundschule Ost schon ab diesem Frühjahr ein neuer Hort für 100 Kinder gebaut wird und die ehemalige West-Schule zu einem für 300 Kinder umgebaut werden kann.

Von Christine Jacob

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