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Delitzsch Delitzscher Schienenfahrzeugwerk: Pläne für neue Nordzufahrt
Region Delitzsch Delitzscher Schienenfahrzeugwerk: Pläne für neue Nordzufahrt
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06:00 30.04.2016
Das soll künftig nicht mehr passieren: Ein Schwertransport mit italienischen Triebwagen ist im September 2015 auf dem Weg zu EuroMaint unter der Bahn-Unterführung in der Karl Marx-Straße stecken geblieben. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Große Lkw, vielfach aus dem Ausland, die sich mit Schienenfahrzeugen beladen durchs Wohngebiet an der Laueschen Straße quetschen: Dieses Szenario soll bald der Vergangenheit angehören. Wie jetzt bekannt wurde, plant die Stadt Delitzsch eine komplett neue Straße von der nördlichen Ortsumfahrung bis zum EuroMaint-Gelände. Ein 2,5-Millionen-Euro-Projekt. Das bereits ab dem Spätherbst realisiert werden soll. Voraussetzung: Der Stadtrat stimmt zu. In nicht öffentlichen Ausschussrunden wurde jedoch bereits darüber gesprochen.

Die neue Trasse, deren exakter Verlauf noch festzulegen ist, knüpft an die Benndorfer Landstraße östlich der Bahnüberführung an. Von dort geht es westlich vorbei an der Kleingartenanlage Gute Hoffnung bis zum Werkstättenweg. Dieser verliert dadurch seinen Sackgassen-Charakter, wird zur Zu- und Abfahrtsstrecke gen Norden. In dem Zusammenhang könnte auch der Haupteingang des Schienenfahrzeugwerkes in den Werkstättenweg verlegt werden – derzeit sitzt der Pförtner noch an der Karl-Marx-Straße.

Euromaint-Chef ist erfreut

Ein gewaltiges Vorhaben. EuroMaint-Geschäftsführer Robert Lehmann sieht dem mit Freude entgegen, denn die enge Lkw-Zufahrt von der Laueschen Straße durch den Werkstättenweg sei schon lange ein Problem. Jedes Mal, wenn ein Lkw oder Lastzug dort durchfährt, sei der Werkstättenweg praktisch dicht. Und es sind eine Menge Fahrzeuge oder Ersatzteile, die per Straße statt per Schiene gebracht werden – aus Logistik-, aber teils auch aus Kostengründen. Denn für die Gleisnutzung fallen Gebühren an. Wie die Stadt jetzt dem Werk helfe, bezeichnet Lehmann als vorbildlich.

Vor etwa einem Jahr habe die Stadtverwaltung von dem Problem erfahren – im Rahmen eines Unternehmergesprächs, sagte Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). In vergleichsweise rasantem Tempo wurden daraufhin Pflöcke eingeschlagen. „Wir haben uns mit der Landesdirektion in Verbindung gesetzt, die auf unser Anliegen sehr aufgeschlossen reagiert hat“, schildere Wilde. Auch mit Werksinvestor Hermann Weise und der Bahntochter DB Immobilien wurde gesprochen – sie sind Eigentümer von Grundstücken, die für den Trassenbau benötigt werden. Inzwischen liege eine Vorplanung auf dem Tisch. Wenn die letzten Abstimmungen mit den Beteiligten erledigt sind, soll das Vorhaben in die Vollversammlung des Stadtrates. „Im Juli könnte der Fördermittelantrag gestellt werden“, formulierte Wilde ein Wunschziel.

Auch Tourismus soll profitieren

Die Fördermittel sind der entscheidende Faktor. Ohne sie würde die Stadt nicht bauen. Doch die Landesdirektion machte dem Vernehmen nach Hoffnung auf Förderfähigkeit über die Richtlinie GRW-Infra. Das bedeutet einen bis zu 90-prozentigen Zuschuss. „Die infrastrukturelle Erschließung ist nicht nur für das Schienenfahrzeugwerk existenzrelevant, sondern auch für etwa ein weiteres Dutzend Arbeitgeber im Karree von Werkstättenweg und Schwarzem Weg“, begründete Wilde die rosige Förderaussicht. „Außerdem dient der Straßenbau auch dem Wirtschaftszweig Tourismus. Denn in diesem Zusammenhang wird auch der Radweg-Lückenschluss an der Benndorfer Landstraße im Bereich der Kreiswerke geschaffen.“ Auf diesen vielseitigen Nutzen komme es an. Schließlich heißt der Geldtopf GRW-Infra ausgeschrieben: Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ – wirtschaftsnahe Infrastruktur.

Falls die Förderung fließt, muss noch in diesem Jahr Baustart sein. Die Hauptbauphase wäre 2017. Danach, so prognostizierte Wilde, werde das Wohngebiet rings um die Lauesche Straße eine deutliche Verkehrsentlastung erfahren.

Von Kay Würker und Thomas Steingen

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