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Delitzscher Stadtverwaltung blitzt seit Kurzem selbst

Delitzscher Stadtverwaltung blitzt seit Kurzem selbst

Die Schonfrist für Raser in Delitzsch ist vorbei: Seit einigen Tagen wird im Stadtgebiet wieder öfter geblitzt. Neben der Polizei ist nun auch die Stadtverwaltung mit Tempomesstechnik unterwegs.

Delitzsch. Sie hat diese Aufgabe vom Landratsamt übernommen.

Der Wechsel der Zuständigkeit hatte zum Jahreswechsel stattgefunden (wir berichteten). Eine Verordnung des Freistaates verpflichtet seitdem Kommunen mit mehr als 10 000 Einwohnern, auf ihren Territorien in Eigenregie Geschwindigkeitskontrollen vorzunehmen.

So mussten sich nun auch in Delitzsch Rathausmitarbeiter in die neue Aufgabe einarbeiten. Gemeindliche Vollzugsbedienstete, die sich bislang nur um den ruhenden Verkehr gekümmert hatten, wurden weitergebildet. Bis in den Mai hinein nahm sich die Große Kreisstadt für die Schulungen und logistischen Vorbereitungen Zeit. Doch nun wird etwa einmal wöchentlich die Kamera scharf gestellt.

So wie kürzlich auf einer Ausfallstraße im Norden der Stadt. Das unauffällige Familienfahrzeug parkte am Straßenrand, hinter der Heckklappe die teure Technik: Digitalkamera, Messantenne, ein Rechner und mehrere Akkus zur Stromversorgung.

Auto und Technik gehören allerdings nicht der Stadt. Das Blitzermobil ist nur gemietet – von einer Spezialfirma aus Finsterwalde. Die stellt auch gleich einen Mitarbeiter zur Verfügung, der bei Problemen zur Seite steht. „Die Ausstattung für Geschwindigkeitsmessungen zu kaufen, hätte zu viel Geld gekostet“, erklärt der Leiter des Ordnungs- und Gewerbeamtes, Oliver Schulze.

Doch auch die Miete ist nicht billig. 25 000 Euro hat die Stadtverwaltung jährlich eingeplant – für etwa vier Messtage im Monat. „Das heißt aber nicht, dass wir genau einmal pro Woche unterwegs sind. Es wird auch zeitliche Schwerpunkte geben, zum Beispiel den Schulanfang.“ Die Messstelle legt die Behörde kurzfristig fest, hat zurzeit

40 Orte im Stadtgebiet auf der Liste. „Wir kontrollieren unter anderem an besonderen Gefahrenstellen für Kinder und orientieren uns auch an den Plätzen, an denen früher das Landratsamt stand“, sagt Schulze.

Das Blitzerteam ist mindestens zu zweit: Der Mitarbeiter des Technikvermieters darf nur zuschauen, der städtische Vollzugsbedienstete muss die Messung einschließlich Vorbereitung allein durchführen und kontrollieren. „Das geht schon damit los, dass das Fahrzeug eingemessen werden muss.“ Anhand von Bezugskanten wie etwa der Linie am Fahrbahnrand wird der Radarstrahl im vorgegebenen Winkel ausgerichtet. Ein Kalibrierungsfoto vor und nach dem Blitzen soll möglichen Gutachtern beweisen, dass alles korrekt eingerichtet wurde. Und auch jedes geschossene Raserfoto wird kontrolliert: Eine Datenleitung führt von der Kamera im Fahrzeugheck zum Beifahrersitz, wo ein Bildschirm aufgebaut ist. Die Bilder werden später von den Finsterwaldern anonymisiert aufgearbeitet und ans Rathaus gesandt.

Rund 2000 Autos haben bislang das neue Blitzermobil der Stadtverwaltung passiert, etwa 50 Temposünder hat‘s erwischt, resümiert Oliver Schulze. Mit deren Einzahlungen ins Stadtsäckel deckt die Kommune indirekt die Ausgaben für die Miet-Ausrüstung. Mit dicken Gewinnen unterm Strich wird offiziell nicht gerechnet, es gehe um Prävention.

Und die kann für Bleifüße mitunter teuer werden. Das Rathaus darf seit Januar auch Bußgelder kassieren. Und gegebenenfalls Führerscheine bis auf Weiteres einlagern. Im hochsicheren Tresor des Einwohnermeldeamtes, sagt Schulze, ist für derlei Dokumente noch ausreichend Platz.

Kay Wuerker

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