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Delitzsch Delitzscher Seniorenberatung: Viele Fragen zu Vorsorge und Betreuung
Region Delitzsch Delitzscher Seniorenberatung: Viele Fragen zu Vorsorge und Betreuung
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11:28 22.03.2016
Jeanette Rudolph (links) und Doreen Kirste sind die Gesichter der Seniorenberatungsstelle in der Halleschen Straße 44. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Betreuung und Vorsorge: Das sind die großen Themen in der Seniorenberatungsstelle an der Hospitalkirche. Seit mittlerweile zwei Jahren ist das Büro in der Halleschen Straße 44 geöffnet – dreimal wöchentlich, kostenfrei. Die Resonanz ist stark. Viele haben Fragen, brauchen Hilfe. „Aber mehr als drei, vier Leute pro Beratungstag schaffen wir nicht“, sagt Beraterin Doreen Kirste. „Wir wollen uns für jeden ausreichend Zeit nehmen.“ Terminvereinbarungen werden deshalb empfohlen.

So mancher, der zur Tür herein kommt, steht vor wichtigen Entscheidungen: Wer soll sich um alles kümmern, wenn mal was passiert und der eigene Wille nicht mehr geäußert werden kann? „Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten spielen hier eine große Rolle“, erzählt Doreen Kirste. Sie und ihre Kollegin Jeanette Rudolph besuchen regelmäßig Weiterbildungen zum Betreuungsrecht. Die Materie ist komplex, und immer wieder ändern sich Gesetze. Rechtsberatungen machen die beiden Frauen allerdings nicht. „Das dürfen wir nicht. Wir können nur auf die offiziell zugänglichen Informationen hinweisen und beim Verstehen helfen.“ Wenn es um Details geht, werde auch weitervermittelt, zum Beispiel zum Notar.

Informieren, vermitteln – was das bedeutet, zeigt ein Blick in die Büroausstattung. Im Regal reiht sich der „Ratgeber Pflege“ in zig Bänden, auf Tischen stapeln sich Broschüren – von Behörden und Kassen, Vereinen, Heimen und Pflegediensten. Der Fragenkatalog, mit dem Senioren oder Angehörige in die Beratungsstelle kommen, ist breit gefächert, weit über Vorsorge und Pflege hinaus. Eine Übersicht geben, Optionen aufzeigen, darum geht es. „Manche brauchen auch Hilfe bei Formularen. Und viele sind einfach froh, dass ihnen jemand zuhört.“

In diesem Sinne wurde die Seniorenberatungsstelle im März 2014 eröffnet. Auf Initiative der diakonischen Stiftung St. Georg-Hospital, die an der Hospitalkirche das Altenpflegeheim betreibt und unter deren Dach der Infopunkt einen festen Platz gefunden hat. Damals wie heute sind Anlaufstellen dieser Art in Nordsachsen rar gesät, was Stiftungs-Geschäftsführer Tobias Münscher-Paulig zum Handeln bewegt hatte. Auf die Unabhängigkeit der Beratung von Haus und Verband werde jedoch Wert gelegt. Da passt es ganz gut, dass der Weg zur Beratung nicht durchs Heim führt, sondern über einen Eingang an der Halleschen Straße an der Bushaltestelle.

Inzwischen kommen Hilfesuchende auch aus dem weiteren Delitzscher Umfeld. Geht es um reine Pflegethemen, ist Jeanette Rudolph Ansprechpartnerin. Die examinierte Krankenschwester hat sich für ihre Aufgabe in der Beratungsstelle zur Case Managerin schulen lassen. Doreen Kirste, gelernte Finanzbuchhalterin, beantwortet insbesondere Kosten- und Finanzierungsfragen. Und wer doch einen Obolus dafür geben möchte: Die Spendenkuh auf dem Schreibtisch freut sich.

i: Geöffnet montags von 9 bis 12 Uhr, mittwochs von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Anmeldung unter 034202 83310.

Von Kay Würker

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