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Delitzscher Rosen sind schwer zu bekommen

Kein Vertrieb vor Ort Delitzscher Rosen sind schwer zu bekommen

Herzogin Christiana und Dr. Hermann Schulze-Delitzsch stehen im Delitzscher Rosengarten und in so manch einem Privatgarten. Dabei ist es gar nicht so leicht, an die Delitzscher Rosen zu kommen – jedenfalls wenn man sie direkt in der Loberstadt kaufen will.

Die Herzogin Christiana ist eine zitronig duftende Rose. Montage: Wolfgang Sens

Delitzsch. Herzogin Christiana ist seit mehr als 300 Jahren tot und doch blüht sie jedes Jahr zuverlässig auf. Ihr prickelnder Duft erinnert ein wenig an Champagner, Äpfel und Sommerregen. Früher hieß sie KO03143602. Herzogin Christiana ist nämlich nicht nur jene Frau, die bis 1701 als Witwe auf dem Delitscher Schloss lebte, sondern auch ein prominenter Name unter Rosenfreunden.

Herzogin ist Verkaufsschlager

„Herzogin Christiana hat sich in den letzten Jahren seit der Taufe und Markteinführung zu einer der meistverkauften Rosen in unserem Sortiment entwickelt“, berichtet Alexander Kordes. Die schleswig-holsteinische Firma „W. Kordes’ Söhne Rosenschulen“ hat die creme-zart-rosa Herzogin Christiana ab 2003 als Züchtung entwickelt und 2013 auf den Markt gebracht, sodass aus dem nüchternen KO03143602 ein Name mit Delitzscher Verbindung wurde. Zielgerichtet war nach weiblichen Namensgebern gesucht worden, auch die barocke Form schlug eine Brücke in die Loberstadt. Nun rangiert sie in den Top 10 unter 250 Rosensorten und bleibt vorerst fester Bestandteil der sogenannten Parfuma-Reihe mit Duftrosen.

Herzogin Christiana findet man laut Alexander Kordes heute nicht nur in Privatgärten und Parks in Deutschland, sondern auch in Frankreich, den Beneluxländern und den USA, wobei sie in diesen Ländern allerdings unter französisch- beziehungsweise englischsprachigen Namen vertrieben wird. Dass die Herzogin in Delitzscher Gärten landet, ist dagegen gar nicht so einfach. Jedenfalls dann nicht, wenn der Rosenliebhaber auf direkten Einkauf setzen mag. „Wir selbst beliefern keine Baumschulen oder Gartencenter in Delitzsch direkt“, schildert Alexander Kordes. Schon zur Taufe der Züchtung 2013 im Delitzscher Rosengarten bedauerte das Unternehmen, trotz Sonderangebot keinen Vertriebspartner vor Ort gefunden zu haben. Auf LVZ-Anfrage in hiesigen Betrieben gibt es auch heute eine Absage an Herzogin Christiana im Sortiment oder wird auf die nächste Gartensaison verwiesen. Mitunter scheuen sich hiesige Betriebe vor einer mehrere Hundert Euro teuren Mindestabnahme oder aber veredeln Pflanzen lieber selbst. Möchte man sich eine der zitronig-prickelnd riechenden Rosen sichern, kann man dies am besten per Onlineshop – ab rund zehn Euro ist die Rose zu haben. Sie kommt als sogenannte Containerrose ins Haus. Wer die klassische Pflanzzeit für Rosen im Herbst verpasst hat, kann im Frühling und Sommer auf diese getopften Pflanzen zurückgreifen.

Schulze-Delitzsch-Rose ist deutlich älter

Nicht deutlich besser als um die Herzogin ist es hinsichtlich des Vertriebs um die zweite Delitzscher Rose bestellt. Dr. Hermann Schulze-Delitzsch, eine apricot- und orangegetönte Königin der Blumen, wurde 1998 wie auch die Herzogin Christiana 15 Jahre später im Delitzscher Rosengarten getauft. Gezüchtet wurde die Schulze-Delitzsch-Rose bereits 1990 im hessischen Steinfurt. Sie wird bei regelmäßigem Schnitt bis zu 1,80 Meter hoch und ist beliebt als Pflanzung vor Volks- und Raiffeisenbanken, deren Erbe ja auch das des berühmten Stadtsohnes ist. Auch in diesem Fall ist der direkte Einkauf in Delitzsch nach wie vor schwierig und nicht mit einem einfachen Gang in irgendeinen Laden erledigt. Derzeit wird von Händlern darauf verwiesen, dass Rosen überhaupt erst im Frühjahr wieder Thema seien. Die Schulze-Delitzsch-Rose wiederum ist nicht Bestandteil des Rosenrepertoires bei Kordes.

Zu sehen sind die beiden Rosen im Rosengarten an der Leipziger Straße, voll erblüht und damit auch zu erschnuppern natürlich nur in der Saison.

Von Christine Jacob

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