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Delitzsch Hotel am Wasserturm: Delitzscher Stadtrat will Gärten verkaufen
Region Delitzsch Hotel am Wasserturm: Delitzscher Stadtrat will Gärten verkaufen
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00:30 26.02.2018
31 Kleingärten am Wasserturm in Delitzsch müssen für ein Hotelprojekt weichen. Quelle: Alexander Prautzsch
Delitzsch

Vor einem knappen Jahr ließ Bauträger Tarik Wolf mit seinen Hotelplänen an der Kleingartenanlage „Am Wasserturm“ in Delitzsch aufhorchen. Er stieß dabei sowohl beim Kreisverband der Kleingärtner Delitzsch als auch in der Stadtverwaltung auf Interesse. Folglich stimmte der Stadtrat am 27. April 2017 Wolfs Antrag zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans „Sondergebiet – Am Wasserturm zu. Nun steht für das von dem privaten Investor geplante Hotelgelände am historischen Wasserturm der Flächenverkauf an.

Die Stadt Delitzsch möchte das rund 14 500 Quadratmeter große Gelände, das aktuell hauptsächlich für Kleingärten genutzt wird, zum Preis von 20 Euro je Quadratmeter veräußern. Darüber wird der Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag beraten und gegebenenfalls einen Beschluss fassen. Damit wäre zur Umsetzung des Projektes eine weitere wichtige Voraussetzung geschaffen.

31 Gärten müssen weichen

Weil für das Vorhaben 31 Parzellen – 27 in der Anlage „Am Wasserturm“ und vier im „Sonneneck“ – weichen müssen, wurden mit den betroffenen Kleingärtnern in den zurückliegenden Monaten intensive Gespräche geführt. Teils habe es viel Geduld und Überzeugungskunst gebraucht, bis die Besitzer der Aufgabe ihre Gärten zugestimmt hätten. „Betroffen sind unter anderem Pächter, die seit 40 oder mehr Jahren einen Garten mit viel Herzblut

Investor Tarik Wolf will den Wasserturm in Delitzsch umnutzen und in ein Hotelprojekt integrieren. Quelle: Denda-Architekten

bewirtschaften. Dieser Verlust kann nicht mit Geld aufgewogen werden. Einige ältere Gartenbesitzer wollten ihren Garten gern noch ein oder zwei Jahre behalten“, schildert Anke Reisdorf. Zwischenzeitlich habe man sich mit allen Betroffenen geeinigt, so die Leiterin der Geschäftsstelle des Delitzscher Kreisverbandes der Kleingärtner. Zirka 90 Prozent von ihnen würden auf einen anderen Garten im Verein oder in der Nachbaranlage „Kleinwirte“ ausweichen. Anfang März sollen die ersten Parzellen an den Investor übergeben werden. Bis Ende März will der Kreisverband dann alles abschließen, sprich klare Verhältnisse haben.

Dazu gehört auch, dass die betroffenen Pächter vom Investor entsprechend entschädigt werden. Das war im Vorjahr eine Bedingung für die Zustimmung des Kreisverbandes zum Vorhaben. Dem stimmte Wolf zu. Aber auch der Neubau des Spartenheims mit Unterstellmöglichkeiten als Ersatz, weil sich das bestehende auf der Fläche des künftigen Hotels befindet, oder die Schaffung von Park- und Zufahrtsmöglichkeiten, die ununterbrochene Versorgung mit Medien sowie die Übernahme möglicher Umschlussarbeiten und die Schaffung einer neuen äußeren Einfriedung für die Anlage gehören zu den Forderungen des Kreisverbandes.

Investor entschädigt Parzellenpächter

Dazu bedient sich der Verband der Hilfe eines Anwaltes, denn es ist das erste Mal, dass er mit einer solchen Sache konfrontiert ist, folglich auf keinerlei Erfahrungen setzen kann. „Es ist ein Lernprozess, bei dem der Informationsfluss sicher nicht immer optimal verlief. Unterm Strich sei es bisher aber gut gelaufen, schätzt die Geschäftsstellenleiterin ein. Entschädigt werden die Pächter nach Paragraf 11 des Bundeskleingartengesetzes. Für alle 31 Gärten sind Wertgutachten erstellt worden. „Bei der Wertermittlung waren die Pächter zugegen“, informiert Anke Reisdorf. In der Summe müsse der Investor nun rund 230 000 Euro Entschädigung an den Kreisverband zahlen. Dieser verteilt das Geld anschließend an die Pächter. Auch diese finanziellen Angelegenheiten sollen bis Ende März abgeschlossen sein.

Von Thomas Steingen

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