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Delitzscher Schläger-Prozess: DNA-Gutachten belastet Täter

Landgericht Leipzig Delitzscher Schläger-Prozess: DNA-Gutachten belastet Täter

An einem Schlagring, der als Tatwaffe gilt, konnte neben dem Zellmaterial des Opfers aus Pilsen auch die DNA des Täters nachgewiesen werden. Laut Gutachten handelt es sich dabei um Nico R.. Der 28-Jährige muss sich wegen schwerer Körperverletzung vor dem Landgericht Leipzig verantworten.

Vor dem Landgericht Leipzig müssen sich sechs Angeklagte wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Quelle: André Kempner

Leipzig/Delitzsch. Mit ihm sind weitere fünf Männer im Alter zwischen 26 und 40 Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Das 36-jährige Opfer gehörte einer Gruppe von Konzertgästen an, die in jener Nacht im Jugendhaus Yoz feiern waren und auf dem Heimweg von mehreren Personen überfallen wurden. Eigentlich galt die Attacke Tony M., dem Veranstalter des Ska-Abends. Der Delitzscher konnte entkommen, wählte dabei den Notruf. "Die Nazis jagen mich", lauteten die Worte, die er vor gut drei Jahren ins Telefon sprach. Bei dem Überfall wurde außerdem eine junge Delitzscherin verletzt. Sie bekam laut einer Zeugin, die den Vorfall beobachtet hatte, den Ellenbogen des Angreifers ab. Der kam von hinten angerannt, so die Zeugin, die zuvor von den lauten Schreien geweckt worden war.

All das hatte sich in der Mittelstraße zwischen Werner-Seelenbinder- und Schulze-Delitzsch-Straße zugetragen. Und wurde von mehreren Zeugen vor Gericht bestätigt. Demnach stürmten die Angreifer, die der rechten Szene zugeordnet werden, aus mehreren Richtungen kommend, auf die Yoz-Besucher ein. Warum der Hauptangeklagte Nico R., der wegen bandenmäßigem Drogenhandel und Beschaffung schon verurteilt ist, zum Schlagring griff, verlas dessen Anwalt in einer Erklärung. Er habe lediglich gedacht, er müsse sich wehren, hieß es darin. Dabei habe er eine Art Tunnelblick gehabt. Über die schwere Verletzung sei er im Nachhinein erschrocken. Einen Brief mit einer Entschuldigung hat er Petr D. geschickt. Bevor es zur Tat kam, waren auch die Angreifer feiern, am Delitzscher Bahnhof, wo eine Menge Alkohol floss.

Von Alexander Bley

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