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Delitzsch Delitzscher Schokoladenfabrik: „Ein Verkauf wird nicht geprüft“
Region Delitzsch Delitzscher Schokoladenfabrik: „Ein Verkauf wird nicht geprüft“
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07:00 28.09.2018
Ein Verkauf der Delitzscher Schokoladenfabrik werde nicht weiter geprüft. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Nach dem Abblasen des Rückkaufs der Delitzscher Schokoladenfabrik durch Halloren will der Halloren-Haupteigner Magrath den Betrieb nun selbst behalten. „Ein Verkauf wird nicht geprüft“, sagte Magrath-Miteigentümer Frank Illmann, der zugleich Halloren-Aufsichtsratschef ist, der LVZ. „Außer, Halloren kauft es zurück. Sonst steht ein Verkauf nicht zur Debatte. Dann bleibt alles, wie es ist.“ Die Delitzscher Firma mit ihren 280 Mitarbeitern habe sich seit der Übernahme positiv entwickelt. „Wir sind mit dem Engagement sehr zufrieden.“ Zwar werde Delitzscher auch 2018 keinen Gewinn machen. Die Entwicklung sei aber positiv. „Wir hoffe, dass es dort 2020 schwarze Zahlen gibt.“ Auch der Magrath-Mehrheitseigner Darren Ehlert zeigte sich zufrieden mit seinem Engagement in Nordsachsen. Der Betrieb habe „nachgewiesen, dass die Firma eigenständig gut funktioniert“, sagte er.

Absage von Katjes

Die Delitzscher Schokoladenfabrik hatte seit 2008 zu Halloren aus Halle gehört. Im März 2017 hatte der angeschlagenen Schokoladenhersteller die Tochter dann an den eigenen Großaktionär Magrath verkauft. Bei Halloren sind Ehlert und Illmann zusammen mit 74 Prozent beteiligt. Vor drei Wochen hatte Magrath dann überraschend angeboten, die Firma zu den gleichen Konditionen an Halloren zurückzugeben. Bedingung war allerdings, dass Halloren-Anteilseigner Katjes dem zustimmt. Doch von dort kam am Mittwoch eine klare Absage. Der Rückkauf wurde daraufhin abgeblasen (wir berichteten). „Uns ist es so oder so recht“, sagte Ehlert. Die organisatorsche Trennung von Halloren und Delitzscher ist nach Angaben aus Halle inzwischen weitgehend abgeschlossen. Bisher erfolgten Einkauf, Vertrieb und Abrechnung über die Konzernmutter. In Delitzsch mussten daher neue Abteilungen dafür aufgebaut werden. Dabei seien auch einige Mitarbeiter aus Halle nach Delitzsch gewechselt. „Wir mussten eine eigene Organisation aufbauen“, sagte Illmann. „Das kostet erst einmal.“ Daher werde es auch 2018 und 2019 keinen Gewinn geben.

Neue Tochterfirma gegründet

Für den Vertrieb wurde inzwischen eine neue Tochterfirma gegründet: die Hallenser Vertriebsgesellschaft mit Ex-Halloren-Chef Klaus Lellé an der Spitze. An dem Gemeinschaftsunternehmen halten die Delitzscher mit 55 Prozent sogar die Mehrheit, Halloren ist mit 40 Prozent beteiligt und Lellé selbst mit 5 Prozent. Neben Lellé hat die Firma nur zwei weitere Mitarbeiter. Sie sollen sowohl Produkte aus Halle als auch aus Delitzsch in den Handel bringen.

Fremdherstellung wird reduziert

Noch nicht ganz getrennt wurde die Produktion der beiden Firmen. „Wir liefern weiter Waren nach Delitzsch und umgekehrt“, sagte Halloren-Vorstand Klaus Schramm. Und auch Rohstoffe würden verteilt. Grund sind laufende Verträge mit Zulieferern, die sich nicht aufteilen ließen. „Das soll jetzt Zug um Zug reduziert werden.“ Auch die Fertigung von Produkten in Delitzsch will er bald auslaufen lassen. „Die Fremdherstellung in Delitzsch wird bis zum ersten Quartal 2019 weitgehend reduziert werden“.

Von Frank Johannsen

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