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Delitzsch Delitzscher Stadtrat gibt grünes Licht für Planungen einer neuen Freizeiteinrichtung
Region Delitzsch Delitzscher Stadtrat gibt grünes Licht für Planungen einer neuen Freizeiteinrichtung
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00:39 27.04.2018
Als hätte der Autor dieses Werbeplakats in der Sachsenstraße die Baddiskussion in Delitzsch verfolgt, denn auf dem Grundstück gegenüber den Stadtwerken prüft die Stadt den Neubau einer Freizeiteinrichtung mit Bade- und Schwimmmöglichkeiten. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Es war wie erwartet die heftige und teils auch sehr polemisch geführte Diskussion, die sich die Delitzscher Stadträte am Donnerstagabend im Rathaussaal lieferten. Ging es doch darum, ob und wo künftig in Delitzsch die Möglichkeit zum Schwimmen besteht. Das Freibad ist stark sanierungsbedürftig. Vier Millionen Euro wird laut Stadtverwaltung die Sanierung verschlingen, Fördermittel nicht in Sicht. Allein 2017 fielen Reparaturkosten in Höhe von rund 110 000 Euro an, weitere in ähnlicher Höhe sind in den kommenden Jahren zu befürchten. Ähnlich marode ist das Lehrschwimmbecken in der Artur-Becker-Schule, für das 2,5 Millionen Euro für eine Sanierung veranschlagt worden ist. Deshalb ist seit einigen Jahren der Neubau eines ganzjährig zu betreibenden Bades im Delitzscher Norden im Gespräch, wobei klar ist, dass ein reines Hallenbad nicht förderfähig ist, wohl aber eine multifunktionale touristische Freizeiteinrichtung.

Fördermittel entscheiden

Diese Pläne weiter zu verfolgen, dazu legitimierten jetzt rund drei Viertel des Stadtrates die Verwaltung in einem Grundsatzbeschluss. Mit diesem wird das Rathaus beauftragt, eine solche Einrichtung in der Sachsenstraße zu planen und dafür in Frage kommende Fördermöglichkeiten bis Ende 2018 zu prüfen. Die Umsetzung des Vorhabens sei aber davon abhängig, in welchem Umfang, Fördermittel zur Verfügung stünden, erklärte Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). Des Weiteren beinhaltet der Beschluss die Beibehaltung des Freibadbetriebs solange, bis die neue touristische Freizeiteinrichtung eröffnet werden kann und die bis dahin notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen im Freibad wirtschaftlich vertretbar sind.

Unumstritten ist dieses Verfahrensweise nicht. Das zeigte sich nicht nur in der Bürgerfragestunde, in der unter anderem Joachim Grünberg sagte, dass das Freibad durch eine Schwimmhalle nicht zu ersetzen sei. Außerdem hat er Bedenken wegen der viel höheren Unterhaltungskosten. Vor allen aus den Reihen der Fraktion der Freien Wähler gibt es Widerspruch. Zwei Hauptgründe führte deren Fraktionsvorsitzender Uwe Bernhardt ins Feld: Erstens kritisierte er, sich schon jetzt auf einen Standort für den Neubau zu fixieren und zweitens drängte er auf Transparenz und die Beteiligung der Bürger bei einer solchen, in die Zukunft weisenden Entscheidung wie dem Bau einer solchen Einrichtung. Diese ist mit rund 15 Millionen Euro veranschlagt.

Änderungsantrag abgelehnt

Den Antrag zur Durchführung eines Bürgerentscheides zur Zukunft des Delitzscher Freibades zog seine Fraktion zu Beginn zurück, stellte im Verlaufe der Stadtratsitzung dann aber einen Änderungsantrag zur vorliegenden Beschlussvorlage. Darin schlugen die Freien Wähler vor, neben der Sachsenstraße als Standort alternativ den des derzeitigen Freibads in der Elberitzstraße zu prüfen. Nach dem Willen der Freien Wähler sollte das Prüfergebnis dann den Delitzschern als Grundlage für einen Bürgerentscheid über die Umsetzung und Standortfrage vorgelegt werden. Dieser Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.

Zuvor hatten OBM und Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) dargelegt, dass gegenüber dem Fördermittelgeber nicht zwei Szenarien verfolgt werden könnten. Zudem sei der Standort Elberitzbad bereits geprüft worden und käme aus mehreren Gründen nicht in Frage, unter anderem wegen der beengten Verhältnisse. Die nicht vorhandenen Voraussetzungen für eine entsprechende Infrastruktur betonte auch Stadtrat Steffen Penndorf (SPD).

Von Thomas Steingen

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