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Delitzsch Delitzscher Rentner will Sparkasse zurückholen
Region Delitzsch Delitzscher Rentner will Sparkasse zurückholen
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07:00 08.06.2018
Der Delitzscher Rentner Michael Schneider setzt sich für die Wiedereröffnung der Sparkasse im Delitzscher Osten ein Quelle: Christine Jacob
Delitzsch

Rentner haben niemals Zeit heißt es. Michael Schneider hat fürwahr jede Menge zu tun. Nächste Woche zum Beispiel einen Termin beim Landrat, es sind Unterschriften zu sammeln, Telefonate zu führen, Schreiben aufzusetzen. Alles dreht sich um die Sparkasse und die geschlossene Filiale in der Johannes-R.-Becher-Straße im Delitzscher Osten.

Sparkasse im Osten dicht

Dort ist seit Januar gar nichts mehr in Sachen Bankgeschäfte zu holen. Zum Jahreswechsel wurden sehr zum Kunden-Frust aus einigen Filialen Selbstbedienungsterminals, aus solchen Terminals wiederum fahrbare Filialen oder eben wie im Falle des Delitzscher Ostens Schicht im Schacht. Michael Schneider will das auch ein halbes Jahr später nicht hinnehmen. Er hat aber nicht einfach sein Konto gekündigt. Noch im Teenageralter hatte der 1956 Geborene im Mai 1972 mit 150 Mark der DDR erstmals was auf sein Sparkassenbuch eingezahlt. Schneider bleibt Sparkassen-Kunde, die Flucht nach vorn ist besser. Und weil steter Tropfen den Stein höhlt, ist der Bau-Ingenieur in Rente seit Jahresanfang zu fast jeder Stadtratssitzung gegangen, nur ein einziges Mal war er terminlich verhindert. „Man kann ja den gewählten Volksvertretern ein wenig auf die Sprünge helfen“, ist der Delitzscher überzeugt. Jedes Mal hat er auf das Problem aufmerksam gemacht. Jedes Mal hat er verdeutlicht, dass gerade die vielen älteren Leute im Delitzscher Osten eben nicht problemlos zur zwei Kilometer entfernten Filiale in der Eilenburger Straße kommen können. Und auch die Bürger aus Ortsteilen wie Spröda oder Laue sind ziemlich abgehängt.

Politik überzeugt

Die Stadträte hat Michael Schneider schon so weit gebracht, dass ein offener Brief der Politiker den Sparkassenchefs inzwischen auf den Tisch geflattert ist – jede Menge Delitzscher Unmut wird auf der A 4-Seite geschildert und schließlich appelliert, die Schließung rückgängig zu machen oder wenigstens ein Sparkassen-Mobil oder einen SB-Automaten im nahen Konsum einzusetzen. Für Michael Schneider gibt es nur eine Option: Wiedereröffnung des SB-Standorts, damit auch Überweisungen problemlos möglich sind – gerade Ältere sind bekanntlich keine Fans des Online-Bankings.

Mehrere Briefe hat auch Michael Schneider schon der Sparkasse geschickt. Zudem hat er Unterschriften gesammelt. Und er will und wird weitermachen.

Von Christine Jacob

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