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Delitzsch Delitzscher Schwimmbad-Pläne stoßen auf geteiltes Echo
Region Delitzsch Delitzscher Schwimmbad-Pläne stoßen auf geteiltes Echo
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00:26 10.09.2018
Erst ein Architektenwettbewerb würde die konkrete Gestaltung des Delitzscher Schwimmbades aufzeigen, der Plan jedoch zeigt feststehende Parameter wie die Wasserflächen und -tiefen. Quelle: BAUCONZEPT® PLANUNGSGESELLSCHAFT MBH
Delitzsch

Nachdem die ersten Pläne für das neue Delitzscher Schwimmbad vorige Woche bekannt wurden, gibt es erste Reaktionen aus den Stadtratsfraktionen dazu. Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) hatte das Projekt kritisch gesehen. Zumindest „weiß die Konzeption für das auf den ersten Blick durch ihre gestalterische Ansicht zu gefallen“, räumt Fraktionschef Uwe Bernhardt ein. „Wichtig ist aus unserer Sicht auch, dass zunächst das Thema Lehrschwimmbecken für die Zukunft geklärt ist.“ Denn das bisher genutzte in der Becker-Schule ist sanierungsbedürftig. Trotzdem blieben aus Sicht der FWG mehrere Punkte kritisch: Es werde in Delitzsch nach Schließung des Freibades keine legale Schwimmmöglichkeit unter freiem Himmel geben. Die neue Außenbadefläche sei zu klein und mit 1,35 Meter Tiefe zu flach. Nichtschwimmer und Schwimmer müssten sich drängen, Ausdauerschwimmer könnten ihrem Hobby im Sommer nicht mehr wie bisher nachgehen. „Die vorgelegte Schwimmbadvariante ist aus Sicht der Freien Wähler eine überteuerte Miniaturvariante für ein städtisches Badeangebot, das obendrein durch die zu erwartenden Betriebskosten die Gefahr birgt, dass andere städtische Einrichtungen des freiwilligen Bereiches Opfer überbordender Betriebskosten des Hallenbades werden könnten. Insofern wird sich nach der europaweiten Ausschreibung die Frage stellen, ob es Sinn macht, die Maßnahme umzusetzen.“

Attraktives Familienbad

Die SPD steht dem Projekt grundsätzlich offen gegenüber. „Das Bad ist ein attraktives Familienbad. Das gefällt uns sehr“, so Rüdiger Klinke von den Sozialdemokraten. „Es ist ein Wunsch, den die Delitzscher seit Jahrzehnten haben. Unser Hauptaugenmerk liegt aber auf den Kosten. Wir können uns letztlich erst entscheiden, wenn wir wissen, wie die aussehen.“ Das hänge nicht allein von der Förderquote ab. Tiefere Becken im Außenbereich würden zum Bespiel höhere Betriebskosten verursachen. „Dann wäre eine weitere Fachkraft zur Aufsicht nötig. Heutzutage sollten 1,35 Meter ausreichen“, so Kleinke. „Auch die Sanierung des Elberitzbades würde eine Verkleinerung der Wasserfläche mit sich bringen. Es wurde einst für mehr Einwohner und mit anderen Kostenstrukturen geplant.“

Forderung nach sozialen Eintrittspreisen

Nach wie vor ergebnisoffen zeigt sich Die Linke: „Wir müssen zum einen auf den Haushalt der Stadt achten und zum anderen Zustimmung oder Ablehnung davon abhängig machen, wie sich Eintrittspreise gestalten. Solche wie in der Sachsentherme sind mit uns nicht zu machen. Klar ist auch, dass die des Elberitzbades nicht beizubehalten sind. Doch eventuell lässt sich sozial etwas abfedern. Wenn sich das Elberitzbad rechnet, stehen wir dahinter. Aber wenn es sich als Fass ohne Boden erweist, ist etwas Neues einfach besser“, fasst Frank-Uwe Wolf, Vorsitzender der Ortsgruppe, die Position zusammen. Wenn Jahr für Jahr mal Hundertrausende ins Freibad gesteckt werden müssten, kämen ebenfalls Millionen-Beträge zusammen und das ohne Förderung. Dann sei ein Neubau einfach besser. „Vorausgesetzt, wir bekommen die angesteuerten Quoten. Aber da hat die Stadtverwaltung bisher ein glückliches Händchen gehabt.“

Aufwertung für Delitzsch-Nord

Uneingeschränkte Zustimmung seitens der Christdemokraten: „Die CDU-Stadtratsfraktion unterstützt die Lösung neuer Standort. Wir sind der Überzeugung, dass damit eine Aufwertung von Delitzsch-Nord einhergehen wird. Unsere Stadt benötigt eine zukunftsfähige Lösung für ganzjähriges Schwimmen und Baden“, so Sprecher Jürgen W. Wiedling. „Darin eingebettet muss die Absicherung des Schwimmunterrichts sein. Erfreulich ist, dass sich alle Fraktionen darüber einig sind, dass über den Entwurf im Vorfeld öffentlich diskutiert wird.“

Die Ausschreibung sollte nach dem Stadtratsbeschluss im Oktober noch im Spätherbst erfolgen. Das Ergebnis ist für Mitte 2019 zu erwarten.

Von Heike Liesaus

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